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LeBron James (l.) wechselte 2010 aus Cleveland nach Miami © getty

Mit einer beherzten Aktion verhindert der Heat-Superstar den letzten Korbleger der Wizards und führt Miami zum 21. Sieg.

Von Barnabas Szöcs

München - Kirk Hinrich konnte sich einfach nicht erklären, wieso sein Wurf nicht im Korb gelandet war.

Ein erfolgreicher Angriff der Wizards in der Schlusssekunde hätte den Sieg gegen Miami bedeutet und die Negativserie Washingtons von sechs Niederlagen in Folge beendet.

Stattdessen holten sich die Heat beim 95:94 (46:47) in der Hauptstadt ihren zwölften Sieg in Folge. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Sechs Sekunden waren noch zu spielen, als Hinrich auf der linken Seite des Feldes nach vorne preschte, zum Sprung ansetzte und womöglich schon den Sieg vor Augen hatte.

James, der Naturwissenschaftler

LeBron James jedoch hatte etwas dagegen, sprang ebenfalls Richtung Korb und behinderte so den stürmenden Hinrich entscheidend. 325326(DIASHOW: Die Bilder der 8. NBA-Woche)

Der Ball berührte nicht einmal den Ring. Auf den Pfiff der Referees wartete das Publikum vergeblich.

"Die Schiedsrichter haben einen schweren Job", so Hinrich: "Aber ich hatte das Gefühl, dass ich gefoult wurde. Auch die Fernsehbilder zeigen, dass es ein offensichtliches Foul war. Ich weiß nicht, was ich sagen soll".

Anders als der Wizards-Pechvogel hatte "King James" eine analytisch-naturwissenschaftliche Antwort parat: "Das ist das Gesetz der Vertikalität. Er ging nach oben, ich ging nach oben."

Wizards mit folgenschwerem Ballverlust

Über die Frage, ob denn sein Team leichte Ermüdungserscheinungen zeige, konnte der Superstar nur schmunzeln: "Müde? Das ist nicht Ihr Ernst".

Mit 32 Zählern wiederholte der MVP der Miami Heat seine Leistung vom Vortag; beim Sieg gegen die New York Knicks war er auf den exakt gleichen Punktestand gekommen.

Fragen mussten sich die Gastgeber auch, warum sie 15 Sekunden vor Ende in Führung liegend (93:91) einen unnötigen Ballverlust verursachten, der Nick Young zu einem überhasteten Foul an James Jones zwang.

Jones verwandelte beide Freiwürfe zum 93:93-Ausgleich, bevor Dwyane Wade kurz darauf zwei weitere Punkte zur Führung Miamis machte.

"Miami Thrice" holen 72 Punkte

Das Heat-Triumvirat um Chris Bosh, Wade (beide 20 Zähler) und James erzielte beim 21. Saisonsieg zusammen 72 von 95 Punkten.

"Man fühlt sich großartig nach solch einem Sieg", schwärmte James: "30 Sekunden vor Schluss lagen wir fünf Punkte zurück und drehen noch die Partie. Solche Erfolge erlebt man nicht so oft."

Sein Coach sah das etwas anders: "Wir haben ein furchtbares Spiel abgeliefert", schimpfte Erik Spoelstra. "Uns hat der Fokus gefehlt."

Bei den Wizards, die ohne John Wall und den 246607nach Orlando getradeten Gilbert Arenas agierten, war Young mit 30 Punkten erfolgreichster Scorer.

Miami führt nach dem Erfolg weiterhin die Southeast Division an, während Washington abgeschlagen den fünften Platz belegt.

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