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Phil Jackson gewann mit den Los Angeles Lakers bisher fünf Mal den NBA-Titel © getty

Die Lakers sind in der Krise: Phil Jackson nimmt sie mit tiefschwarzem Humor, der General Manager denkt an Personalwechsel.

Von Stephan Weber

München - Phil Jackson, der Trainer der Los Angeles Lakers ist für sein ruhiges, entspanntes Wesen berühmt.

Sein Humor kann aber ziemlich makaber sein, wie sich in der aktuellen Krise des Meisters zeigt.

"Wir werden Selbstmord begehen" antwortete der Lakers-Coach auf die Frage, welche Änderungen er für das kommende NBA-Spiel gegen die Houston Rockets (Mi., ab 4.30 Uhr LIVESCORES) plane: "Massenselbstmord."

Ein Scherz, den hierzulande aus gewissen Gründen kein Sporttrainer machen würde - und der tief blicken lässt, wie es derzeit um die Lakers steht.

Vier Niederlagen in den jüngsten sieben Spielen - darunter so schmerzhafte wie im Stadtderby gegen die Los Angeles Clippers (91:99) und jetzt die Heim-Pleite gegen Erzfeind Boston (96:109) : Das Selbstverständnis des Titelverteidigers ist angekratzt.

"Vielleicht ist es ja Selbstzufriedenheit"

"Wir spielen derzeit nicht unser Level und ich weiß nicht warum. Vielleicht ist es ja Selbstzufriedenheit", hat auch General Manager Mitch Kupchak, nach vier Niederlagen in den letzten sieben Spielen den Ernst der Lage erkannt.

Als Reaktion fasst er Personalwechsel ins Auge.

"Ja, ich denke über einen Trade nach, was aber nicht heißt, dass wir bereits mit anderen Teams gesprochen haben", lässt er sich aber nicht weiter in die Karten schauen.

Der mit 91 Millionen Dollar höchste Payroll der Liga macht die Suche nach Verstärkungen jedoch nicht leichter.

Gasol: Sind nicht gierig genug

Auch in der Mannschaft ist man auf Erklärungssuche für den Negativlauf: "Die Teams, die gegen uns spielen, sind offensichtlich immer besonders motiviert und hungrig. Aber sind wir auch gierig darauf, gegen die Teams zu spielen?" zeigt sich Pau Gasol selbstkritisch:

"Wenn wir aber Meister werden wollen, müssen wir auch so schnell wie möglich wieder wie ein Meister spielen."

Der Spanier erwischte wie auch viele seiner Teamkollegen gegen die Celtics alles andere als einen Sahnetag, so dass einzig Kobe Bryant mit einer One-Man-Show und 41 Punkten den Meister lange Zeit im Spiel hielt.

Artest auf Suche nach der Top-Form

Doch auch der Defensive drückt bei den Verteidigungskünstlern der letzten beiden Jahre derzeit gehörig der Schuh.

In den letzten sieben Partien ließen die Lakers stets mehr als 90 Punkte zu, gegen die Celtics waren es gar 109. Ron Artest, bei den Indiana Pacers einst bester Verteidiger der Liga, ist derzeit weit von seiner Bestform entfernt.

"Er ist unser wichtigster Faktor in der Defensive", so Luke Walton über Artest, der Bostons Paul Pierce (32 Punkte) zu keiner Zeit an die Leine legen konnte und auch offensiv nur einen seiner zehn Würfe traf.

Jackson von Negativtrend unbeeindruckt

Doch selbst dieses "Problem scheint Jackson nicht weiter zu beunruhigen (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1).

Sein Team werde "am 15. oder 17. April" die Ordnung in der Defensive wiederfinden, und damit rechtzeitig zum Beginn der Playoffs.

"Comeback" in den Playoffs?

"Nun müssen wir den Fokus auf Houston setzen", hat der Coach die Pleite gegen Boston offenbar abgehakt und richtet voller Optimismus seinen Blick bereits auf die entscheidende Phase:

"Wir hatten in den letzten zwei Jahren in den Playoffs stets gute Statistiken. Das ist es, was mich optimistisch bleiben lässt."

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