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Rick Carlisle: ""Ich bin der Trainer. Ich nehme die Schuld auf mich" © getty

Die Mavericks stecken in der Krise. Das American Airlines Center erscheint nach der Pleite gegen Orlando wie verzaubert.

Von Julian Ignatowitsch

München/Dallas - Die Krise der Dallas Mavericks nimmt nach der 100:102-Pleite gegen die Orlando Magic langsam aber sicher historisches Ausmaß an.

Fünf Niederlagen in Folge, vier Heimpleiten zum Saisonstart: Das erinnert an die trostlosen 90er Jahre, in denen das Team aus Texas kein einziges Mal die Playoffs erreichte und am Ende der Saison immer mehr Niederlagen als Sieg auf dem Konto hatte.

Seit Dirk Nowitzki 1999 nach Dallas wechselte und Marc Cuban den Klub im gleichen Jahr aufkaufte, gab es nur ein einziges Mal mehr Niederlagen in Serie - nämlich im Jahr 2000 genau sechs. Die Mavericks verpassten anschließend die Playoffs.

Um einen schlechteren Auftakt im American Airlines Center zu finden, muss man sogar 15 Jahre zurückgehen. 1993/94 blieben die Mavs die ersten 19 Heimspiele ohne Sieg - und beendeten die Saison als schlechtestes Team der Liga mit einer Bilanz von 13:69.

Erfolgserlebnis muss her

Trotz des verheerenden Starts gibt es aber noch keinen Grund zur Panik. "Wir hatten in der Vergangenheit immer wieder schlechte Phasen, die wir gemeistert haben. Ich bin sicher, dass uns das auch diesmal gelingt", macht Cuban seiner Truppe Mut.

Schon vor der Partie gegen Orlando bedankte sich der Klubbesitzer bei den Fans überhaupt fürs Kommen. "Wir stehen das zusammen durch", beteuert er.

Ein Erfolgserlebnis muss her, dann läuft es wieder, darin sind sich Spieler und Trainer einig.

"Wir holen diesen einen Sieg. Wartet ab. Dann geht es wieder rund", kündigt Jason Terry an.

Was braucht es noch?

Doch dem neutralen Beobachter drängt sich dabei sofort die Frage auf: Wenn nicht gegen Orlando, nach diesem Spielverlauf, wann dann?

Die Magic waren schon immer ein Lieblingsgegner der Mavs und hatten seit elf Jahren nicht mehr in Dallas gewonnen.

Dallas dominierte den Rivalen über die gesamte Spieldauer in jeder beliebigen Kategorie - nur nicht im Gesamtpunktestand.

Ein 15-Punkte-Vorsprung Mitte des dritten Viertels reichte nicht aus, um die Führung über die Zeit zu bringen. Was braucht es also noch?

Nelson: "Uns ist nichts gelungen - außer der Sieg"

Selbst die Gäste wussten nicht, wie ihnen geschah. "Uns ist eigentlich nichts gelungen - außer der Sieg", brachte es Jameer Nelson etwas sarkastisch auf den Punkt.

Cuban vergeht das Lachen dagegen zunehmend: "Ich hasse es zu verlieren. Wir müssen es endlich mal schaffen, die Spiele auch konzentriert zu beenden", fordert er.

"In der Schlussphase gleicht das manchmal schon Angsthasen-Basketball", kritisiert auch Nowitzki.

Nowitzki von der Kritik nicht ausgenommen

Doch der Deutsche ist von der Kritik nicht ausgenommen. Wie schon gegen Chicago, als er nur zwei Punkte in der zweiten Hälfte erzielte, hielt sich Nowitzki auch gegen Orlando in den entscheidenden Phasen zurück.

Nur sieben Punkte in Halbzeit zwei, beim letzten Angriff des Spiels war es Terry, der die Verantwortung auf sich nahm - und scheiterte.

Rick Carlisle stellt sich dennoch vor sein Team. "Ich nehme die Schuld an der Niederlage auf mich, denn ich bin der Trainer", sagt er.

Lichter im American Airlines Center bleiben aus

"Die Mannschaft hat Moral gezeigt, auch wenn es am Ende nicht zum Sieg gereicht hat."

Zumindest ein Hoffnungsschimmer bleibt den Mavericks. Im American Airlines Center bleiben erst einmal die Lichter aus.

Die Mavericks verlassen den von den Magic scheinbar verzauberten Ort für eine Woche und gastieren der Reihe nach in New York, Charlotte und Houston. Vielleicht hat man dort mehr Glück.

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