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Rudy Gay erzielte gegen die Lakers 14 Punkte und blockte 6 Würfe © getty

Der amtierende Champion kassiert in Memphis seine dritte Niederlage in Serie. Ron Artest zeigt sich lernwillig.

Von Rainer Nachtwey

München/Memphis - Es dürfte ihm letztlich egal gewesen sein: Mit 15 Punkten und 14 Rebounds entschied Pau Gasol das Duell mit seinem jüngeren Bruder Marc (10 Zähler, 9 Rebounds) für sich.

Doch Jubeln durfte am Ende nur der kleine Gasol.

Denn auch der große Gasol konnte die dritte Niederlage in Folge der Los Angeles Lakers nicht verhindern.

Mit 96:98 (27:27, 22:24, 16:19, 31:28) unterlag der amtierende Champion bei den Memphis Grizzlies (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

Für die Lakers ist es erst das zweite Mal überhaupt, dass sie drei Spiele am Stück verlieren, seit sie am 1. Februar 2008 Pau Gasol von den Grizzlies verpflichtet hatten.

Grizzlies überzeugen als Mannschaft

"Mein Team hat gegen eines der besten Teams der Liga sehr gut mitgehalten. Sogar so gut mitgehalten, dass es sich den Sieg verdient hat", lobte Coach Lionel Hollins seine Truppe.

Was Hollins besonders erfreute: Seine Grizzlies traten als echte Mannschaft auf. Sechs seiner Spieler punkteten im zweistelligen Bereich.

Bei den Lakers hingegen waren in dieser Hinsicht neben Pau Gasol nur Kobe Bryant (29 Zähler) und Ron Artest (12) erfolgreich.

"Unsere Bank hat derzeit ein paar Probleme", erkannte auch Lakers-Coach Phil Jackson.

Jackson lobt Conley

Besonders viel Lob gab es für Mike Conley und Rudy Gay, und das ausgerechnet von den Gegnern. Conley war nicht nur Topscorer der Truppe aus Tennessee, 10 seiner 28 Zähler erzielte er im Schlussabschnitt.

"Wir haben es nicht geschafft, in der Verteidigung vor ihm zu bleiben", analysierte Jackson. "Die großen Jungs haben ihm sehr geholfen, aber er ist auch ein sehr talentierter Spieler."

Artest zeigt sich lernwillig

Spielentscheidend waren am Schluss jedoch nicht Conleys Punkte, sondern eine Defensivaktion von Gay. Der Weltmeister blockte Ron Artests Dreier-Versuch mit Ablauf der Uhr. 315872(DIASHOW: Die Bilder der 6. NBA-Woche).

"Das war einfach nur grandios gemacht", lobte Defensivkünstler Artest den nicht unbedingt für seine Verteidigung bekannten Gegenspieler. "Da kann ich noch was lernen."

Zwei Serien bringen Memphis in Front

Die Partie war ein stetes Hin und Her. 17 Mal wechselte in der ersten Hälfte die Führung, ehe die Grizzlies mit einem 15:4-Lauf in zweite Hälfte starteten und die Führung nicht mehr aus der Hand gaben.

"Das dritte Viertel ist für uns ein echtes Problem", stellte Jackson fest. "Wir sind nach der Pause nicht richtig da, unser Angriff nicht aggressiv genug."

Zwar kamen die Lakers ihrerseits bis zu Beginn des Schlussabschnitts noch einmal auf Zähler heran (65:70), aber eine erneute Acht-Punkte-Serie der Grizzlies ließ den Vorsprung bis kurz vor Schluss zwischen fünf und zehn Zählern pendeln.

Conleys Dreier 1:40 vor Ende der Partie brachte Memphis die 98:91-Führung.

Playoffs als Ziel

Doch die Lakers verkürzten durch einen Dreier Artests und einen Korbleger Bryants auf zwei Punkte.

Nach Conleys Ballverlust an Gasol hatten die Lajkers sogar die Chance zum Sieg, bis Gay sie mit seinem Block zunichte machte.

"Unsere Spielweise ist eher defensiv, und wir versuchen das in jedem Spiel umzusetzen", sagte Matchwinner Gay. "Unser großes Ziel sind die Playoffs. Dafür werden wir alles tun."

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