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Dwyane Wade spielt seit seinem Draft im Jahr 2003 für die Heat © getty

Miami zeigt gegen Indiana die schlechteste Saisonleistung, Wade erlebt mit einer Fehlwurfquote von über 90 Prozent ein Debakel.

Von Martin Hoffmann

München/Miami - Dwyane Wade blieb noch eine Weile am Mittelkreis stehen und blickte fassungslos ins Leere.

Was er zu verdauen hatte, war nicht nur das schlechteste Spiel der Miami Heat seit Beginn der Ära James - Wade - Bosh.

Die 77:93-Heimpleite gegen die Indiana Pacers war auch für ihn persönlich das wohl schlechteste Spiel seiner Karriere. Von 13 Würfen aus dem Feld versenkte er nur einen. Fehlwurfquote: 92,3 Prozent 313078(DIASHOW: NBA-Woche vier).

Treffunsicherer war er noch nie, wenn er häufiger als zehn Mal auf den Korb gezielt hatte. Und die drei Zähler, auf die er schlussendlich kam, bedeuteten den drittschlechtesten Wert seiner Laufbahn (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

Verletzung keine Ausrede

Bei der Niederlage gegen die Memphis Grizzlies hatte Wade noch mit einer Handgelenksverletzung pausiert und seine Hand musste auch nach dieser Partie bandagiert werden.

Auf die Schmerzen wollte es der 28-Jährige aber nicht schieben: "Ich habe schon in schlechterem Zustand gespielt. Sie hatten keinen Einfluss auf meine Leistung."

Dabei war es eben nicht nur Wade, der bei Miamis sechster Niederlage im 14. Saisonspiel von der Rolle war.

Katastrophale Werte

Das Starensemble war den keinesfalls hochklassigen Gästen in fast allen Belangen unterlegen - und musste sich dafür Buhrufe der eigenen Fans anhören.

Die Heat griffen nur 39 Rebounds ab (Indiana: 48), leistete sich 22 Turnovers (13), holten in der "Paint" nur 18 Punkte (38) und kamen auf lediglich vier Zähler von den Bankspielern (44).

Mit einem 29:11-Lauf im zweiten Viertel gewannen die Pacers die Kontrolle über das Spiel - und gaben sie nicht mehr ab.

Bezeichnend für Miamis derangierten Zustand war eine Sequenz im dritten Viertel, als es den Heat quälende 54 Sekunden nicht gelang, den Ball aus dem Besitz der Pacers zu bringen - was im Basketball mehr als eine halbe Ewigkeit ist.

Haslem vermisst

"Manchmal hat man einfach Spiele, in denen nichts richtig läuft", musste Trainer Erik Spoelstra zähneknirschend feststellen.

Seinem Team fehlte die Präsenz des verletzten Udonis Haslem sichtlich, die gut aussehenden Statistiken von LeBron James (25 Punkte) und Chris Bosh (21 Punkte, elf Rebounds) waren ohne Wert.

James hatte auch sechs Turnover zu verantworten. Als Bosh auf dem Feld stand, kassierte sein Team 22 Punkte mehr, als es warf.

Bester Mann auf dem Platz war Indianas Danny Granger, der in allen wichtigen Statistiken Top-Akteur seines Teams war: 20 Punkte, elf Rebounds, sechs Assists, drei Steals, ein Blocked Shot.

James: Nicht genug Spaß

Die Heat-Akteure versuchten den Desaster-Abend schnellstmöglich abzuhaken.

"Das ist nicht das Ende der Welt", meinte der gebeutelte Wade: "Wir wissen schon, dass wir besser werden müssen."

Woran die unerwartet großen Startschwierigkeiten liegen, meint James derweil erkannt zu haben:

"Man muss Spaß haben, bei dem was man tut. Und ich glaube nicht, dass ich den bisher in dieses Team gebracht habe."

An diesem Abend ganz gewiss nicht.

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