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LeBron James und Chris Bosh wechselten im Sommer 2010 zu den Miami Heat © getty

Der L.A.-Coach glaubt, James und Bosh würden ihren Trainer absägen - und Riley zum Comeback beknien. Van Gundy ist entrüstet.

Von Olaf Mehlhose

München - Erik Spoelstras Tage als Coach der Miami Heat sind gezählt - zumindest wenn es wenn es nach Trainer-Legende Phil Jackson geht.

Der Meistercoach der Lakers glaubt, dass Pat Riley auf Wunsch von Chris Bosh und LeBron James ein Comeback auf der Trainerbank geben wird, sollten sich nicht kurzfristig Erfolge einstellen. 313078(DIASHOW: NBA-Woche vier)

Der durchwachsene Start der Heat sage aber auch einiges darüber aus, was passiere wenn ein Klub "einige talentierte Spieler ohne ein Fundament" verpflichte, sagte Jackson bei "ESPN".

Orlando-Magic-Coach Stan van Gundy hingegen nannte Jacksons Kommentare nach dem Sieg über Miami "unangemessen" und "ignorant". Es sei rein hypothetisch, über eine Ablösung Spoelstras zu spekulieren. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Wieder eine Van-Gundy-Situation"

Jackson rechnet damit, dass die Initiative für einen Trainerwechsel von den beiden neuverpflichteten Stars ausgehen werde.

"Früher oder später werden die Spieler - Chris Bosh und LeBron James - zu Präsident Pat Riley und Besitzer Micky Arison gehen und sagen: 'Wir glauben, du (Pat Riley, d. Redaktion) kannst das Team besser coachen. Wir hoffen, das ist möglich', oder irgendetwas in der Art", erklärte der 65-Jährige.

"So sehe ich die Dinge", sagte Jackson: "Wenn sich die Lage nicht schlagartig verbessert, könnte es wieder eine Van-Gundy-Situation geben.

Damit spielte der elfmalige Meistertrainer auf die Saison 2005/06 an, als Van Gundy bei den Heat nach 11 Siegen aus 21 Spielen seinen Hut nehmen musste und durch Riley ersetzt wurde. Allerdings hatte der Coach immer betont, er sei zurückgetreten, um mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen.

"Phil hat keine Ahnung"

Jacksons Aussagen brachten van Gundy auf die Palme.

"Phil hat keine Ahnung, wie die Van-Gundy-Situation war. Ein Vergleich mit meiner Lage ist wertlos, da er nicht wusste, was los war", wetterte der Magic-Coach.

Auch Jacksons Spekulationen über Spoelstras Zukunft bei Miami stießen dem 51-Jährigen bitter auf.

"Mutmaßungen über eine Situation anzustellen, die er nicht kennt, ist unangemessen und ignorant", sagte van Gundy: "Wenn sich Phils Beziehung zu Pat nicht drastisch geändert hat, reden die beiden nicht oft miteinander. Deshalb bezweifle ich, dass er weiß, was in Miami vorgeht."

Spoelstra bleibt gelassen

Spoelstra nahm Jacksons Kommentare im Gegensatz zu seinem Trainer-Kollegen gelassen.

"Jeder hat etwas über uns zu sagen", sagte der 40-Jährige: "Es gibt bestimmt viele Leute, die etwas über mich zu sagen haben - auch andere als ihn."

Der Vergleich mit van Gundy brachte den Heat-Coach sogar zum Lachen: "Ich bin Single, ich kann das Team also nicht verlassen, um öfter mit meiner Familie zusammen zu sein."

Wade irritiert

Dwyane Wade hingegen ärgerte sich über Jacksons Äußerungen.

"Es ist schon überraschend, wenn ein Trainer so über einen Kollegen redet. Für mich waren die Bemerkungen unglücklich", sagte der 28-Jährige.

Allerdings musste Wade auch eingestehen, dass sich der Lakers-Coach über die Jahre das Recht erwoben habe, seine Meinung zu äußern - schließlich ist der "Zen Master" elfmal als Trainer und zweimal als Spieler Champion geworden.

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