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Gerald Wallace (l.) spielt seit 2004 für die Bobcats und war 2010 erstmals Allstar © getty

Der Meister erlebt in Charlotte eine Demontage. Kobe Bryant ist das Sinnbild des Untergangs, die Stimmung auf dem Tiefpunkt.

Von Marcus Giebel

München - Paul Silas bekam das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht.

Als Coach der Charlotte Bobcats wähnte er sich als Teil eines historischen NBA-Abends. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Das ist vielleicht der größte Sieg in der noch jungen Geschichte der Bobcats und zugleich die schlimmste Pleite aller Zeiten für die Lakers. Es war grandios", jubelte der 67-Jährige nach dem 109:89 (49:43)-Coup Charlottes über den Titelverteidiger aus Los Angeles.

Wenige Meter entfernt war die Stimmung hingegen auf dem Tiefpunkt. Nach der nun schon 18. Niederlage der Lakers.

Gasol: "Alles falsch gemacht"

Pau Gasol schimpfte auf alles und jeden: "Ich bin verärgert. Wir haben so ziemlich alles falsch gemacht, was wir falsch machen konnten."

Dabei war der Spanier mit 17 Punkten und zehn Rebounds noch einer der Besseren an diesem schwarzen Tag.

Doch außer ihm punkteten beim Dritten der Western Conference lediglich Kobe Bryant (20) und bezeichnenderweise Defensivspezialist Ron Artest (10) zweistellig.

Bryant: Fünf Ballverluste, fünf Fouls

Wobei gerade Bryant als Sinnbild des Untergangs stand: Die Wurfquote mit acht erfolgreichen Versuchen aus 20 Würfen war noch in Ordnung.

Doch zugleich leistete sich die "Black Mamba" fünf Turnovers und kassierte fünf Fouls.(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr im TV die SPORT1 News)

So endete der Abend mit der deutlichsten Niederlage der Saison, und die Bobcats bauten die Bilanz gegen das Überteam der vergangenen Jahre auf 8:5 Siege aus.

Wallace: "Schneller und athletischer"

Erfolgreichster Punktesammler bei den Gastgebern war Gerald Wallace, dem mit 20 Zählern und elf Rebounds wie Gasol ein Double-Double gelang.

Der Forward war vom Ausgang des Spiels weniger überrascht: "Weil sie größer sind als wir, sind wir schneller und athletischer. Wir haben ihre Big Men und Kobe über die meiste Zeit kontrolliert."

So trafen neben Gerald Henderson (18) auch Boris Diaw und Nazr Mohammed (beide 16) ordentlich und führten die Bobcats wieder näher an den letzten Playoff-Rang im Osten heran.

Diaw verpasst Shootaround

Die eigentliche Geschichte des Abends schrieb dabei Diaw, der das Shootaround im Vorfeld des Spiels verpasste und deshalb ursprünglich auf der Bank Platz nehmen sollte.

Kurz vor dem Tipoff entschied sich Silas jedoch anders - und tat gut daran. Denn Diaw traf unter anderem drei seiner sechs Dreierwürfe und blieb von der Freiwurflinie fehlerlos.

Obwohl die Lakers viele Würfe vergaben und in der Defense die Intensität oft vermissen ließen, konnten sich die Bobcats allerdings erst im dritten Viertel (29:17) wirklich absetzen.

Jackson denkt lange über Worte nach

Anders als bei vielen anderen Auftritten konnten die Gäste nicht mehr zusetzen und ergaben sich teilweise in ihr Schicksal.

So war für Lakers-Coach Phil Jackson das Ertönen der Schlusssirene in der Time Warner Cable Arena das einzig Positive an der Reise nach Charlotte.

Entsprechend musste sich der elfmalige Meistermacher erst einmal sammeln, ehe er zur Presse sprach.

Odom: "Haben uns den Arsch versohlt"

Seine Worte schienen wohlbedacht, waren aber umso deutlicher: "Es gibt eigentlich nur eines zu sagen: Ich bin sehr enttäuscht von unserer Vorstellung heute. Ich schäme mich dafür, was wir hier abgeliefert haben. Vielen Dank."

Einen Trost gab es immerhin für den 65-Jährigen. Auch für seine Spieler war es nicht einfach nur ein verlorenes Spiel.

Lamar Odom etwa war einige Minuten nach dem Lakers-Fiasko noch aufgebracht: "Ich bin einfach nur stinksauer und will gar nichts sagen. Es gibt nichts zu analysieren. Es geht nicht um den einen Spielzug oder den anderen. Sie haben uns den Arsch versohlt."

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