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Joakim Noah gewann mit den Florida Gators zwei College-Meisterschaften © getty

Chicago rückt näher an Miami heran. Ein Forward sorgt für die Entscheidung. LeBron verpasst den Ausgleich. Chris Bosh versagt.

Von Eric Böhm

München/Chicago - Die Chicago Bulls haben ein deutliches Signal an den Rest der Eastern Conference gesendet.

Beim 93:89 (44:53) gegen die Miami Heat zeigten die Gastgeber erneut, dass sie ein ernstzunehmender Kandidat für die NBA-Finals sind. Nach der Pleite im Januar mussten sich "Miami Thrice" im United Center bereits zum zweiten Mal geschlagen geben.

Mit einem starken dritten Viertel (27:14) kämpften sich die Bulls nach dem deutlichen Halbzeitrückstand in die Partie, und Luol Deng führte 16 Sekunden vor Schluss mit seinem Dreier zum 92:89 die Entscheidung herbei.

"Wir haben nach dem schwachen Auftritt in Toronto heute gezeigt, wozu wir fähig sind", bezog sich der Matchwinner auf die Schlappe bei den Raptors. (Auch um 12 und 13 Uhr: die News im TV auf SPORT1)

Howard adelt Rose

LeBron James und Dwyane Wade wollten Chicagos Spielmacher Derrick Rose unbedingt vom Korb fernhalten und ließen Deng völlig frei stehen.

Rose bediente seinen Teamkollgen, und Chicago feierte den 16. Sieg aus den letzten 21 Spielen.

"Derrick macht das schon die ganze Saison. Er trifft immer die richtigen Entscheidungen. Ich wusste, er würde den Ball zu mir bringen", meinte Deng. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Der Flügelspieler erzielte insgesamt 20 Punkte, zehn Rebounds und fünf Assists. MVP-Kandidat Rose kam auf 26 Zähler und gewinnt immer mehr Unterstützer.

"Derrick spielt eine unglaubliche Saison. Er hätte momentan meine Stimme", adelte ihn selbst Heat-Forward Juwan Howard gegenüber "ESPN".

James verpasst Ausgleich

LeBron James lieferte mit 29 Punkten und zehn Rebounds zwar ein Double-Double, verpasste aber neun Sekunden vor Schluss den Ausgleich von jenseits der Dreierlinie.

"Rose spielte einfach einen sehr guten Pass und Deng traf. Dennoch konzentrierst du dich in so einer Situation auf den besten Spieler des Gegners", zollte Wade den Bulls Respekt.

Der Guard war in seiner Heimatstadt mit 34 Zählern Topscorer der Partie. Dennoch verlor der Topfavorit zum wiederholten Mal gegen eines der Topteams.

Ohne Mike Miller (Ohrentzündung) lieferten Miamis Reservisten mit nur zwei Pünktchen erneut eine schwache Vorstellung.

Bosh ganz schwach

Außerdem erwischte Chris Bosh einen rabenschwarzen Tag. Der Power Forward wurde von Joakim Noah so gut bewacht, dass er nur einen seiner 18 Wurfversuche traf.

"Es ist frustrierend. Hätte ich in diesem engen Spiel nur zwei oder drei meiner Chancen genutzt, wäre das Spiel anders ausgegangen", nahm Bosh die Pleite auf seine Kappe.

Nur zwei Spieler wiesen in der NBA-Geschichte bei mindestens 18 Versuchen aus dem Feld eine noch schlechtere Quote auf.

Mike Newlin verwandelte in einer Partie der Saison 1972/1973 lediglich einen von 22 Würfen. Nate Thurmond verfehlte im Spieljahr 1968/1969 einmal 18 seiner 19 Versuche.

Bulls setzen Zeichen

Die Bulls waren vor allem an den Brettern deutlich überlegen und holten mit 53 gleich 14 Rebounds mehr als die Gäste aus Südflorida.

Noah, Carlos Boozer und vor allem Ömer Asik dominierten das Geschehen unter den Körben. Der türkische Rookie verbuchte von der Bank kommend herausragende elf Rebounds.

Damit liegt Chicago (39 Siege - 17 Niederlagen) im Osten nur noch knapp hinter den zweitplatzierten Heat (42-16).

"Es zeigt dem Rest der Liga, dass wir auch die besten Teams schlagen können", zeigte sich Rose entsprechend zufrieden.

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