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Manu Ginobili spielte von 1998 bis 2002 in Italien bei Reggio Calabria und Bologna © getty

San Antonio dreht in New Orleans ein verloren geglaubtes Spiel. Die Pacers beenden einen elfjährigen Fluch gegen die Lakers.

Von Rainer Nachtwey

München/New Orleans - Drei Minuten sind im dritten Viertel gespielt: Die New Orleans Hornets gehen durch einen Dreier von Marco Belinelli mit 68:51 gegen die San Antonio Spurs in Führung.

Die New Orleans Arnea bebt, die Fans feiern ihre Spieler.

Nur zehn Minuten später ist es totenstill in der Halle. Nach Gary Neals Ausgleich per Dreier zum 77:77 ist der Jubel verebbt, das Publikum schweigt, es staunt nur.

Doch das sollte nicht alles sein. Weitere sechs Minuten später bringt Richard Jeffersons Drei-Punkt-Spiel die Spurs mit 101:86 in Front, das Spiel ist auf den Kopf gestellt.

Am Ende siegt San Antonio mit 109:95 (26:34, 18:27, 28:16, 37:18).

Hill stößt Drohung aus

"Aus irgendwelchen verrückten Gründen sind wir eine Mannschaft der zweiten Hälfte. Erst lassen wir die Punkte zu, und in der zweiten Halbzeit machen wir hinten dicht", führte George Hill aus (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

"Wenn wir von Beginn an so verteidigen würden... Dann müsste sich jeder auf ein schreckliches Jahr einstellen."

Und Manu Ginobili, der mit 15 seiner 23 Punkte in der zweiten Hälfte zum Matchwinner avancierte, legte nach: "Wenn man nur die zweite Hälfte betrachtet, haben wir mit 30 geführt."

Popovich analysiert ganz cool

Weit pragmatischer sah es Spurs-Coach Gregg Popvich. "Ich habe erkannt, dass wir mit 17 Punkten im Rückstand lagen, deshalb habe ich in der Verteidigung etwas umgestellt", sagte der Trainer.

"Danach haben wir auch noch besser getroffen, aggressiver und körperbetonter gespielt, einfach besser dagegengehalten." 315872(DIASHOW: NBA-Woche fünf)

Vor allem den Schwung aus der Aufholjagd vom dritten Viertel nahmen die Spurs mit in den letzten Abschnitt. In den ersten fünf Minuten trafen sie alle ihre neun Wurfversuche, während sich die Hornets einen Ballverlust und Fehlwurf nach dem anderen leisteten.

Paul nimmt Schuld auf sich

New Orleans' Aufbauspieler Chris Paul nahm anschließend die Schuld auf sich. "Wir hätten im Angriff das Tempo erhöhen müssen. In der ersten Halbzeit haben wir es richtig gemacht, aber in der zweiten waren wir zu langsam. Es wäre meine Aufgabe gewesen."

Zudem stellte er fest, dass beim Abwehrverhalten die Intensität deutlich nachgelassen habe.

Für New Orleans bedeutete das 95:109 die erste Heimniederlage der Saison, San Antonio wahrte seine Weiße Auswärtsweste.

SPORT1 fasst weiteres Geschehen aus der NBA zusammen.

Los Angeles Lakers - Indiana Pacers 92:95 (45:51)

Seit Oktober 1999 spielen die Los Angeles Lakers im Staples Center, jedes Mal waren die Auswärtsreisen nach L.A. für die Indiana Pacers eine Tortur.

Selbst zu Zeiten von Reggie Miller setzte es jedes Mal für die Mannschaft aus Indianapolis eine Niederlage.

Selbstvertrauen für Auswärtstrip

Dank Roy Hibberts 24-Punkte, 12-Rebounds und sechs Assists beendeten durch das 95:92 (23:26, 28:19, 26:24, 18:23) die Pacers nach elf erfolglosen Versuchen ihren Staples-Center-Fluch.

"Nach L.A. zu kommen und den Champion in seiner Halle zu schlagen, ist für uns etwas Besonderes", sagte Danny Granger und blickt bereits auf die anstehenden Partien: "Das gibt uns für unseren Westküsten-Trip viel Motivation und Selbstvertrauen."

Hibbert bibbert vor Bryant

Den Lakers reichten selbst 41 Punkte von Kobe Bryant nicht. Für den Starspieler war es die Saisonbestleistung, allerdings vergab er auch in den Schlusssekunden zwei Dreierversuche, die den Ausgleich beschert hätten.

"Da ist mir das Herz in die Hose gerutscht", sagte Matchwinner Hibbert. "Er ist einer, der den Sack zu macht. Er ist die 'Black Mamba'."

Denver Nuggets - Phoenix Suns 133:130 (68:57)

"Das war ein Spiel zum Genießen, nur nicht für die Trainer, die für die Verteidigung verantwortlich sind", brachte es Denvers Coach George Karl nach dem 133:130 (31:18, 37:39, 37:32, 33:44)-Sieg seiner Nuggets gegen die Phoenix Suns auf den Punkt.

Bei der Partie mit den höchsten Punkteausbeute der Saison mussten die Gastgeber sogar auf ihren Starspieler Carmelo Anthony verzichten.

Doch schadete es den Nuggets nicht. Für den grippekranken Anthony, der nach drei Minuten aufgab, sprang J.R. Smith in die Bresche. Der Flügelspieler erzielte 30 Zähler

Gentry flüchtet in Sarkasmus

"Ohne Melo sind wir weniger auszurechnen", sagte Aufbauspieler Chauncey Billups. "Wenn er dabei ist, überlässt du ihm das dirigieren. Für die Suns war es deshalb bestimmt schwerer, weil sie nicht wussten, was wir tun."

Phoenix' Trainer Alvin Gentry begründete die Niederlage mit mangelnder Verteidigung. "Wie willst du denn ein Spiel gewinnen, wenn du niemanden deckst? Du musst einen Spieler verteidigen", sagte Gentry und flüchtete mit einem Lächeln in Sarkasmus: "Und selbst wenn wir nur Trainer Karl verteidigt hätten."

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