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LeBron James (r.) und Kobe Bryant gewannen gemeinsam 2008 Olympia-Gold in Peking © getty

Miami mauert den Champion in der eigenen Halle ein und beeindruckt. LeBron James entscheidet das Duell der Superstars für sich.

Von Matthias Becker

München - Es war mal wieder die ganz große Bühne, auf der LeBron James zur ganz großen Leistung ansetzte.

Am Weihnachtsabend lief er erstmals im Trikot der Miami Heat bei Titelverteidiger Los Angeles Lakers auf.

Mit einem Triple-Double (27 Punkte, elf Rebounds, zehn Assists) war James beim eindrucksvollen 96:80-Erfolg der Heat gegen die Lakers dann auch der überragende Einzelspieler. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Das Gesprächsthema war nach dieser Demontage trotzdem nicht der MVP.

Es war die erneut bedrohlich starke Defensivleistung der immer besser in Fahrt kommenden Heat.

"Das Rückgrat ist die Defensive"

14 der letzten 15 Spiele hat Miami mit seinem neuen Superstar-Trio James, Dwyane Wade und Chris Bosh an der Spitze nun gewonnen. Nur Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks konnten sich gegen das Team aus Florida zuletzt durchsetzen. 327661(DIASHOW: Die Bilder der 9. NBA-Woche)

In keinem der letzten 15 Spiele gestatteten die Heat ihrem Gegner mehr als 100 Punkte, im Schnitt waren es nur 86,7.

"Das Rückgrat unseres Spiels ist momentan die Defensive, das ist der wichtigste Teil unserer Identität", sagte Bosh.

Und das bekamen die Lakers auch zu spüren. Ganze 14 Punkte konnten sie im heimischen Staples Center im ersten Viertel sammeln. Weder Superstar Kobe Bryant noch Pau Gasol kamen zu einem Korberfolg.

Gerangel zwischen James und Artest

Zwar erzielte Bryant mit zwei Freiwürfen dann die letzten Punkte der ersten Halbzeit. Trotzdem gingen die Heat, in der Offensive angeführt vom in den ersten beiden Vierteln überragenden Bosh (insgesamt 24 Punkte und 13 Rebounds), mit einer komfortablen 47:38-Führung in die Pause.

Für Aufregung sorgten zehn Sekunden vor dem Ende der ersten Halbzeit James und Ron Artest. Die beiden gerieten unter dem Korb der Lakers in ein Gerangel, was von den Referees mit einem technischen Foul geahndet wurde.

"Ich war in einem Headlock und habe nur versucht mich zu befreien", erregte sich James nach dem Spiel über die Szene.

Komfortable Heat-Führung

Grund zur Beschwerde hatte er sonst aber nicht. Denn auch in der zweiten Halbzeit zeigten die Heat, dass sie nach den Startschwierigkeiten in dieser Saison schon zu den Titelanwärtern zu zählen sind.

Mit zehn Punkten (darunter zwei seiner insgesamt fünf Dreier) half James, die Führung bis Ende des dritten Viertels auf elf Zähler auszubauen.

Näher als bis auf acht Punkte kamen die Lakers nicht mehr heran. Nach dem letzten eigenen Zähler durch einen Freiwurf des auffälligen Mario Chalmers (13 Punkte) mehr als zwei Minuten vor Ende der Partie konnten die Heat die Partie locker austrudeln lassen.

Neunter Auswärtssieg in Folge

"Das ist Miami-Heat-Basketball", frohlockte James und lobte die siegbringende Strategie: "Wir sind aufs Feld gegangen, um zu verteidigen. Wir wussten, dass das unsere beste Chance ist, um hier zu gewinnen."

Für den 25-Jährigen war es im 14. Vergleich mit Kobe Bryant der neunte Erfolg, zudem war es für die Heat bereits der neunte Auswärtssieg in Folge.

Mit 23 Siegen und neun Niederlagen belegt Miami hinter den Boston Celtics in der Eastern Conference Platz zwei.

Bryant kritisiert die Teamkollegen

Die Lakers bleiben nach der zweiten deftigen Heimniederlage in Folge mit einer Siegbilanz von 21:9 Dritte im Westen. Das war Bryant (17 Punkte, sechs Rebounds, sieben Assists) aber erstmal egal.

Er war vielmehr stinksauer auf die Teamkollegen. "Unseren Gegnern scheinen diese Spiele wichtiger zu sein als uns", kritisierte Bryant und wunderte sich nach den Titelgewinnen in den vergangenen beiden Jahren über die Einstellung der Kollegen:

"Jeder muss für sich entscheiden was wichtig ist. Das Spiel muss im Vordergrund stehen. Man kann nicht einfach sagen: 'Ich habe zwei Ringe, das reicht'."

Deja-vu für Lakers-Fans

Ein Trost bleibt Bryant und den Lakers aber noch: Auch an Weihnachten 2009 wurden sie von LeBron James, damals noch im Trikot der Cleveland Cavaliers, in der heimischen Halle vorgeführt.

Champion wurde am Ende aber nicht Cleveland - sondern die Lakers.

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