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Chicagos Forward Carlos Boozer spielte von 2004 bis 2010 für die Utah Jazz © getty

Zwei ehemalige Spieler Utahs bringen Chicago auf die Siegerstraße. Boozer fordert MVP-Ehren für Rose. New York will Melo.

Von Olaf Mehlhose

München/Utah - Carlos Boozer weiß jetzt, wie sich LeBron James bei jedem Auswärtsspiel fühlen muss.

Beim 91:86 (44:41)-Erfolg der Chicago Bulls über die Utah Jazz empfingen die Zuschauer den Forward, der in der letzten Saison noch für das Team aus Salt Lake City gespielt hatte, mit einem gellenden Pfeifkonzert. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Allerdings war es nicht Boozer, der die Entscheidung zugunsten der Bulls herbeiführte.

Doch in den spielentscheidenden Situationen trumpften mit Kyle Korver und Ronnie Brewer zwei Spieler auf, die in der vergangenen Saison ebenfalls für Utah aktiv waren.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr im TV die SPORT1 News)

Brewer klaut "D-Will" den Ball

Korver versenkte rund zwei Minuten vor dem Ende der Partie einen Dreier zur zwischenzeitlichen 87:83-Führung.

Brewer gelang wenige Sekunden vor der Schlusssirene ein Steal gegen Utahs Spielmacher Deron Williams, im Anschluss verwandelten er beide Freiwürfe und erzielte damit die Vorentscheidung für die Gäste.

"Es ist ein gutes Gefühl, so einen wichtigen Wurf zu machen", sagte Korver, der zu den besten Drei-Punkte-Schützen der NBA gehört.

Boozer fordert Rose als MVP

Boozer dagegen hatte gegen seine ehemaligen Teamkollegen einen schweren Stand. Der 29-Jährige steuerte nur 14 Punkte und sechs Rebounds zum Sieg Chicagos bei.

"Ich bin einfach nur glücklich, dass wir gewonnen haben", sagte der Power Forward: "Wir haben zwei Spiele in Folge verloren. Wir hatten heute keinen guten Rhythmus, aber wir haben gekämpft und bis zum Ende dagegengehalten."

Die Hauptlast in der Offensive trug bei den Bulls mal wieder Derrick Rose. Der Point Guard war mit 29 Zählern Topscorer des Spiels, zusätzlich legte er auch noch sieben Mal für seine Mitspieler auf.

"So spielt er bereits die gesamte Saison", lobte Boozer seinen Teamkollegen: "Darum fordern wir ihn auch weiterhin als MVP, weil er in diesem jahr einfach phänomenal ist."

"Wir konnten die Tür nicht schließen"

Bester Werfer der Jazz war Center Al Jefferson mit 26 Punkten, Paul Millsap verbuchte 20 Zähler und 14 Rebounds.

Williams gelang zwar ein Double-Double (12 Assists, 11 Punkte), allerdings unterliefen dem Point Guard der Jazz in den letzten Minuten drei seiner insgesamt fünf Ballverluste.

"Wir waren da", ärgerte sich Utahs Coach Jerry Sloan über die verpasste Chance: "Aber wir konnten die Tür nicht schließen."

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

New York Knicks - Los Angeles Clippers 108:116 (47:58)

Durch einen 116:108-Sieg bei den New York Knicks beendeten die Los Angeles Clippers ihre Niederlagen-Serie von sieben Spielen vor fremder Kulisse.

Ausschlaggebend für den Erfolg im Madison Square Garden war die gute Trefferquote der Clippers, die 55 Prozent ihrer Würfe und neun von 17 Dreiern einnetzten.

Topscorer bei den Clippers war Randy Foye mit 24 Zählern, Blake Griffin kam auf 21. Überragender Akteur bei den Gästen war aber Baron Davis mit 16 Punkten und 16 Assists.

"Ich glaube, das war eines unser besten, unser ausgeglichensten Spiele", sagte Griffin: "Jeder hat zum Erfolg beigetragen."

"Wir wollen Melo"

Bei den Knicks erzielte Amare Stoudemire (23) die größte Punktausbeute, kam aber aufgrund von Foulproblemen nur auf 27 Minuten Einsatzzeit.

"Wir spielen nicht hart, wir bekommen keine verlorenen Bälle zurück. Es sieht so aus, als hätten wir Angst", kritisierte "STAT" seine Teamkollegen: "Ich habe vor dem Spiel gesagt, dass wir absoluten Fokus brauchen. Ich habe den Eindruck, sie dachten, ich hätte mit der Wand geredet."

Auch die Fans waren mit der Darbietung ihrer Lieblinge nicht zufrieden und verschafften ihrem Wunsch nach einer Verpflichtung Carmelo Anthonys Gehör.

In den letzten Minuten waren "Wir wollen Melo"-Sprechchöre von den Rängen zu hören.

Toronto Raptos - San Antonio Spurs 100:111 (56:60)

Die San Antonio Spurs bleiben in der Liga das Maß aller Dinge.

Bei den Toronto Raptors kam das Team von Gregg Popovich zu einem ungefährdeten 111:100-Erfolg und schraubte seine Bilanz 44:8 Siege.

Herausragender Akteur bei den Spurs war DeJuan Blair mit 28 Punkten und elf Rebounds. George Hill (18), Tim Duncan (16), Tony Parker (16) und Manu Ginobili (12) punkteten ebenfalls zweistellig.

Für San Antonio war es der 15 Sieg in den letzten 17 Spielen, Toronto dagegen kassierte die neunte Pleite in den letzten zehn Partien.

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