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Carlisle (l.) übernahm im Mai, Klinsmann im Juli den Trainerposten bei ihren Klubs © getty

Nach schwachem Saisonstart weicht Rick Carlisle mehr und mehr von seinen Veränderungen ab. Sport1.de zieht einen gewagten Vergleich.

Von Rainer Nachtwey

München/Dallas - Als Rick Carlisle seinen Job als Trainer bei den Dallas Mavericks Anfang Mai antrat, sprach er von großen Veränderungen.

Und in der Preseason sowie in den ersten Partien der laufenden Spielzeit setzte er sein Credo Tempo-Basketball auch um.

Zudem schwankte er zwischen Antoine Wright und Jerry Stackhouse als Shooting Guard in der Startaufstellung. Am Ende der Preseason entschied er sich für Wright wegen dessen Verteidigungskünsten.

Wright nur Zuschauer

Doch nach dem elften Saisonspiel bei den Charlotte Bobcats, das die Dallas Mavericks mit 100:83 (Spielbericht) für sich entschieden, ist von den Veränderungen nicht mehr viel zu sehen.

Wright verbrachte alle 48 Minuten der Partie in North Carolina auf der Bank, Stackhouse forciert aufgrund seiner geringen Spielminuten einen Trade und der Fastbreak-Anteil ist im Vergleich zu den ersten Partien deutlich gesunken.

Parallelen zum FC Bayern

Gewisse Parallelen deuten auf einen ähnlichen Verlauf zwischen Carlisles und Jürgen Klinsmanns Situation beim FC Bayern München in der Fußball-Bundesliga hin.

Beide galten bei ihren Klubs als große Reformer, beide mussten mit fast dem gleichen Kader wie im Vorjahr die neue Saison bestreiten und beide starteten nicht sonderlich erfolgreich in die neue Spielzeit (Mavs-Spielplan).

Positionsangriff statt Fastbreak

Wie Klinsmann greift auch Carlisle nun mehr auf das System seines Vorgängers zurück. Etwas weniger Tempoangriff, dafür mehr kontrollierte Offensive.

Gerade gegen die Bobcats, die nur auf eine Trefferquote von 38,8 Prozent kamen, boten sich viele Möglichkeiten zum Fastbreak, die die Mavericks abbrachen, um über den Positionsangriff mit Dirk Nowitzki (32 Punkte; Nowitzki-Watch) und Josh Howard (21) den Korberfolg zu suchen.

Gewinnen, egal wie

Zudem ähneln sich auch die Aussagen beider Trainer. So führte Carlisle nach dem Sieg über die Bobcats aus: "So wie es bisher gelaufen ist, ist es wichtig, dass wir gewinnen, nicht wie."

Auch wenn sie vorerst von ihren Systemen ein wenig abgewichen sind, schwören beide Übungsleiter ihren Plänen nicht endgültig ab. So will Carlisle an seinem Tempo-Basketball festhalten.

"Die Spieler gewöhnen sich mehr und mehr an den Stil, der vom letzten Jahr abweicht", sagte der Coach nach dem Erfolg in Charlotte, "aber wir müssen uns weiterhin vor allem auf die Abwehrarbeit konzentrieren. Wenn wir die Gegner bei ihren Angriffen stoppen, führt das zu großen Möglichkeiten bei unseren Offensivbemühungen."

Singleton mit mehr Spielzeit

Ganz im Gegensatz dazu steht die Hereinnahme von Gerald Green in die Starting Five. Der 22-Jährige ist mehr für seine Angriffskünste berühmt, denn als starker Verteidiger.

Zudem ist festzustellen, dass Carlisle von seinen hoch gepriesenen Centern abrückt. Erick Dampier kam gegen die Knicks nur in den ersten vier Minuten zum Einsatz, ehe er den Rest des Spiels von der Bank aus verfolgte, DeSagana Diop erhielt in beiden Begegnungen keine Einsatzzeit.

Gegen die Bobcats setzte Carlisle wie auch schon in New York immer wieder auf Brandon Bass (7 Punkte, 4 Rebounds in 24 Minuten) und James Singleton (6 Punkte, 4 Rebounds in 16 Minuten) unter dem Korb.

Sieg in New York der Auftakt einer Serie?

Eines hat Klinsmann seinem Kollegen aus Dallas voraus. Nach dem schwachen Start legte der FC Bayern in der Bundesliga eine Erfolgsserie von sechs Spielen am Stück hin. Das müssen die Texaner erst einmal schaffen.

Allerdings lässt sich auch hier eine Gemeinsamkeit festhalten. Die Münchner um NBA-Fan Klinsmann, der viele seiner Erkenntnisse über Fitness und Scouting bei einer Hospitanz bei den Los Angeles Lakers erworben hat, starteten ihren Lauf mit einem knappen Erfolg in Karlsruhe. Dallas siegte erst nach Verlängerung in New York (Spielbericht).

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