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Dirk Nowitzki (r.): "Die Mechanismen müssen sich weiter einspielen" © getty

In den Höhen von Denver offenbaren die Mavericks taktische Schwächen. Jetzt geht es nach Los Angeles - ein göttliches Zeichen?

Von Julian Ignatowitsch

München - Rocky ist ein brutaler Actionfilm, Engel sind himmlische Gestalten des Glücks. Das sollte den Dallas Mavericks Mut für die kommenden Aufgaben machen.

Denn nach der unglücklichen Pleite in Denver in den Höhen der Rocky Mountains reisen die Mavericks direkt weiter in die Stadt der Engel zu den Clippers. Anchließend kommen die Lakers nach Texas. Nur Zufall oder vielleicht doch ein göttliches Zeichen?

Die Klänge in Denver dürften Dirk Nowitzki und Co. jedenfalls mehr an die Tompeten von Jericho erinnert haben.

Ein Foul, ein Pfiff, zwei Freiwürfe. Diese Ablauffolge müssten den Dallas Mavericks nach dem Spiel bei den Denver Nuggets nur allzu gut in Erinnerung geblieben sein.

40 Freiwürfe für Denver

Denn letztlich war es das ungeschickte Abwehrverhalten - gepaart mit den vielen unnötigen Ballverlusten -, das die Mavs den dritten Saisonsieg kostete.

Ganze 40 (!) Mal traten die Spieler der Nuggets den Gang an die Freiwurflinie an - und trafen 37 Mal. Damit erzielten sie auf diesem Weg fast drei Mal so viele Punkte wie ihr Gegner.

"Das waren gefühlte 100 Freiwürfe für Denver. Wir haben dagegen viel zu wenig Fouls provoziert", kritisierte Dirk Nowitzki in Richtung seiner Mannschaftskameraden.

(Zu) häufig aus der Distanz

Schon in San Antonio kamen die Mavs zu deutlich weniger Freiwürfen als der Gegner. Und das nicht ohne Grund.

Denn während die Kontrahenten das Spiel in der Zone forcierten, versuchten es die Mavericks zuletzt (zu) häufig aus der Distanz: 35 Dreierversuche standen in Denver zu Buche.

Für Trainer Rick Carlisle keine angemessene Zahl. "Wenn wir in Rückstand geraten, dürfen wir nicht überhastet abschließen. Wir müssen weiter den direkten Weg zum Korb suchen", stellt er klar.

Terry als Schütze Nummer drei?

Bestes Beispiel war Jason Terry: Während der 31-Jährige 62 Prozent seiner Würfe von innerhalb traf, kam er bei den Dreiern nur auf 25 Prozent.

Insgesamt erzielte Terry 20 Punkte und ist damit auf dem besten Weg, sich in Sachen Scoring als Nummer drei hinter Nowitzki und Josh Howard zu etablieren.

"Wir brauchen einen dritten verlässlichen Schützen", betont Nowitzki. "Jet kann diese Rolle ausfüllen. Wir brauchen seine Energie, seine Schnelligkeit und seinen Enthusiasmus. Er muss noch mehr aus sich herausholen." In den vergangenen drei Spielen erreichte Terry einen Punktedurchschnitt von 22,6.

Stackhouse außer Form

Außer Form ist dagegen Jerry Stackhouse. Der 34-Jährige warf in Denver achtmal auf den Korb und verbuchte nur zwei Punkte.

Sein Schnitt liegt bei absolut indiskutablen 2,3 Zählern pro Spiel und einer Trefferquote von 16,7 Prozent.

"Das ist sehr hart für ihn und sehr hart für die Mannschaft. Wir arbeiten an seiner Form. Ich weiß, was er kann", macht Carlisle Mut.

Nowitzki: "Noch einige Rückschläge"

Schon in den ersten fünf Spielen haben die Mavericks von grottenschlecht bis kongenial alles gezeigt, was die Mannschaft ausmacht. Jetzt gilt es Konstanz zu finden.

"Trainer und Spieler lernen sich immer noch kennen. Die Mechanismen müssen sich weiter einspielen", beschreibt Nowitzki den Prozess.

"Es werden sicherlich noch einige Rückschläge kommen, aber das darf uns als Mannschaft nicht umhauen", betont der Deutsche.

Nowitzki vs. Kaman

Mit zwei Siegen und drei Niederlagen liegen die Mavs derzeit nur auf Platz vier in der Southwest Division. Von den Rocky Mountains geht es nun also weiter in die Stadt der Engel.

Das Duell mit seinem Nationalmannschaftskollegen Chris Kaman dürfte für Nowitzki von besonderem Stellenwert sein.

Die Clippers sind in ihren sechs Saisonspielen noch sieglos. Den Aufbaugegner wollen Nowitzki und Co. auf keinen Fall abgeben. Denn Hiobsbotschaften gehören an einen anderen Ort.

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