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Kobe Bryant kommt in 1068 Regular-Season-Spielen auf 26.972 Punkte © getty

Sacramento überrascht in L.A. Dem Lakers-Superstar gelingt Historisches. Boston geht vor dem Finals-Rematch in Phoenix baden.

Von Rainer Nachtwey

München/Los Angeles - Die Bühne war für den großen Auftritt bereitet, aber nicht Superstar Kobe Bryant, sondern die Sacramento Kings nutzten die Gelegenheit.

Das NBA-Kellerkind sorgte mit einem Erfolg bei Titelverteidiger Los Angeles Lakers für eine faustdicke Überraschung, während im Staples Center Dreharbeiten zum neuesten Kinofilm von Adam Sandler und Al Pacino stattfanden.

Mit 100:95 (30:33, 29:22, 26:16, 15:24) gewann die Kings beim kalifornischen Rivalen und beendeten damit ihre acht Spiele dauernde Niederlagenserie gegen die Lakers. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Gefühl einer Meisterschaft

"Es fühlt sich an, als hätten wir die Meisterschaft gewonnen", jubelte DeMarcus Cousins über den elften Saisonsieg der Kalifornier. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

"Sie sind das beste Team in der Liga, der Champion. Das fühlt sich richtig gut an", meinte auch Omri Casspi. "Das ist schon großartig, hier unseren ersten Sieg über den Champion zu feiern, und vor allem ein guter Start für unsere schweren Aufgaben in den kommenden Tagen."

Harte Aufgaben warten

In den kommenden Heimspielen treffen die Kings auf New Orleans, Boston, San Antonio, Utah, Dallas und Oklahoma City.

Das Duo Cousins/Casspi war der Erfolgsgarant für Sacramento. Cousins erzielte 27 Punkte und 10 Rebounds, und Casspi steuerte 20 Zähler zum Erfolg bei.

Kobe überholt Olajuwon

Bryant, der mit 38 Punkten Topscorer der Partie war, vermiesten die Kings zudem eine Feierstunde. Mit einem krachenden Dunking nach einem Steal erzielte er seine Karriere-Punkte 26.946 und 26.947.

Damit überholte Bryant Rockets-Legende Hakeem "The Dream" Olajuwon in der ewigen Bestenliste und belegt nun den achten Platz der besten NBA-Scorer.

Mit dem Kopf bereits beim Boston-Spiel

Dass die Konzentration der Lakers nicht den Kings galt, und die Mannschaft mit ihrem Kopf bereits beim nächsten Spiel sei - dem Final-Rematch gegen Boston (So., ab 21.30 Uhr LIVESCORES) -, stritt Bryant zunächst ab.

"Ich glaube nicht, dass dies der Fall ist", meinte Bryant, um dann doch einzugesthen: "Vielleicht ein klein bisschen."

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen.

Phoenix Suns - Boston Celtics 88:71 (49:35)

Aber auch der Gegner am Sonntag, die Boston Celtics patzten bei ihrer Generalprobe. Beim 88:71 (30:16 19:19 26:23 13:13) gegen die Phoenix Suns enttäuschte der Vizemeister vor allem in der Offensive, und ließ sich von der harten Gangart der Gastgeber beeindrucken.

Die 71 zugelassenen Punkte war die beste Defensivleistung der Suns seit 2001.

Gortat mit Karriere-Bestmarken

"Ich habe oft gehört, dass es heißt: 'Die Suns sind weich'. Aber das ist jetzt nicht mehr der Fall", meinte Neuzugang Mickael Pietrus, der im Dezember aus Orlando nach Arizona gewechselt war.

Der französische Defensivkünstler überzeugte mit 11 Punkten von der Bank, Center Marcin Gortat, der in den Deal mit Pietrus und Vince Carter für Jason Richardson und Hedo Türkoglu eingeschlossen war, erzielte mit 19 Punkten und 17 Rebounds Karriere-Bestwerte.

Garnett fliegt vom Platz

Bei den Celtics erlebten Kevin Garnett und Trainer Doc Rivers das Ende der Partie in der Kabine.

Garnett erhielt nach einer Auseinandersetzung mit Channing Frye im letzten Viertel zwei technische Fouls, und Rivers wurde bereits im zweiten Spielabschnitt nach einer Diskussion mit Schiedsrichter Steve Javie von der Trainerbank verwiesen.

Schwache Leistung von Bostons Backcourt

Eine gute Nachricht gab es für die Celtics dennoch. Paul Pierces Oberschenkel- und Sprunggelenksverletzung ist abgeklungen und hinderte den Small Forward nicht am Einsatz. Mit 14 Punkten war er nach Garnett zweitbester Celtics-Scorer.

Enttäuschend war der Auftritt des Bostoner Backcourts, der zusammen auf 11 Ballverluste kam.

Rajon Rondo leistete sich 7 Turnover bei nur 6 Assists und blieb damit 6,5 Vorlagen unter seinem Durchschnitt. Ray Allen nahm nur acht Würfe, verwandelte davon drei.

Chicago Bulls - Orlando Magic 99:90 (46:51)

Das Spitzenspiel in der Eastern Conference zwischen den zweitplatzierten Bulls und den auf Rang vier liegenden Magic entschieden die Gastgeber aus Chicago für sich.

Beim 99:90 (24:23, 22:28, 34:17, 19:22) konnten die Bulls mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung auch die 40-Punkte-15-Rebound-Gala von Dwight Howard verkraften.

Von der Dreierlinie fernhalten

"Du lässt ungern jemanden 40 Punkte erzielen, aber dadurch haben wir es geschafft, sie von der Dreier-Linie fernzuhalten. Wir haben gut gereboundet und es hat sich ausgezahlt", sagte Carlos Boozer, mit 16 Punkten Chicagos drittbester Scorer.

Zudem schnappte sich der Power Forward noch 16 Rebounds.

Ein Schuss Extra-Motivation

Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung und eines überragenden dritten Viertels revanchierten sich die Bulls für die 78:107-Klatsche Anfang Dezember.

"Sie haben uns damals ganz schön den Hintern versohlt", verwies Luol Deng auf die Extra-Motivation. "Wenn du Spiele gegen Boston, Orlando oder Miami gewinnst, ist das ein Statement."

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