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LeBron James war in dieser Saison bislang 15mal Topscorer einer Partie © getty

"Miami Thrice" hat kein Zielwasser, die Heat schwimmen in Milwaukee. Doch dem heimlichen Star versagen die Nerven - Miami siegt.

Von Marcus Giebel

München - Andrew Bogut war einfach nur niedergeschlagen.

Tief enttäuscht trat der Center nach der 95:101(48:55, 91:91)-Overtime-Schlappe seiner Milwaukee Bucks gegen die Miami Heat vor die Kameras.

Er war kurz angebunden, als er in die Mikrofone sagte: "Wir hatten hier heute unsere Chancen zu gewinnen, aber wir haben sie nicht genutzt."(DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Mit 27 Rebounds war dem Australier ein Karrierebestwert gelungen. Genutzt hat es letztlich nichts.

Bucks ohne Gooden und Jennings

Es war wie immer in dieser Saison. Auch im dritten Vergleich behielten die Heat gegen die ohne die fußverletzten Starter Drew Gooden und Brandon Jennings angetretenen Bucks die Oberhand.

Doch anders als etwa noch beim 101:89 am Dienstag in eigener Halle konnten selbst die Stars des Champions von 2006 den Erfolg nur schwer einordnen.

"Ich weiß selbst nicht, wie wir es wieder geschafft haben", schüttelte Chris Bosh den Kopf, "aber du musst in solchen Momenten einfach den Weg finden, um das Spiel zu gewinnen."

Schwache Quoten der "Miami Thrice"

Dabei hatte Bosh selbst großen Anteil daran, dass die Heat die Partie in der entscheidenden Phase an sich rissen: Zehn seiner 16 Punkte markierte er im letzten Viertel sowie in der Overtime. Dazu kamen zwölf Rebounds.

Auch LeBron James stand mit 26 Zählern und zehn Rebounds letztlich bei einem Double-Double. Mit schwachen Wurfquoten machten sich die "Miami Thrice" das Leben allerdings selbst schwer. 332640(DIASHOW: Die Bilder der 11. NBA-Woche)

Bosh verwandelte lediglich sechs von 16 Versuchen, James sogar nur acht von 23. Noch ungenauer zielte Dwyane Wade (14 Punkte), von dessen 19 Würfen allein vier den Weg durch die Reuse fanden. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Boykins übertölpelt Ilgauskas

So hatte er den Sieg im vierten Viertel in der Hand - doch es war irgendwie ungewohnt. "Ich war noch nie so frei bei einem spielentscheidenden Wurf. Es fühlte sich gut an, als der Ball meine Hand verließ, aber er ging nicht rein", erklärte Wade die Szene, als die Verlängerung besiegelt war.

Zuvor hatte unter anderem der mit gerade mal 1,65 Meter kleinste NBA-Profi Earl Boykins mit einem Layup über Heat-Center Zydrunas Ilgauskas hinweg die Gäste vor 18.717 Zuschauern im Bradley Center ordentlich ins Straucheln gebracht.

Doch im Winter 2010/2011 findet das als Titelfavorit in die Saison gestartete Team aus Florida immer einen Weg. In der erzwungenen Overtime agierte Miami mit der Souveränität eines Teams, das 20 der vergangenen 21 Spiele gewonnen hat.

Spoelstra fühlt schon die Playoffs

So war Coach Erik Spoelstra besonders zufrieden - hätte das Spiel mit vier Technischen Fouls gegen Spieler doch die Intensität eines Playoff-Duells besessen.

"Ich liebe solche Spiele. Dadurch wächst du und kannst viel dazulernen. Meine Jungs mussten heute sehr hart kämpfen und sie haben sich durchgesetzt", freute sich der 40-Jährige.

Denn immerhin jagen die Heat mit nun zwölf Auswärtserfolgen nacheinander weiterhin die ewige Bestmarke der Los Angeles Lakers aus dem Jahr 1971/1972.

Vier Siege bis zur Ewigkeit

Vier Erfolge fehlen noch - angesichts der folgenden Reisen nach Portland, zu den Clippers, nach Denver und anschließend Chicago scheint dies machbar.

"Miami Thrice" würde sich in die Geschichtsbücher werfen und siegen. Da war das Spiel nur ein weiterer Schritt.

Doch die Rekordjagd hätte an diesem Abend in Milwaukee auch ein Ende finden können.

30 Punkte und doch Verlierer

Wenn Chris Douglas-Roberts seine Nerven im Griff gehabt hätte. Der Ersatz-Forward war mit 30 Punkten zwar Topscorer und verpasste seinen persönlichen Rekord nur um einen Zähler.

Doch ausgerechnet ihm unterliefen 26 Sekunden vor Ende des Schlussviertels zwei entscheidende Fehler, als er zweimal von der Freiwurflinie ungenau zielte.

So war er hinterher untröstlich. Auf die Frage nach dem Grund für die Niederlage, sagte er selbstkritisch: "Meine Freiwürfe haben uns den Sieg gekostet."

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