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Shaquille O'Neal (l.) gewann mit Bryant und Jackson drei NBA-Titel © getty

Shaquille O'Neal wirft seinem Ex-Trainer Phil Jackson vor, Schuld an seinen Auseinandersetzungen mit Kobe Bryant zu sein.

Von Jessica Pulter

München - Diese Fehde hat eine Dynastie zerschlagen:

Der andauernde Streit bei den Los Angeles Lakers zwischen Shaquille O'Neal und Kobe Bryant hat vor mehr als vier Jahren das damals stärkste Duo der NBA auseinander gebracht.

O'Neal wurde 2004 von den Lakers zu den Miami Heat getraded, nur um endlich wieder Ruhe ins Team zu bringen.

Doch der Center liefert jetzt eine ganz neue Version der Geschichte. Meister-Trainer Phil Jackson soll damals den Zwist inszeniert haben.

Motivationsmittel von Jackson

"Es kam alles von ihm", sagte O'Neal der "Sacramento Bee". "Ich schwöre, Kobe und ich hatten nie ein Problem. Insbesondere nicht auf dem Feld."

Der 2,16-Meter-Koloss, der mittlerweile im bei den Phoenix Suns unter Vertrag steht, meint weiter, dass diese Fehde ein Motivationsmittel von Jackson war, um seine zwei Top-Spieler zu noch mehr Leistung zu puschen.

"Dadurch haben wir immer wieder versucht, den anderen im Spiel zu übertrumpfen."

"Er wusste, dass ich mich aufregen würde"

Jackson soll damals die beiden in vier Jahren nie zu einem gemeinsamen Gespräch in sein Büro zitiert haben, um die gegenseitigen Vorwürfe, die hauptsächlich über die Presse liefen, zu bereinigen.(Ergebnisse und Tabellen)

O'Neal: "Der Trainer wusste einfach, dass ich mich über geäußerte Sprüche von Kobe aufregen würde. Und er wusste auch, dass wenn Kobe etwas gelesen hatte, er seine Wut auf dem Platz rauslassen würde. Das bringt mich zu der Überzeugung, dass alles inszeniert worden war."

Kein Dementi von Jackson

Der Coach selbst hat für die Anschuldigungen nur ein müdes Lächeln übrig. "Ich soll an allem Schuld gewesen sein?", meinte Jackson sarkastisch. "Etwa auch an seiner schlechten Freiwurfquote?"

Doch ein Dementi der Vorwürfe folgt nicht. "Ich bin froh, dass wir ihn motiviert haben und mit ihm drei Meisterschaften gewonnen haben. Das war das Beste, was wir machen konnten", so Jackson.

"Wir hatten damals viel Spaß und haben viel rumgealbert. Doch 2004 wurde es ein bisschen zu intensiv."

Die weltbeste Reality-Show

Im Rückblick sieht auch O'Neal die damalige Situation nur noch als großen Spaß.

"Es war wirklich lustig, dieses Spielchen 'Wer hat was gesagt?' mitzumachen", so der 36-Jährige.

"Hätten die Lakers damals eine Reality-Show gehabt, es wäre die Nummer eins in der Welt gewesen."

Rückkehr nicht ausgeschlossen

O'Neal wäre sogar gerne bei den Lakers geblieben, auch eine Rückkehr nach 2010 als Free Agent schließt er nicht aus.

"Kobe und ich waren die beste Center-Guard-Kombo der Lakers aller Zeiten", erklärt der Center.(Zu den Teamseiten)

Vielleicht auch dank des Motivationsmittels des großen Zen-Meisters Jackson.

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