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Nowitzki und Tyson Chandler (r.) stoppen Memphis' O.J. Mayo © getty

"Dirkules" verletzt sich beim Gastspiel in Memphis am Knöchel, was Dallas nicht von der wohl besten Saisonleistung abhält.

Von Martin Hoffmann

München - Es war ein Bild, das Angst und Schrecken bei den Fans der Dallas Mavericks auslösen musste: Dirk Nowitzki humpelte vom Feld.

Bei einem Korbversuch der Memphis Grizzlies war der deutsche Superstar vier Minuten vor der Halbzeitpause auf Marc Gasols Fuß gestiegen und hatte sich dabei den Knöchel verdreht.

Es waren Minuten des Zitterns, die folgten. Doch Nowitzki kam wieder - und wie.

Mit bandagiertem Knöchel spielte "Dirkules" nach der Pause wieder und führte sein Team zu einem 106:91-Auswärtssieg310058(DIASHOW: NBA-Woche drei).

"Er verändert die Geometrie des Spiels"

"Es fühlte sich nicht gerade toll an", meinte Nowitzki zum Zustand seines verstauchten Knöchels: "Aber nach ein paar Mal Hin- und Herlaufen ging es."

Zwölf Punkte und zehn Rebounds hatte der einbeinige Nowitzki am Ende gesammelt, doch die bloßen Zahlen wurden seiner Rolle nicht gerecht (Der SPORT1-Nowitzki-Watch).

"Seine Präsenz auf dem Spielfeld verändert die Geometrie des Spiels", versuchte Rick Carlisle es mathematisch zu erklären: "Selbst wenn er nicht am Ball ist."

Dallas' Trainer bezeichnete Nowitzki in einer unübersetzbaren Wendung als "so tough, it is ridiculous".

Terry lobt die MVP-Härte

Nowitzkis Zähigkeit versetzte auch seine Fans und Mitspieler ins Staunen: Als "wahren Krieger in jedem Sinne des Wortes würdigte ihn ein Leser der "Dallas Morning News".

Teamkollege Jason Terry erkannte in Nowitzkis Biss auf die Zähne "die Härte, die ihn zum MVP gemacht hat und uns jedes Jahr 50 bis 55 Spiele gewinnen lässt".

"Dirkules" sei ein Anführer: "Und wenn er so etwas tut, kann man nicht anders, als ihm zu folgen."

Nowitzki hatte also auch seinen Wert als Inspirationsquell bei dem, was "ESPN" als "vielleicht kompletteste Leistung" der Mavericks in dieser Saison würdigte (DATENCENTER: Der NBA-Spielplan).

Terry und Marion treffsicher

Terry war von der Bank kommend mit 25 Punkten bester Werfer der Partie, der Shooting Guard traf bei 11 von 16 Versuchen aus dem Feld.

Ähnlich zielsicher zeigte sich Shawn Marion, der für den am Rücken verletzten Caron Butler startete und auf eine Wurfquote von 10 aus 15 kam.

"Zum Glück hat jeder ein phänomenales Spiel gemacht", meinte Nowitzki.

18:5-Lauf als Vorentscheidung

Der fünfte Saisonsieg und der dritte Erfolg im dritten Auswärtsspiel der Texaner geriet so nie in Gefahr.

Die Halbzeitführung von 55:50 war nach einem 18:5-Lauf im dritten Viertel auf 18 Punkte ausgebaut. Davon erholte sich Memphis nicht mehr.

Dallas überzeugte mit einer starken Wurfquote von 54,1 Prozent, mit starker Defensive und großer Sicherheit am Ball.

"Konnten sie nicht aufhalten"

Nur vier Turnover leisteten sich Nowitzki und Co. gegen das Team, das vorher den Ligabestwert von 12,5 Steals pro Spiel gesammelt hatte - genau 12 waren es beim Sieg in Dallas Ende Oktober.

"Wir konnten sie nicht aufhalten", musste Memphis-Guard Mike Conley einräumen.

Und so konnte Nowitzki seinem lädierten Fuß in den letzten acht Minuten doch noch eine Ruhepause gönnen.

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