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Erstrundenpick Noah wurde 2007 von den Chicago Bulls an neunter Stelle gezogen © getty

Herber Rückschlag für den 60-Millionen-Mann. Wegen einer Daumenverletzung fällt der Center Chicago Bulls acht Wochen aus.

München - Viele Jahre galt er vor allem als Sohn eines berühmten Vaters, doch Joakim Noah ist schon lange aus dem Schatten seines alten Herrn herausgetreten.

Die 60 Millionen Dollar für den neuen Fünfjahresvertrag bei den Chicago Bulls sind der knallharte Beweis, dass sich der Sprössling des ehemaligen Tennis-Weltklassespielers Yannick Noah in der NBA inzwischen zum Star gemausert hat. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Doch ausgerechnet jetzt wird der Center von einer Verletzung gebremst.

Corpus Delicti ist der rechte Daumen, acht Wochen wird der hochaufgeschossene 25-Jährige den Bulls fehlen, und das vor allem unter den Körben. 325326(DIASHOW: Die Bilder der 8. NBA-Woche)

Noah ist ein Spezialist in Sachen Rebounds, durchschnittlich hat sich der Franko-Amerikaner in der vergangenen Saison elf pro Spiel gegriffen. Nur sechs andere NBA-Profis waren in dieser Kategorie besser.

Zwei Jahre Eingewöhnung

Noah hat erst nach und nach dieses Niveau erreicht, zwei Jahre brauchte der 2,11-m-Mann, um seine Startschwierigkeiten zu überwinden und richtig in der NBA anzukommen.

Erst in der vergangenen Saison platzte beim selbst ernannten "African Viking" richtig der Knoten. Noah verbesserte sich statistisch in allen Bereichen, der lukrative Vertrag war eine logische Folge.

Lohnende Investition

Der sechsmalige NBA-Champion aus Chicago hat sein Geld gut angelegt, Noah ist in der aktuellen Spielzeit ein weiterer Schritt nach vorn gelungen.

Im Schnitt 14,2 Punkte und 11,7 Rebounds sind für Noah Bestmarken, zuletzt feierte die Nummer neun des Drafts 2007 mit den wieder erstarkten Bulls sieben Siege in Folge.

Operation nicht zu verhindern

Jetzt muss das Team aus der "Windy City" erst einmal ohne seinen Top-Center klarkommen, ein Bänderriss macht eine Operation am lädierten Finger unumgänglich.

"Es ist frustrierend", sagt Noah, der sich bereits Ende November am Daumen verletzt und dennoch weitergespielt hatte. Nach dem Spiel in Toronto ging es aber nicht mehr weiter.

"Ich habe Schmerzen, ich kann nicht trainieren. Die Sache muss in Ordnung gebracht werden, damit ich ins Team zurückkehren kann", sagt der Hoffnungsträger, der aus Yannick Noahs erster Ehe mit einer ehemaligen "Miss Schweden" hervorgegangen ist.

Noah beißt auf die Zähne

Noah, der vor seinem Wechsel in die NBA mit den Florida Gators zweimal den College-Titel gewonnen hatte, biss in den vergangenen Wochen für die Bulls auf die Zähne.

Und erntete dafür reichlich Respekt. "Es war ungewöhnlich, wie stark Joakim trotz seiner Verletzung war. Normalerweise können Spieler mit einem schmerzenden und instabilen Daumen gar nicht mehr spielen", erklärte Bulls-Teamarzt Brian Cole.

Thibodeau bleibt gelassen

Trainer Tom Thibodeau bleibt trotz des Ausfalls seines Stammspielers ruhig.

"Es tut mir leid für Jo, aber es war die richtige Entscheidung. Wir haben genug Spieler, die die entstandene Lücke schließen können", sagt der Coach.

Dennoch wird Thibodeau nicht der Einzige sein, der Noah auf dem Weg zur baldigen Rückkehr fest die Daumen drückt.

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