vergrößernverkleinern
Dirk Nowitzki spielt seit 1998 in der NBA für die Dallas Mavericks © getty

Die Aussperrung vor Augen erwägt Dirkules ein Europa-Intermezzo. FCB-Boss Uli Hoeneß ist gewappnet, hat aber Mitbewerber.

Von Michael Spandern

Der Traum von Dirk Nowitzkis baldiger Rückkehr in die Bundesliga erhält neue Nahrung: Angesichts einer in der kommenden NBA-Saison drohenden Aussperrung zieht der Superstar der Dallas Mavericks ein Europa-Intermezzo in Erwägung. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Bevor ich ein Jahr lang herumsitze, will ich irgendwo spielen", bekräftigte Nowitzki bei "ESPN Dallas" und versetzt vor allem die Beko BBL in helle Aufregung.

"Träumen ist erlaubt", sagt Manager Wolfgang Heyder vom deutschen Double-Gewinner Brose Baskets Bamberg zu SPORT1. "Mich würde es sehr freuen, wenn er sich dazu entscheidet, hier zu spielen."

"Aber auch, wenn er zu einem anderen Bundesliga-Verein geht, wäre das ein Knalleffekt, der uns unwahrscheinlich gut täte", ergänzt Heyder.

Euroleague die Hauptattraktion?

Als Nebenbuhler im eigenen Land hat er ALBA Berlin und den FC Bayern München ausgemacht, nennt aber gute Argumente pro Bamberg:

"Das Finanzielle gibt sicherlich nicht den Ausschlag", verweist Heyder auf Nowitzkis Jahresgehalt von momentan 17,3 Millionen Dollar. "Es kann ja nur um eine persönliche und sportliche Herausforderung gehen." (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

"Und da wäre wohl am ehesten der deutsche Verein interessant, der in der nächsten Saison in der Euroleague spielt", so der Boss des Liga-Souveräns, der zehn Pluspunkte vor Verfolger Frankfurt liegt.

Demirel: ALBA ist schon lange dran

Der FC Bayern spielt zwar 2011/12 definitiv nicht auf der internationalen Bühne. Aber "die Bayern als die Sportmarke Nummer 1 in Deutschland sind für jeden Basketballer außerordentlich interessant", glaubt Heyder.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß zeigt sich zwar skeptisch: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass in der NBA überhaupt nicht gespielt wird." Er ergänzt aber: "Wenn es aber doch so kommt, gibt es keinen Grund, nicht darüber zu reden."

Noch forschere Töne kommen von den "Albatrossen", bei denen mit Mithat Demirel ein alter Freund Nowitzkis Teammanager ist. "Dirk und Holger Geschwindner wissen seit Langem, dass ALBA alles tun würde, ihn nach Berlin zu holen."

Trennung von Würzburg im Unguten

Nowitzkis Berater Geschwindner hatte unlängst bekundet, "es wäre fahrlässig, sich über mögliche Szenarien keine Gedanken zu machen".

Doch den kürzeren Draht zu Geschwindner hat womöglich Heyder: "Er wohnt ja hier in Bamberg, da haben wir immer wieder mal Kontakt", stellt Heyder fest.

Dass eine fränkische Rivalität zwischen den Bambergern und Nowitzkis Ex-Verein DJK Würzburg einem Megadeal der Brose Baskets im Wege steht, glaubt er nicht: "Dirk ist ja nicht in großer Freundschaft gegangen."

Nowitzki hatte vor Jahren wiederholt Kritik an der Ausrichtung der in wirtschaftliche Schieflage geratenen DJK geäußert.

Beim letzten NBA-Lockout für Würzburg am Ball

Sollte es tatsächlich zu einem Europa-Intermezzo des 32-jährigen Superstars kommen, hätten ausländische Adressen wohl schlechtere Karten.

"Nowitzki ist nicht nur Franken, sondern vor allem Deutschland verbunden. Das zeigt sein großes Engagement für die Nationalmannschaft über viele, viele Jahre", erinnert Heyder.

Nowitzki betonte bei "ESPN Dallas" allerdings, dass nicht nur deutsche Klubs in Frage kämen.

"Das ist zum jetzigen Zeitpunkt alles Spekulation", wiegelt er ab. "Ich weiß noch nicht mal, ob es vertraglich möglich wäre. Ich stehe hier unter Vertrag." Genau das sei der Unterschied zu 1998, als er während des letzten Lockouts eine halbe Saison für Würzburg spielte, bevor er sein verspätetes NBA-Debüt gab.

Aussperrung für eine ganze Saison?

Daran, sich während einer Aussperrung in Europa zu verdingen, haben auch der russische Ex-All-Star Andrei Kirilenko und Shooting-Star Brandon Jennings von den Milwaukee Bucks Interesse bekundet.

Weithin geht man davon aus, dass Spieler vor Gericht ziehen müssten, selbst wenn sie von ihrem Klub in Europa kein Geld annähmen.

Die Spielergewerkschaft hingegen will rechtlich durchsetzen, dass die NBA-Verträge solange ungültig sind, wie die Spieler ihren Job nicht verrichten dürfen. Noch am Wochenende warnte Gewerkschafts-Boss Billy Hunter, die Aussperrung könne die ganze Saison währen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel