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Blake Griffin wurde 2009 von den Oklahoma Sooners zu den Clippers gedraftet © getty

Youtube-Star Blake Griffin ist die neue große Attraktion der NBA. Beim All-Star-Wochenende wird er omnipräsent sein.

Von Marcus Giebel und Jakob Gajdzik

München - Kobe Bryant, LeBron James, Dirk Nowitzki - alles was Rang und Namen hat ist beim diesjährigen NBA All-Star Game am kommenden Sonntag in Los Angeles wieder dabei.

Doch wie groß die aktuellen Top-Stars auch sein mögen: Ein Debütant droht ihnen die Show zu stehlen.

Ein Debütant, wie aus den Träumen der NBA-Marketing-Strategen: Auf dem Feld ebenso stark wie spektakulär - und dazu ein einzigartiger Look wie eine überstilisierte Comicfigur aus den Sin-City-Strips. Oder eine junge Ausgabe des schauspielernden Charakterkopfs Ron Perlman.

Die Rede ist von Blake Griffin, dem Power Forward der Los Angeles Clippers. Einem Rookie, der auch gestandene Größen zum Staunen bringt.

Überragendes Rookie-Jahr

"Wir wissen noch nicht, wie gut er einmal wird. Aber er ist ein Phänomen", meint Miami-Heat-Star Dwyane Wade über den 21-Jährigen: "Los Angeles hat ein Juwel". Ein Juwel aus Explosivität, Athletik, Aggressivität und Furchtlosigkeit.

In der bisherigen Saison weist der 2,08-Meter-Mann einen Punkteschnitt von bisher 22,7 und einen Reboundschnitt von 12,7 pro Partie auf.

Er bestätigt den Ruf, den er sich auf dem College aufgebaut hat. Einen Ruf, den Pat Knight, Coach der Texas Tech Red Raiders auf den Punkt brachte: "Habt Ihr 'Terminator' gesehen? Das ist der Junge. Und jeder, den ich auf ihn angesetzt habe, war Sarah Connor."

Auch wenn Sarah Connor den Terminator im Film am Ende besiegt, meinte Knight es ehrfurchtsvoll: "Er ist eine Maschine. Er verzieht kaum eine Miene, sondern tut einfach seinen Job. Wenn er sich eine tiefe Wunde zuziehen sollte, würde kein Blut herauslaufen: Es würde Öl sein, Öl vom chinesischen Metall unter seiner Haut."

Dunk-Shows als Youtube-Renner

Berüchtigt ist Griffin besonders für seine spektakulären Dunks. Auf Youtube werden seinen regelmäßigen Dunk-Shows millionenfach geklickt.

Und sie zahlen sich auch für einen guten Zweck aus: Griffin überweist bei jedem erfolgreichen Dunk 100 Dollar für eine Organisation, die gegen Kinderfettleibigkeit kämpft.

Wobei der Anblick Griffins vielleicht sogar noch mehr Anreiz für übergewichtige Kinder ist, Sport zu treiben.

"Das ist als ob ein Fahrstuhl in den vierten Stock fährt, dort anhält und sich dann sagt: Hey, ich fahre doch noch weiter nach oben", beschrieb ein Kommentator einmal seine einzigartige Dunk-Technik.

Von ganz unten nach ganz oben?

"In Sachen Dunks ist er der Beste der Liga und dürfte es für die nächsten zehn Jahre auch bleiben", schwärmt Denver-Nuggets-Coach George Karl. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr im TV die SPORT1 News)

Doch allein darauf reduziert zu werden, ist dem Teamkollegen von Chris Kaman ein Dorn im Auge. "Das ist cool, ich höre immer nur: Er kann dunken und springt echt hoch. Die Leute zweifeln meine übrigen Fähigkeiten an und als Basketballspieler nimmst du das persönlich." Das lässt sich als Drohung auffassen.

Dass er "nur" bei denen kleinen Clippers spielt, stört Griffin nicht. Ganz im Gegenteil: "Es gibt kaum ein besseres Gefühl als etwas, was ganz unten ist, an die Spitze zu führen. Ich will Teil von etwas Größerem sein."

Kniescheibe kostete erste Saison

Bereits 2009 griffen die Clippers bei Griffin als First Pick zu und holten ihn aus der NCAA von den Oklahoma Sooners.

Seine NBA-Karriere hätte allerdings nicht schlechter beginnen können. Bereits in der Pre-Season brach sich Griffin die Kniescheibe und kam in der folgenden Saison nicht zum Einsatz. Somit gilt er dieses Jahr immer noch als Rookie.

Und als solcher trumpft er auf. 27-mal nacheinander ein Double-Double bedeutet einen Rekord bei den Clippers, zudem stellte er beim Spiel gegen die Indiana Pacers mit 47 Punkten eine Rookie-Bestmarke auf. Der Titel des "Rookie of the Year" wird in dieser Saison wohl kaum an jemand anders gehen.

All-Star-Wochenende im Zeichen von Griffin

Am All-Star-Wochenende wird Griffin ein gefragter Mann sein. Denn neben dem All-Star-Game am Sonntag steht für den Überflieger an den beiden Tagen zuvor noch die Rookie Challenge sowie der Slam Dunk Contest auf dem Programm.

Griffin scheint sich bereits etwas Besonderes ausgedacht zu haben: "Diesen Contest sehe ich mir seit meiner Kindheit an. Nun selbst dabei zu sein, wird ein großer Spaß."

Sicher nicht nur für ihn.

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