vergrößernverkleinern
Hedo Türkoglu stand bei der Weltmeisterschaft 2010 im All-Tournament-Team © getty

Der Rückkehrer klagt über eine Verletzung - ohne eine Diagnose einzuholen. Doch Coach Van Gundy ärgert fast alles an Hedo.

Von Eric Böhm

München - Hidayet Türkoglu hat sich in den letzten beiden Jahren in der NBA den Ruf des ewig Unzufriedenen erarbeitet.

Die Rückkehr nach Orlando schien dem Türken nach eineinhalb sehr schwachen Jahren wieder Auftrieb zu geben.

Mit dem Magic erlebte "Hedo" immerhin seine erfolgreichste Zeit, unter anderem wurde er 2008 zum meistverbesserten Spieler der NBA gewählt und stand im folgenden Jahr sogar in den Finals.

Doch nach einem starken Start ist der exzentrische Flügelspieler nun wieder zum Buhmann geworden. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Mysteriöse Knieverletzung

Dabei fing alles noch recht harmlos an. Im Spiel gegen die Miami Heat landete Mike Miller unglücklich auf seinem rechten Bein, seitdem klagt Türkoglu über Schmerzen.

"Es macht mich fertig. Ich kann mich nicht bewegen, wie ich möchte. Ich müsste wahrscheinlich mal einen Arzt aufsuchen", sagte Türkoglu dem "Orlando Sentinel". Bleibt die Frage, warum er das nicht schon längst getan hat.

Sein Coach Stan Van Gundy bezweifelt allerdings, dass nur das Knie für seine zuletzt schwachen Leistungen verantwortlich ist.

Schwache Leistungen

Denn bereits vor dem Heat-Spiel ließen seine Leistungen zu wünschen übrig.

Inklusive des Sieges gegen die L.A. Clippers steht zum Beispiel die Wurfquote des Forwards in den letzten sieben Partien bei miserablen 27,5 Prozent. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Ich mag sein Spiel momentan überhaupt nicht. Ich kann weder mit seinen Entscheidungen noch mit seiner Wurfauswahl etwas anfangen. Außerdem scheint er nicht mit vollem Einsatz bei der Sache zu sein", kritisierte Van Gundy.

Zudem verloren die Magic acht ihrer letzten 16 Spiele und stehen mit dem fünften Platz trotz ihrer spektakulären Trades schlechter da als in der Vorsaison.

Gespräch steht an

Der Coach will sich nun mit Türkoglu zusammensetzen, um die Gründe für seine aktuelle Schwächephase zu besprechen.

Der Druck auf Van Gundy nimmt allmählich zu. Da auch das zweite neuverpflichtete Sorgenkind nur selten überzeugen kann.

Denn bei Gilbert Arenas erinnert nur noch der Vertrag an bessere Tage. Über die nächsten drei Jahre stehen ihm noch rund 60 Millionen Dollar zu.

Howard vor Absprung?

Außerdem schwirren immer wieder Gerüchte über die zunehmende Unzufriedenheit von Dwight Howard durch die Medien.

Sein Vertrag läuft zwar noch bis 2013, aber dank einer Ausstiegsklausel könnte "Superman" nach der nächsten Saison als Free Agent wechseln.

"Ich habe nie etwas über einen Weggang gesagt. Wenn die Zeit kommt, können wir darüber sprechen. Jetzt ist nicht die Zeit", sagte der Center. Ein Bekenntnis zu den Magic klingt anders.

In Orlando gibt es derzeit also eine Menge Baustellen. Bei der Verpflichtung Türkoglus hätten die Verantwortlichen aber wissen müssen, worauf sie sich einlassen.

"Größtmögliche Blamage"

Er verließ die Magic 2009 im Unfrieden, da er sich nicht ausreichend gewürdigt sah und unterschrieb einen Vertrag über 53 Millionen Dollar bei den Toronto Raptors.

Doch in Kanada wurde ihm ein Bar-Abend zum Verhängnis. Wegen einer Verletzung verpasste er ein Spiel, wurde aber von Fans am gleichen Abend in einem Nachtclub gesehen. Die Raptors bezweifelten daraufhin die Spielunfähigkeit Türkoglus und suspendierten ihn für eine Partie.

In der Folge warf er dem Klub im türkischen Fernsehen vor, er werde öffentlich zum Sündenbock abgestempelt. Die Raptors hätten ihm damit die "größtmögliche Blamage" zugefügt.

Im Juli wurde er dann auf eigenen Wusch nach Phoenix geschickt. Auch dort zeigte er freilich nur selten die glanzvolle Form, die ihn einst zum Prototyp des Point Forwards gemacht hatte.

"Was zum Teufel macht er da?"

Gegen die Clippers spielte Türkoglu zwar wieder 37 Minuten, erzielte aber lediglich fünf Punkte.

"So eine Phase habe ich von ihm noch nie gesehen. Ich frage mich ständig: Was zum Teufel macht er da?", sagte Van Gundy.

Die Antwort muss Türkoglu geben, ansonsten könnte der 31-Jährige schnell wieder auf dem Trading-Block landen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel