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Rick Carlisle (M.) coachte vor seiner Zeit in Dallas die Indiana Pacers und Detroit Pistons © getty

Rick Carlisle erfreut sich am Sieg seiner Dallas Mavericks in San Antonio so sehr, dass er dabei anscheinend Fehler übersieht.

Von Rainer Nachtwey

München/San Antonio - Die Partie zwischen den San Antonio Spurs und den Dallas Mavericks weckte Erinnerungen vom Vortag:

Die eine Mannschaft setzt durch Aggressivität Akzente in der Verteidigung, unter dem Brett und in der Trefferquote, während das andere Team langsam, lethargisch und gehemmt wirkt.

Doch diesmal sind es nicht die Mavs, die hinterher hinken, sondern sie bestimmen das Geschehen.

Mavericks von Beginn an dominant

Einen Tag nach der Demontage durch die Cleveland Cavaliers hatten die Texaner anscheinend aus ihren Fehlern gelernt und setzten die Maßnahmen von Trainer Rick Carlisle perfekt um.

Mit 45:34 dominierten sie bei den Rebounds und brachten die gastgebenden Spurs im AT durch ihre diesmal gut funktionierende Verteidigung immer wieder in arge Bedrängnis.

"Heute sind wir zum ersten Mal nahe an diese Balance zwischen Angriff und Abwehr dran gewesen", sagte Carlisle sichtlich begeistert. "Wir haben das Spiel schnell gemacht, als wir die Möglichkeit dazu hatten. Wir haben mit Würfen aus der Halbdistanz unser Momentum gewahrt und wir haben hervorragend gegen großartige Spieler wie Tim Duncan und Tony Parker verteidigt."

Carlisle verdrängt Einbruch

Vor allem freute sich der neue Trainer, dass nahezu über die kompletten 48 Minuten das Tempo hochgehalten wurde.

Allerdings sollte sich der Coach von dem starken Auftritt im texanischen Derby nicht blenden lassen, denn wie heißt es so schön: "Ein Sieg im November macht noch keinen Playoff-Frühling".

Den kleinen erneuten Einbruch zu Beginn des Schlussviertels, als die Spurs von 58:76 auf 67:76 verkürzten und durch einen 15:4-Lauf den Rückstand auf sieben Punkte minimierten, schien er verdrängt zu haben.

Doch der Fehlstart in die Schlussabschnitte ist nicht das einzige Problem, mit dem sich Carlisle weiterhin beschäftigen wird und auch muss.

Großes Lob für Terry

Nach scheinbar erfolglosen Versuchen mit Antoine Wright und Jerry Stackhouse brachte er gegen die Spurs erstmals in dieser Saison Jason Terry als Starter auf der Shooting-Guard-Position.

Gegen San Antonio war es genau die richtige Maßnahme, denn Terry war mit seinen Würfen aus der Distanz eine weitere Gefahr für die Gastgeber. Mit 29 Punkten war der 31-Jährige nicht nur zweitbester Scorer hinter Dirk Nowitzki (30 Zähler), sondern schaffte auch Raum für Josh Howard und Nowitzki.

Seine gute Vorstellung unterstrich Terry mit sechs Assists und drei Rebounds.

"Jet hat klasse gespielt", sagte Nowitzki. "Wir brauchen seine Würfe und seine Punkte. Egal, ob er startet oder von der Bank kommt."

Schlechte Aussichten für Trio

Allerdings merkte der Starspieler der Mavericks auch an, dass gegen die Spurs die Möglichkeit bestand, Terry von Beginn an zu bringen. "Aber gegen Teams mit zwei großen, athletischen Guards ist das nicht immer möglich", schränkte Nowitzki diese Variante ein.

Wenige Hoffnungen auf einen Einsatz in der ersten Fünf darf sich Gerald Green machen. Der Neuzugang aus Houston erhielt nach Carlisles Kritik an dessen Defensivverhalten erst in den Schlussminuten Spielzeit, als die Partie bereits entschieden war.

Bleibt also als weiterhin nur die Wahl zwischen dem Trio Wright, Stackhouse und Terry - wobei die beiden Erstgenannten gegen die Spurs keine Werbung in eigener Sache gemacht haben.

Wright hielt sich in der Offensive zurück - in elf Minuten versenkte er lediglich einen Dreier - und Stackhouse verfehlte bei vier seiner fünf Würfe das Ziel. Bei 18 Minuten Einsatzzeit standen am Ende ebenfalls nur drei Punkte zu Buche.

Denver und Detroit machen es vor

Wem Carlisle in der Nacht auf Samstag (ab 4.30 Uhr LIVESCORES) bei den Denver Nuggets den Vorzug geben wird, gab er noch nicht bekannt.

In der "Mile High City" trifft Carlisle auf seinen einstigen Lieblingsschüler Chauncey Billups, den er bei den Detroit Pistons trainierte und der erst zu Wochenbeginn nach Denver transferiert wurde.

Mit dem Trade versuchen die Nuggets und Pistons neue Impulse in ihr "festgefahrenes Spielsystem" - wie es Pistons-Präsident Joe Dumars bezeichnete - zu bringen.

Ein Tausch wäre auch für Dallas eine Möglichkeit, sich ihren Sorgen auf der Shooting-Guard-Position zu entledigen.

Dass auch große Trades so früh in der Saison machbar sind, haben Denver und Detroit bewiesen.

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