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Dirk Nowitzki verlor 2006 mit den Mavericks die NBA-Finals gegen Miami mit 2:4 © getty

Nach dem Sieg in Miami nennt Nowitzki einen Schlüssel für den Höhenflug - mahnt aber auch. Er profitiert von seinen Forderungen.

Von Rainer Nachtwey

München/Miami - Der Zeitpunkt von Dirk Nowitzkis Aufschrei war ungewöhnlich gewählt.

Nach dem 9. Sieg aus 13 Spielen prangerte der deutsche Nationalspieler die fehlende Variabilität im Angriff der Dallas Mavericks an.

Zu sehr waren die Texaner auf ihren Starspieler angewiesen.

In den folgenden 13 Siegen aus 14 Spielen stellten die Mavericks jedoch unter Beweis, dass sie mehr sind als Nowitzki allein (DATENCENTER: Alle Ergebnisse) .

Gegen die Miami Heat um die Superstars LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh zeigten sie beim 98:96-Sieg, wie wichtig eine geschlossene Mannschaftsleistung ist.

Wade vermeidet Vergleich mit Dallas

Dies erkannte im Anschluss auch Miamis Wade.

"Zu den Elite-Teams fehlt uns noch viel. Wir müssen erst noch zusammenfinden", analysierte der Heat-Guard, vermied es aber, die Mavericks als Vorbild zu nehmen.

Das könnte er allerdings.

King James bleibt wirkungslos

Denn die Texaner haben gezeigt, dass sie als Mannschaft funktionieren, die Spieler ihre Aufgaben wahrnehmen und einer für den anderen in die Bresche springt - ob in der Defensive oder im Angriff.

Caron Butler und Shawn Marion entzauberten King James, dem in der ersten Hälfte nichts gelang und der sich bereits sechs Minuten vor Abschnittsende entnervt, punktelos und mit drei Fouls sowie vier Ballverlusten vorzeitig seine Ruhephase nahm. (STATISTIK: Die Tagesbesten)

"Wir haben LeBron ein schweres Spiel beschert. Aber trotzdem mussten wir uns steigern und daraus Kapital schlagen", zeigte sich Coach Rick Carlisle nicht gänzlich zufrieden.

Carlisle lobt Abgeklärtheit

Zumal seine Mannschaft ausgerechnet gegen die bis dato nicht groß auftrumpfende Heat-Bank ins Schwimmen geriet. Zweimal ließen die Mavericks einen Lauf der Gäste zu, einmal stand mit Wade nur ein Starter der Heat auf dem Parkett 327661(DIASHOW: Die Bilder der 9. NBA-Woche) .

Der Trainer gewann der Vorstellung dennoch viel Positives ab. "Mir hat es sehr gefallen, wie wir drangeblieben sind. Wir haben ein paar Mal einen Vorsprung verspielt, aber dennoch Ruhe bewahrt."

Chandler der Garnett der Mavericks

Das größte Lob verteilte jedoch Nowitzki an Tyson Chandler. Den Neuzugang aus Charlotte bedachte er mit höchsten Ehren und verglich ihn sogar mit Kevin Garnett. 246607(NBA-Wechselbörse)

"Sein Einfluss auf unsere Defense ist vergleichbar mit KGs, als der nach Boston gewechselt war", sagte Nowitzki.

"Paul Pierce und Ray Allen waren keine großartigen Verteidiger, aber KG mit seiner Energie und seinem Einfluss hat die komplette Mentalität der Verteidigung verändert."

Eine ähnliche Wirkung habe Chandler auf die Mavericks ausgeübt. "Wir haben jetzt eine richtig gute Mischung aus Zonen- und Mann-Mann-Verteidigung", beschrieb Nowitzki das Abwehrverhalten.

Nowitzki erhält Unterstützung

Die Mavericks bestätigten damit erneut Carlisles zuvor getätigte Aussage, in der er seine Mannschaft als gutes, aber nicht als großartiges Team bezeichnete. "Das können wir aber noch werden", meinte Carlisle.

Auch, weil Nowitzki in der Offensive mehr Unterstützung erhält, das Spiel der Mavs nun die geforderte Variabilität aufweist. Und dies schlägt sich auch auf Nowitzkis Zahlen nieder.

Beste Quote der Karriere

Vor allem in Sachen Trefferquote weist der Würzburger überragende Werte auf. Seine 55 Prozent sind Karriere-Bestwert, und er liegt satte 7,5 Prozent über seinem -Durchschnitt (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch).

"Im Moment sind wir in einem Groove", freut sich Nowitzki über die derzeitige Form seiner Mavs.

Noch nichts wert

Allerdings wird er trotz all des Lobes nicht müde, zu mahnen: "Wir dürfen uns drauf nicht ausruhen. Außerdem: Was sagt es schon aus, wenn wir jetzt die Serien der Gegner brechen? Im Dezember nicht viel. Wenn wir das in den Playoffs schaffen, wäre das weit mehr wert."

Bis zur K.o.-Runde liegt jedoch noch eine lange Zeit vor Nowitzki und den Mavericks und seine Mahnungen werden wohl erst beim ersehnten Titelgewinn verstummen.

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