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Paul Millsap wurde 2006 an 47. Stelle von den Utah Jazz gedraftet © getty

Die Heat haben das Spiel gegen Utah zur Pause schon gewonnen. Doch dann dreht Millsap auf - und "Miami Thrice" geht die Flatter.

Von Marcus Giebel

München - LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh wollten es nicht glauben.

Als die Schlusssirene in der AmericanAirlines Arena ertönte und die Anzeigetafel von der dritten Saisonpleite der Miami Heat kündete, stand das Triumvirat wie versteinert auf dem Parkett.

Es fühlte sich einfach so unwahr an, was da in den letzten Minuten der Partie gegen die Utah Jazz passiert war. (DATENCENTER: Der NBA-Spielplan)

Das Team aus Salt Lake City hatte die Heat mit unbändigem Einsatzwillen entzaubert und mit dem 116:114 in der Overtime die erste Heimpleite dieser NBA-Saison beigebracht.

22-Punkte-Führung verspielt

Dabei war das Spiel zur Pause eigentlich schon entschieden: Mit einer 51:32-Führung der Gastgeber gingen beide Teams in die Kabine.

Doch danach schien Miami wie von allen guten Geistern verlassen. 42 Punkte schenkten die Gäste ihnen allein im vierten Abschnitt ein. 310058(DIASHOW: NBA-Woche drei)

Nach und nach verspielte das Team von Coach Erik Spoelstra den Vorsprung, der zwischenzeitlich einmal 22 Punkte betragen hatte.

Millsap wie einst Jordan

Auch der ehemalige Hertener konnte sich den Auftritt nur schwer erklären: "Es gibt in der Saison einfach Momente, in denen man so etwas erlebt."

Die Unkonzentriertheiten der Heat nutzte vor allem ein Mann aus: Paul Millsap. Der 25-Jährige absolvierte das Spiel seines Lebens, erreichte mit 46 Punkten einen Karrierebestwert.

Nur sieben andere Spieler hatten den Heat jemals so viele Zähler eingeschenkt - darunter auch Michael Jordan.

Sprachloser Matchwinner

Er war vor allem zur Stelle, als es darauf ankam. Mit acht lagen die Jazz 28 Sekunden vor Ende des vierten Viertels hinten.

Doch Millsap, der alle seine drei Dreierversuche verwandelte, brachte sein Team in dieser Phase mit elf Zählern in die so triumphale Verlängerung.

Dabei hatte er selbst schon nicht mehr daran geglaubt: "Ich bin sprachlos, dass wir gegen so ein Team zurückgekommen sind und noch gewonnen haben."

29. Triple-Double für James

Die Konkurrenz konnte nur staunen. "Er war on fire", befand Wade und Bosh meinte: "Ich habe ihn vorher noch nie Dreier werfen sehen."

Ebenfalls stark bei Utah: Deron Williams mit 21 Punkten und 14 Assists. Andrei Kirilenko traf hingegen nur fünf seiner zwölf Versuche aus dem Feld und kam auf 16 Zähler.

Da fielen die 39 Punkte von Wade auf Heat-Seite nicht weiter ins Gewicht. James gelang zwar sein 29. Triple-Double (20 Punkte, 14 Assists, 11 Rebounds), doch der "King" traf nur miserable 5 von 18 Versuchen aus dem Feld. Bosh blieb bei 17 Zählern stehen.

Wade: "Als Team in Panik geraten"

"Ich denke, wir sind als Team ein bisschen in Panik geraten", versuchte Wade die schwache zweite Hälfte zu erklären.

So blieb es Francisco Elson überlassen, den vierten Saisonsieg der Jazz mit zwei Freiwürfen 0,4 Sekunden vor Ende der Overtime perfekt zu machen.

Doch die Heat hatten sich trotz der Nachlässigkeiten und des aufgedrehten Millsap selbst zuzuschreiben, dass es nichts wurde mit dem achten Heimsieg in Folge über die Jazz.

House vergibt letzten Heat-Versuch

Allein in den letzten beiden Minuten der Overtime gingen fünf Versuche daneben, mit der Schlusssirene vergab Eddie House die letzte Chance.

So stellte Bosh ernüchtert fest: "Wir sind verunsichert aus der Pause gekommen. Wir hatten die Chance sie zu demoralisieren, aber wir haben es nicht geschafft."

James hingegen zollte dem Gegner Respekt: "Jerry Sloan ist einer der besten Trainer der Liga. Er wusste immer, was wir vorhatten." Und hatte mit Millsap die passende Antwort parat.

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