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Tim Duncan wurde im NBA-Draft 1997 als erster Spieler ausgewählt © getty

San Antonio baut seine Spitzenposition weiter aus. Beim Spiel in Minnesota hilft der Heim-Referee allerdings kräftig mit.

Von Eric Böhm

München/Minneapolis - Die NBA hat offenbar keine Probleme mit "Heimschiedsrichtern".

Das 107:96 (63:53) der San Antonio Spurs bei den Minnesota Timberwolves wurde entscheidend von Referee Ken Mauer geprägt.

Der Cousin von Baseball-Star Joe Mauer wurde in St. Paul, Minnesota geboren und muss sich nach dieser Partie vielleicht einen neuen Wohnort suchen. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Denn mit sage und schreibe fünf Technischen Fouls innerhalb einer Zeitspanne von zehn Sekunden brachte er "sein" Team völlig aus dem Rhythmus. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Backup-Bonner überzeugt

In der ersten Hälfte hatte es jedoch noch gar nicht nach einem engen Spiel ausgesehen.

Das beste Team der Liga führte ständig mit einem zweistelligen Vorsprung und ließ die Timberwolves kaum zur Entfaltung kommen.

Vor allem Bank-Spieler Matt Bonner zeigte mit 16 Punkten eine starke Leistung.

Love mit 20/20

Zu Beginn des dritten Spielabschnitts bauten die Texaner die Führung gar auf 16 Zähler aus, ehe Minnesota plötzlich aufdrehte.

Der überragende Kevin Love (20 Punkte, 20 Rebounds) und Luke Ridnour (18 Zähler) brachten die Gastgeber innerhalb kürzester Zeit auf 62:68 heran.

Love lieferte bereits sein sechstes 20/20-Spiel der Saison ab, im letzten Jahr führte Dwight Howard die NBA mit drei solcher Spiele an.

Doch dann nahm das Unheil für die T-Wolves seinen Lauf.

Rambis vom Platz gestellt

Für eine relativ harmlose Geste kassierten Darko Milicic und Corey Brewer gleichzeitig ein technisches Foul.

"Ich habe schon gleichzeitige Technische Fouls gesehen, aber noch nie für Teamkollegen", sagte Michael Beasley. Der Forward kam, gehandicapt durch seine Knöchelverletzung, lediglich auf sieben Punkte.

Coach Kurt Rambis ging zu Mauer und wollte die Entscheidung diskutieren. Nach kurzer Zeit brummte der Referee ihm jedoch zwei Technische Fouls auf, und Rambis musste vorzeitig in die Kabine.

"Sie sind ein routiniertes Team und haben unsere Schwächen gnadenlos ausgenutzt", analysierte der Wolves-Trainer. Zur Schiedsrichter-Leistung wollte er sich dagegen nicht äußern.

"Es war schon seltsam"

Wenige Sekunden später ärgerte sich Kevin Love über ein nicht gepfiffenes Foul von Tim Duncan und holte sich Minnesotas T-Foul Nummer 5 ab.

"So etwas habe ich noch nicht erlebt. Fünf Fouls hintereinander sind einfach verrückt", war Love nach dem Spiel immer noch fassungslos.

Manu Ginobili verwandelte sämtliche folgenden Freiwürfe. Damit war das Spiel praktische gelaufen.

"Es war schon sehr seltsam", musste selbst der Argentinier, der auf 19 Zähler und neun Rebounds kam, zugeben.

Jefferson reicht es

Es war bereits das vierte Aufeinandertreffen der beiden Teams in dieser Spielzeit. Die Spurs gewannen zwar alle Spiele, hatten aber immer wieder große Probleme mit Minnesota.

"Mir reicht es jetzt gegen sie zu spielen. Sie haben uns ganz schön gefordert", zollte Richard Jefferson dem Gegner Respekt.

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