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Hedo Turkoglus Orlando Magic standen bislang zweimal in den NBA-Finals © getty

Orlando geht mit drei zwielichtigen Neuzugängen ein Wagnis ein. Der Trade zahlt sich aus - aber es gibt auch einen Risikofaktor.

Von Olaf Mehlhose

München - Otis Smith ging hohes Risiko.

Der Klubbesitzer der Orlando Magic spekulierte darauf, dass die Präsenz von "Superman" Dwight Howard ausreiche, um die Defense der Magic zusammenzuhalten.

Aus diesem Grund wurden Hedo Türkoglu, Jason Richardson, Gilbert Arenas und der kaum eingesetzte Earl Clark nach Florida geholt und Mikael Pietrus, Vince Carter, Marcin Gortat und Rashard Lewis zu den Phoenix Suns beziehungsweise den Washington Wizards abgegeben.

Nach nunmehr 16 Spielen ist nicht zu verkennen, dass die Magic anscheinend einen lohnenden Tausch gemacht haben. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Vereinsrekord knapp verpasst

Nach dem 99:98 (44:48, 90:90)-Overtime-Erfolg über die Philadelphia 76ers kann Orlando eine Bilanz von 11:5-Siegen mit den neuen Spielern vorweisen.

Doug Collins, Coach der 76ers war voll des Lobes für das neu zusammen gestellte Team: "Sie sind unglaublich schwer zu verteidigen, sie sind viel schwieriger auszurechnen als zuvor."

Zwischenzeitlich waren Howard und Co. drauf und dran einen neuen Vereinsrekord an gewonnenen Spielen in Folge aufzustellen, den sie aber um einen Sieg verpassten. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Offensive als Knackpunkt

Aber vor allem die Art und Weise, in der das Team auftrat, veranlasste die Fans zum Träumen.

Zuvor hatten die Magic mit einigen Problemen zu kämpfen.

Howard war der Fixpunkt in der Defensive, offensiv konnte er das Spiel Orlandos aber nicht immer auf seinen Schultern tragen.

Das lag vor allem daran, dass die Magic mit Jameer Nelson zwar einen guten, aber keineswegs überragenden Spielmacher in ihren Reihen hatten.

Howards Offensivfähigkeiten begrenzt

Und auch Vince Carter war eher für seine Scoring-Qualitäten bekannt als dafür, die Offensive seines Teams zu beflügeln. Die Rolle als Go-to-Guy Orlandos konnte er ohnehin nur selten ausfüllen.

Den Offensiv-Aktionen fehlten Geschwindigkeit und Überraschungsmomente. Howard konnte durch konsequentes Doppeln oder eine "Hack-a-Howard"-Taktik am Punkten gehindert werden.

"D12" verfügt zwar über eine einzigartige Athletik, ist in seinen Angriffsaktionen aber einigermaßen begrenzt.

Türkoglu und Arenas machen Spiel schnell

Die Folge: Wenn die Dreier nicht fielen oder Howard halbwegs ausgeschaltet wurde, bekam das Team Probleme.

Durch die Verpflichtungen von Türkoglu und Arenas hat Orlando nun zwei weitere Spieler im Kader, die den Ball schnell machen können.

Mit Shooting Guard Richardson kam ein Spieler zu den Magic, der im Gegensatz zu Carter blitzschnell von Abwehr auf Angriff umschalten kann und zudem ein exzellenter Drei-Punkte-Schütze ist - 41,1 Prozent in der laufenden Saison.

Dreierquote verbessert

Vor allem Howard wird durch die offensivstarken Verpflichtungen entlastet und bekommt zudem mehr freie Würfe.

Aber auch die Distanz-Schützen profitieren: Durch das schnellere Passspiel werden sie in aussichtsreichere Wurfpositionen gebracht.

Das lässt sich auch statistisch nachweisen: Vor dem Trade trafen die Magic durchschnittlich 8,6 Dreier pro Spiel und verwandelten 35,5 Prozent ihrer Würfe von "Downtown".

Jetzt netzen sie 11,3 pro Partie ein, bei einer Trefferquote von 41,5 Prozent.

Probleme in der Defensive beseitigt?

Die Neuankömmlinge sind im Mannschaftskreis bereits akzeptiert.

"Da ist etwas mit dem Gesicht von Arenas, da will ich einfach nur rein schlagen", sagte J. J. Reddick scherzhaft über seinen neuen Mitspieler, was auf gute Stimmung in der Kabine schließen lässt.

Allerdings gab es bei dem Trade auch einen großen Risikofaktor: Türkoglu, Richardson und Arenas sind nicht nur potenzielle Unruheherde sondern auch nicht gerade als hervorragende Verteidiger bekannt.

Schwer auszumalen, wie sich die drei in einem möglichen Playoff-Duell mit den Miami Heat schlagen würden.

Dann werden wieder alle Hoffnungen auf den breiten Schultern von Howard ruhen.

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