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Chandler wechselte im Juli für Dampier, Carroll und Najera zu den Mavericks © getty

Vom Reservist zum Co-Star: Tyson Chandler dreht bei den Dallas Mavericks auf und hat großen Anteil am Höhenflug der Texaner.

Von Rainer Nachtwey

München/Dallas - Tyson Chandler sprang von der Bank auf, bejubelte den Korberfolg und forderte das Publikum zu euphorischem Klatschen auf.

So eben hatte sein Ersatzmann Brendan Haywood die Dallas Mavericks gegen die Houston Rockets mit einem Sprungwurf aus der Mitteldistanz mit 21 Punkten zum 99:78 in Führung geworfen.

Am Ende gewannen die Mavericks zwar nur mit zehn Zählern Vorsprung (101:91), bauten ihre Siegesserie von sechs Spielen am Stück weiter aus.

Mit nun mit 13 Siegen bei vier Niederlagen weisen die Texaner gemeinsam mit Meister Los Angeles Lakers nach den San Antonio Spurs (14:2) die zweitbeste Bilanz der NBA auf. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Carlisles "Emotional Leader"

Bei den Mavericks läuft es derzeit einfach rund. Und großen Anteil daran hat jener Tyson Chandler, in dem Carlisle seinen "Emotional Leader" sieht.

Chandler steht gemeinsam mit Dirk Nowitzki, der in der vergangenen Woche zum "Player of the Week" gekürt wurde, für den derzeitigen Erfolg. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Daher freute sich auch Carlisle, dass er seinen Leistungsträgern gegen die Rockets eine längere Ruhepause gönnen konnte.

Herz und Seele der Defense

"Ich möchte Tyson nicht zu viele Minuten zumuten, denn seine Spielweise ist unglaublich intensiv", sagte der Coach und lobte den Neuzugang der Charlotte Bobcats in höchsten Tönen.

"Tyson hat sich bei uns zum Herz und zur Seele unserer Verteidigung entwickelt", führte Carlisle aus. Mit Chandler hat sich die Mavericks-Defense, in den letzten Jahren zumeist der Schwachpunkt, zur zweitbesten der Liga entwickelt.

Grandioser Auftakt gegen Miami

Aber nicht nur in der Verteidigung, auch in der Offense hat der 2,16-Meter-Riese einiges zu bieten. Gegen San Antonio überzeugte er mit 19 Punkten nicht nur in der Defensive, sondern auch im Angriff.

Auch gegen die Miami Heat glänzte Chandler, als er mit 9 der ersten 11 Punkte und 7 Rebounds den Grundstein für den am Ende knappen Erfolg legte. (STATISTIK: Die Tagesbesten)

Chandler statt Jefferson

Der Weltmeister mit den USA hat sich neben Nowitzki zum Leistungsträger bei den Mavericks entwickelt.

Und es scheint sich auszuzahlen, dass die Mavericks auf den 28 Jahre alten Weltmeister setzten, anstatt zwei Erstrunden-Picks für Al Jefferson an die Minnesota Timberwolves abzugeben.

"Er bringt so viel Energie mit und spielt mit einer überschwänglichen Freude", schwärmt Carlisle von seinem Nummer-Eins-Center.

Haywood als Starter verdrängt

Dabei galt Chandler zu Saisonbeginn gar nicht als Starter, vielmehr sollte er sich als Backup mit Brendan Haywood die Minuten teilen.

Aber Haywood schwächelt derzeit, und Chandler nutzt seine Einsatzzeit eindrucksvoll. 16,7 Punkte und 14,3 Rebounds erzielte er aus den drei Spielen vor dem Houston-Spiel.

Gegen die Rockets durfte er sich das komplette letzte Viertel ausruhen, kam so nur auf 23 Minuten Spielzeit.

Keine Probleme als Backup

Trotz des Wechsels in die Startfünf kommt Chandler und Haywood bestens miteinander aus, wie Chandler betont. Nicht nur auf dem Platz, auch privat. Und er halte beide zusammen für eines der besten Center-Duos der Liga. 318768(DIASHOW: NBA-Woche 6)

Daher habe er auch kein Problem, sollte er in die Backup-Rolle schlupfen. Dies habe er bereits vor der Saison betont.

"Wir haben alle dasselbe Ziel. Daher habe ich kein Problem, zurückzustecken", sagt Chandler. "Wenn du deine Leistung bringst, findet der Trainer einen Platz für dich."

WM als Saisonvorbereitung

Derzeit profitiere er noch von WM im August, sagt Chandler. Dies sei eine ideale Vorbereitung auf die Saison gewesen, und daher sei er in Topform.

Aber Chandler begeistert nicht nur mit seinen sportlichen Vorzügen, eben auch als "Emotional Leader".

Das unterstreicht Carlisle noch einmal, als er auf Chandlers Leistungen angesprochen wird. "Man merkt ihm seine Freude an, mit den Jungs hier zu spielen. Er reißt alle mit. Und wir sind auch sehr froh darüber, dass er bei uns ist."

Scherzen mit Terry

Wie sehr sich Chandler darüber freut, ein Maverick zu sein, erkennt man vor allem an seinen Späßen und Sprüchen, mit denen er für lockere Stimmung in der Umkleide-Kabine sorgt.

So rief er Jason Terry nach dem Sieg über die Spurs, als er 13 seiner 16 Freiwürfe verwandelt hatte, zu: "Jetzt wissen wir, wer als nächstes unsere technischen Freiwürfe nimmt."

Chandlers Freiwurfquote über seine gesamte neunjährige NBA-Karriere liegt bei 62 Prozent, Terrys bei 84.

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