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George Karl begann seine Trainerkarriere 1984 in Cleveland © getty

George Karl setzt sich mit Denver in Toronto ein Denkmal. Rose schießt die Lakers ab, Stoudemire knackt einen Uralt-Rekord.

Von Martin Hoffmann

München - Don Nelson, Lenny Wilkens, Pat Riley, Jerry Sloan, Phil Jackson, Larry Brown - und nun: George Karl.

Der Trainer der Denver Nuggets hat als siebter Coach der NBA-Geschichte den Einzug in den elitären "1000er-Klub" geschafft.

Sein Team bescherte ihm den Jubiläumssieg im dritten Anlauf mit einem 123:116-(74:65)-Erfolg bei den Toronto Raptors (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

Ein historischer Moment, den Fans nahe der Nuggets-Bank mit Verbeugungen würdigten - und den Karl zusammen mit seinem Team in der Kabine auskostete 322221(DIASHOW: Die Bilder der 7. NBA-Woche).

"Friedlichkeit und Zufriedenheit"

Als "Augenblick der Friedlichkeit und Zufriedenheit" beschrieb er hinterher das Beisammensein hinter verschlossenen Türen.

"Während einer Saison fühlen sich Trainer und Spieler oft nicht verbunden, weil sie so viel zu kämpfen haben", erklärte der 59-Jährige: "Das war ein Moment, als auf dem Platz und danach in der Umkleidekabine große Verbundenheit herrschte."

Für Karl und seine Spieler war der Moment noch emotionaler als ohnehin, weil Karl in seinem Leben schon um mehr zu kämpfen hatte als Siege auf dem Platz.

Zwei Siege über den Krebs

2005 überlebte er eine Prostatakrebs-Erkrankung, in diesem Jahr war er an Hals- und Kehlkopfkrebs erkrankt.

"Es ist unglaublich", meinte sein Schützling Chauncey Billups: "Er hat 1000 Siege und den Krebs zweimal besiegt. Das waren seine größten Siege."

Billups trug zu dem Erfolg in Toronto 21 Punkte bei, bester Werfer war aber Al Harrington mit dem Saisonbestwert von 31 Zählern vor Nene (26).

Rose Matchwinner gegen die Lakers

Die Chicago Bulls haben den L.A. Lakers derweil die siebte Saisonniederlage im 23. Spiel zugefügt.

Matchwinner beim 88:84-(36:32)-Heimsieg über den Meister und den ehemaligen Bulls-Coach Phil Jackson war Derrick Rose, der 29 Punkte sammelte, neun Körbe vorbereitete und acht Dreier verwandelte.

In den letzten zwei Minuten präsentierte sich Rose als "Go-to-Guy", der die entscheidenden Würfe versenkte:

Rose erzielte fünf Punkte in den letzten 93 Sekunden, in denen die Lakers nach einem 69:82-Rückstand in der Mitte des letzten Viertels noch bis auf drei Punkte herangekommen waren.

"Ein hässliches Spiel"

Die Bulls-Fans feierten Rose dafür mit "MVP"-Rufen.

Kobe Bryant, der diese Rufe wohl schon so oft gehört hat wie keiner sonst, erwischte nicht seinen besten Tag: 14 seiner 23 Wurfversuche aus dem Feld gingen daneben, 23 Punkte standen zu Buche.

"Es war einfach ein hässliches Spiel", hielt der Lakers-Häuptling fest.

San Antonio weiter obenauf

Bestes Team der Liga bleiben die San Antonio Spurs, die 108:92 (53:48) gegen die Atlanta Hawks gewannen und ihren 19. Sieg im 22. Spiel feierten.

Der Erfolg fußte auf einer homogenen Teamleistung: Alle Startakteure und Ersatzspielmacher George Hill punkteten zweistellig, die höchsten Werte erzielten Richard Jefferson und Manu Ginobili (je 18).

Stoudemire knackt Uralt-Rekord

Gut läuft es auch für die New York Knicks, die nach einem 8:9-Start den siebten Erfolg in Serie gefeiert haben.

Der 101:95-(49:54)-Sieg bei den Washington Wizards wird besonders Amare Stoudemire in Erinnerung bleiben.

Der Neuzugang schaffte ein sehr spezielles Triple-Double aus 36 Punkten, zehn Rebounds und elf Turnovers - das erste seiner Art seit über zwei Jahren. Damals war es Phoenix' Steve Nash, der bei 32 Punkten und zwölf Assists auch zehn Bälle verlor.

New Yorks Triumph war zugleich das siebte Spiel in Folge, bei dem Stoudemire auf über 30 Punkte kam - eine Leistung, die seit Willie Naulls 1962 kein Knickerbocker mehr vollbracht hatte.

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