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Dirk Nowitzki (r.) erreichte 2006 mit den Dallas Mavericks das NBA-Finale © getty

Der Ausfall von "Tough Juice" bereitet den Mavericks Kopfzerbrechen. Die Gerüchte brodeln, ein eleganter Ausweg ist versperrt.

Von Martin Hoffmann

München - Mark Cuban ist leichter reizbar geworden in den Tagen nach dem Saison-Aus für Caron Butler.

Das zeigt seine Reaktion auf die Kommentare von L.A.-Lakers-Coach Phil Jackson zum Thema, den er prompt als "Lustknaben" seiner Freundin Jeanie Buss abkanzelte.

Merklich genervt reagierte der Besitzer von Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks auch auf das Thema, das nach dem Patellasehnenriss des Flügelspielers zwangsläufig aufpoppte: das Trade-Thema (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News).

Wie sich Butlers Verletzung in der Hinsicht auswirke, wurde Cuban gefragt. Gar nicht, lautete Cubans Antwort: "Unser Ansatz ändert sich nie." (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Die Spekulationen sprießen

Eine Antwort, die nur scheinbar eine Absage an Transfer-Spekulationen ist - in Wahrheit aber jeden Raum dafür offen lässt.

Denn der Ansatz von Cuban und den Mavericks lautet, ständig Trade-Optionen zu prüfen.

Und so sprießen auch schnell wieder die Gerüchte. Andre "Iggy" Iguodala von den Philadelphia 76ers wird als Ersatzkandidat gehandelt, ebenso Stephen "Captain Jack" Jackson von den Charlotte Bobcats.

Und natürlich Denvers Carmelo Anthony, der in seinem Zweitjob als umherirrendes Gerücht-Gespenst aber ohnehin durch die halbe NBA spukt.

Einer Option beraubt

Bislang sind das alles aber nur vage Ideen: Mit der Umsetzung wird es schwierig. Iguodala steht laut "Hoopsworld" - obwohl wechselwillig - von Klubseite aus nicht zur Verfügung.

Und Star-Trades mit Darstellern wie Anthony sind nach Butlers Ausfall nicht wahrscheinlicher geworden.

Eher umgekehrt: Wäre Butler mit seinem auslaufenden 10,8-Millionen-Vertrag doch ein naheliegender Tauschpartner für einen Handel während der Saison gewesen.

Keine Verletzungs-Ausnahme für Dallas

Für die einfache Variante, um Ersatz für Butler zu beschaffen, war das Timing seines Ausfalls schlecht.

Anders als für Miami nach dem Ausfall von Udonis Haslem eröffnet sich für die Mavericks keine "Disabled Player Exception".

Diese Ausnahmeregelung der NBA-Gehaltsobergrenze "Salary Cap" ist eine Sondererlaubnis für Klubs, die darüber liegen:

Sie können einen Spieler unter Vertrag nehmen, der halb so viel Gehalt wie der verletzte Spieler verdient. Das war aber nur bis Dezember möglich.

Handlungsspielraum: Drei Millionen Dollar

Allerdings gilt für Dallas noch eine andere Regel aus dem komplizierten Gesetzgebungsgestrüpp der NBA: eine "Trade Exception".

Dahinter verbirgt sich der Gehaltsüberschuss aus vergangenen Trades, den Dallas noch in andere Spieler investieren kann: drei Millionen Dollar.

"Abgesehen davon, müssen wir mit dem auskommen, was wir haben", stellte General Manager Donnie Nelson klar. Das ist der aktuelle Kader - minus Rodrigue Beaubois, dem anderen Langzeitverletzten.

Marion springt in die Bresche

Die kleine Lösung nach Butlers Verletzung lautet zunächst: Shawn Marion bekommt seinen verlorenen Stammplatz in der Starting Five zurück.

Und ansonsten müssen die Mavericks vor allem darauf setzen, dass ihr Kader in der Breite die Qualität hat, die sie bislang bei jeder Gelegenheit gepriesen haben.

Butlers Wegfall zu kompensieren, ist aber nicht leicht: 15 Punkte sammelte er im Schnitt pro Spiel, was die Mavericks entweder offensiv oder defensiv auffangen müssen.

Vor allem Center Tyson Chandler gilt als Spieler, der seine Punktausbeute noch steigern kann.

Präsenz fehlt "überall"

Aber es ist eben nicht nur das: Den Mavericks wird die gefürchtete Härte und Präsenz von "Tough Juice" fehlen.

Und das nicht nur auf dem Feld. "Die Fans sehen nicht, was er in der Umkleidekabine für uns tut, im Fitnessraum - überall", klagt Forward Brian Cardinal: "Er ist ein außerordentlicher Verlust.

Cardinal weiß aber auch: "Die Ich-Ärmster-Einstellung können wir uns jetzt nicht leisten."

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