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LeBron James ist bereits siebenmaliger All-Star © getty

Auch mit seinem neuen Team kommt James nicht an Boston vorbei. Die Rumpftruppe der Celtics erteilt "Miami Thrice" eine Lektion.

Von Eric Böhm

München/Boston - LeBron James hat alles gegeben, und es hat wieder nicht gereicht. Auch mit seinem neuen Team bleibt dem Superstar sein Celtics-Trauma erhalten.

Schlimmer noch: Bei der 82:85 (43:39)-Auswärtspleite seiner Miami Heat in Boston wurde James sogar zum tragischen Helden. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Zwölf Sekunden vor Schluss spielten ihm an der Freiwurflinie die Nerven einen Streich, und der 26-Jährige kassierte gegen seinen Angstgegner die nächste Pleite.

"Ich lebe für diese Situationen. Ich möchte meinem Team helfen. Heute hat es nicht geklappt", sagte James im Anschluss kleinlaut. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr im TV die SPORT1 News)

"Will immer gewinnen"

Dabei ist auf den "King" in solchen Situationen normalerweise Verlass. In der letzten Minute knapper Spiele traf er im bisherigen Saisonverlauf all seine 20 Freiwürfe - bis zum Aussetzer gegen die Celtics.

"Sie können sich ja denken, dass ich enttäuscht bin. Ich will immer gewinnen", meinte James.

Mit seinem neuen Team verlor er nun auch das dritte Spiel gegen Boston, obwohl die Gastgeber auf fünf wichtige Spieler verzichten mussten und Paul Pierce angeschlagen nur einen Punkt markierte.

Wenn LeBron die Celtics nicht einmal in dieser Situation schlagen kann, wie soll es ihm dann in einer potenziellen Playoff-Serie gelingen, fragen sich viele Fans.

Boston war ein Grund für Wechsel

Schließlich verließ er auch deshalb die Cleveland Cavaliers, um endlich an Boston vorbeizukommen.

In den letzten drei Jahren scheiterte James mit den Cavs zweimal an den Celtics. Vor allem das Aus in der letzten Saison frustrierte James. Die Bilder, wie er sich seines Trikots entledigte, blieben in Erinnerung.

Nicht wenige NBA-Beobachter gehen davon aus, dass er in diesem Moment den Entschluss zu einem Wechsel fasste.

"Mit den Pistons ging es mir zu Beginn meiner Karriere ähnlich. Da brauchten wir auch zwei Jahre, um diese Hürde zu nehmen. Wir werden sie irgendwann schlagen", sagte der Forward.

Allerdings verlor er mittlerweile sage und schreibe 13 seiner letzten 14 Auftritte im TD Garden.

Heat mit Horrorbilanz

Insofern passt LeBron perfekt nach Miami.

Denn Dwyane Wade und die Heat verloren inklusive der Playoffs 13 ihrer letzen 14 Spiele gegen das Traditionsteam, egal wo das jeweilige Spiel stattfand.

Außerdem scheiterten die Heat in der letzten Saison eine Runde vor Cleveland ebenfalls an Boston.

"Es ist wie mit einem großen Bruder. Wir kommen ihnen immer näher, aber es reicht noch nicht ganz. Es könnte uns allerdings jederzeit gelingen, vielleicht in den Playoffs", sagte Wade.

Bessere Rollenspieler

Die Niederlagen in den ersten beiden Duellen mit dem Altmeister wurden noch der mangelnden Eingespieltheit von "Miami Thrice" zugeschrieben.

Aber selbst die Rumpftruppe des Rekordmeisters erteilte den Heat nun eine Lektion in Sachen Teambasketball.

Abgesehen von den "Big Three" gelangen den Heat nur 20 magere Pünktchen. Die Rollenspieler der Celtics markierten im Gegensatz dazu gleich 53 Zähler.

Spoelstra optimistisch

Abgesehen von seinem verworfenen Freiwurf zeigte James mit 22 Punkten, sieben Rebounds und sieben Assists eine starke Leistung.

Wenn aber beispielsweise Zydrunas Ilgauskas, Erick Dampier und Joel Anthony gemeinsam lediglich einen einzigen Rebound holen, ist Boston nicht zu schlagen. Dafür braucht man ein funktionierendes Team mit der richtigen Einstellung.

"Wir waren heute einfach schwächer. Wir haben aber noch 28 Spiele, um uns für die Playoffs zu verbessern", demonstrierte Miamis Coach Erik Spoelstra Gelassenheit.

Gelingt diese Weiterentwicklung nicht, wird LeBron sein Trauma so schnell nicht überwinden.

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