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Miamis LeBron James erzielt in dieser NBA-Saison im Schnitt 26,2 Punkte © getty

Die Heat kassieren gegen Boston nach acht Siegen wieder eine Niederlage. Dem MVP versagen zwölf Sekunden vor Ende die Nerven.

Von Stephan Weber

München/Boston - Rajon Rondo hat die Boston Celtics mit einem Triple-Double zum Sieg gegen die Miami Heat geführt.

Der Aufbauspieler erzielte beim 85:82 (39:43)-Heimerfolg gegen das Team um das Superstar-Trio LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh elf Punkte, gab zehn Assists und holte zudem ebenso viele Rebounds. Kevin Garnett steuerte 19 Punkte und sieben Rebounds zum 39. Saisonsieg bei.

Während die Celtics nach den jüngsten Niederlagen bei den Charlotte Bobcats und den Los Angeles Lakers ihre Mini-Krise beendeten, setzte es für das Team von Coach Erik Spoelstra die erste Niederlage nach acht Siegen.

"Sie sind der amtierende Champion der Eastern Conference. Um den Titel zu gewinnen, müssen wir an ihnen vorbei. Wir haben heute gesehen, dass sie uns das nicht leicht machen werden", meinte Spoelstra.(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr im TV die SPORT1 News)

Wade mit mäßiger Wurfausbeute

Während Rondo bei den Gastgebern reichlich Unterstützung seiner Mitspieler bekam, und insgesamt sechs Akteure zweistellig punkteten, reichten bei den Gästen die stark aufspielenden James und Bosh (24 Punkte, zehn Rebounds) nicht aus, um die Niederlage abzuwenden.

Denn Miamis dritter Go-to-Guy Dwayne Wade lieferte mit 16 Punkten eine mäßige Vorstellung ab und traf nur sechs seiner 17 Würfe aus dem Feld.

"Es ist wie mit einem großen Bruder. Wir kommen ihnen immer näher, aber es reicht noch nicht ganz. Es könnte uns allerdings jederzeit gelingen, vielleicht in den Playoffs", sagte Wade.

Der Guard bezog sich damit auf die beiden wesentlich deutlicheren Niederlagen gegen Boston im bisherigen Saisonverlauf. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

James vergibt Freiwurf zum Ausgleich

Zum tragischen Helden wurde jedoch LeBron James.

Der 26-Jährige lieferte mit 22 Punkten, sieben Rebounds und sieben Assists zwar offensiv eine starke Vorstellung ab. Zwölf Sekunden vor Spielende versagten ihm jedoch entscheidend die Nerven, als die Celtics den MVP von 2009 und 2010 beim Stand von 81:83 aus Sicht der Heat an die Freiwurflinie schickten.

James vergab den ersten seiner beiden Freiwürfe und damit die große Chance zum Ausgleich.

Im Gegenzug machte es Bostons Glen Davis (16 Punkte) besser und sorgte mit zwei verwandelten Würfen von der Linie für die Entscheidung, da ein Dreierversuch von Heat-Guard Mike Miller sein Ziel verfehlte.

"Wir können nicht erwarten, dass wir mit zwölf Ballverlusten in der ersten Hälfte bei den Celtics gewinnen. Wenn du dich so präsentierst, verlierst du hier zehn von zehn Spielen", meinte der "King".

Miami führt bis zur Halbzeit

Im Bostoner TD Garden entwickelte sich zu Beginn zunächst ein offener Schlagabtausch, bei dem sich keines der beiden Teams entscheidend absetzen konnte.

Zum Ende des ersten Abschnittes forcierten die Gäste jedoch das Tempo und gingen mit einem Fünf-Punkte-Vorsprung in die erste Viertelpause (20:15).

Auch im zweiten Viertel änderte sich am engen Spielverlauf nur wenig, so dass die Heat bis zur Halbzeit das Ergebnis für sich positiv gestalten konnten (43:39).

Celtics starten mit 20:3-Lauf aus der Pause

Zu Beginn der zweiten Hälfte leistete sich Miami allerdings eine unerklärliche Vielzahl leichter Fehler, was die Celtics zu einem 20:3-Lauf nutzten und sich nach 29 Minuten einen komfortbalen 13 Punkte-Vorsprung erarbeiteten (59:46), dem die Gäste bis zur letzten Viertelpause vergeblich hinterher rannten (74:61).

Doch die Heat ließen sich auch im letzten Viertel nicht hängen und starten ihrerseits mit einem 16:5-Lauf in die letzten zwölf Minuten, so dass der Spielausgang beim Stand von 77:79 aus Sicht Miamis wieder völlig offen war.

Daran änderte sich bis zwölf Sekunden vor dem Ende nichts mehr, ehe LeBron das große Zittern überkam.

"Sie werden im März oder April ein ganz anderes Team sein. Dann werden sie uns wahrscheinlich wieder begegnen. Aber wir haben jetzt immerhin den direkten Vergleich", blickte Paul Pierce schon voraus.

Der Celtics-Guard war durch eine Fußverletzung stark gehandicapt und verfehlte seine sämtlichen zehn Würfe. Eine genaue Untersuchung soll Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben.

Mit einer Bilanz von 39 Siegen und 14 Niederlagen verdrängte Boston den Kontrahenten aus Südflorida (39:15) nicht nur vom ersten Platz der Eastern Conference, die Celtics sind nach den San Antonio Spurs (45:9) nun auch das zweitbeste Team der NBA.

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