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Mark Cuban kaufte die Dallas Mavericks im Jahr 2000 von Ross Perot © getty

Nach dem Offenbarungseid gegen Detroit schrillen in Dallas die Alarmglocken. Eine Reihe von Verstärkungen sind im Gespräch.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Den bisherigen Saisonverlauf der Dallas Mavericks als Achterbahnfahrt zu beschreiben, wäre noch untertrieben.

Nach einem fantastischen Start mit Siegen gegen San Antonio und Miami, warfen die Verletzungen von Dirk Nowitzki und Caron Butler die Mavs völlig aus der Bahn. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Der deutsche Superstar ist inzwischen zurück, doch die Niederlagenserie hat Spuren hinterlassen.

Mit dem Sieg gegen Titelverteidiger Los Angeles Lakers beschließt Dallas die erste Hälfte, und mit der näher rückenden Trading-Deadline im Kopf suchen die Verantwortlichen händeringend nach Antworten auf die Personalmisere. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Erklärungsnot bei Carlisle

Nach der neunten Pleite aus den letzten elf Spielen gegen die Detroit Pistons explodierte nicht nur Dirk Nowitzki, auch der Coach fand ernste Worte.

"Unsere Situation ist zum Verzweifeln. Wir dürfen keine Entschuldigungen suchen, sondern müssen hart arbeiten. Die Verteidigung muss wieder unsere Stärke werden", sagte Rick Carlisle.

Eile ist in jedem Fall geboten, denn gerade die letzten vier deutlichen Auswärtspleiten gegen unterdurchschnittliche Teams offenbarten sehr viele Schwachstellen.

Immerhin hat Tyson Chandler seine Grippe auskuriert und ist wieder einsatzfähig.

Beaubois vor Rückkehr

Bei den anderen prominenten Mavs im Krankenstand sieht es nicht ganz so gut aus, aber es gibt zumindest positive Anzeichen.

Der Franzose Rodrigue Beaubois, der in dieser Saison wegen einer Fußverletzung überhaupt noch nicht zum Einsatz kam, könnte in zwei Wochen wieder zum Team stoßen.

"Uns fehlt zwar momentan einiges. Ich würde ihn aber nicht zu sehr unter Druck setzen. Er ist schließlich erst 22", relativiert Nowitzki.

Butler widerspricht Saisonaus

Außerdem will Caron Butler noch in dieser Saison zurückkehren.

Der Forward besuchte erstmals seit seiner Knieverletzung wieder das Training der Mavericks und deutete an, dass ein Comeback für die Playoffs im Bereich des Möglichen liegt.

"Ich hatte mit 15 eine ähnliche Verletzung. Damals war ich nach vier Monaten wieder am Ball", sagte Butler.

Cuban beim Training

Auch Teambesitzer Mark Cuban schaute beim Training vorbei.

Da das zuletzt eigentlich nicht mehr so häufig vorkam wie früher, könnte sein Besuch ein Indiz für bevorstehende Verhandlungen sein.

"Die meisten Trades passieren wenige Minuten vor der Deadline. Also werden wir uns jetzt noch nicht verrückt machen", ließ sich Cuban nicht in die Karten schauen.

Wer würde helfen?

Doch welcher Spieler würde den Mavs überhaupt weiterhelfen, und wer ist überhaupt zu haben? Die finanziellen Mittel sind begrenzt und Butler müsste wohl in jedem Fall in einen Tauschhandel eingebunden werden.

Detroits Tracy McGrady wäre wohl auf dem Markt. Es ist allerdings fraglich ob der Pistons-Guard eine sinnvolle Verstärkung wäre, da er auch äußerst verletzungsanfällig ist und noch nie eine Playoff-Serie gewinnen konnte.

Außerdem ist "T-Mac" ebenso wenig auf Butlers Position einsetzbar wie Devin Harris. Den talentierten Spielmacher schickten sie einst für Jason Kidd nach New Jersey. Jetzt sind die Mavericks offenbar an einer Rückholaktion interessiert.

Maggette ein Thema

Stephen Jackson passt da schon besser ins Profil. Der Flügelspieler wurde bereits Anfang Januar mit Dallas in Verbindung gebracht. Der Dreierspezialist wäre für die Texaner der dringend benötigte Scorer.

Allerdings ist er bereits 32 Jahre alt und ihm stehen in den nächsten zwei Jahren etwa 18 Millionen Dollar zu.

Mit den Milwaukee Bucks haben die Mavs laut "ESPN" über Corey Maggette gesprochen. Maggette ist ein kompletter Spieler und wäre mit Sicherheit eine Verstärkung, allerdings ist er sogar noch teurer als Jackson.

Auch Prince eine Möglichkeit

Detroits Tayshaun Prince wäre als kommender Free Agent wesentlich erschwinglicher. Er ist zwar offensiv nicht ganz so stark, bringt jedoch viel Playoff-Erfahrung mit.

Außerdem wollen die Pistons erst einen eventuellen Hamilton-Deal abwarten.

Auch bei Denvers J.R. Smith müsste sich Cuban hinten anstellen, denn bei den Nuggets geht ohne Anthonys Wechsel gar nichts.

Smith wäre der preiswerteste Kandidat und ist der beste Schütze. Seine schwierige Persönlichkeit und Unkonstanz macht ihn freilich auch zum risikoreichsten möglichen Neuzugang.

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