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Paul Pierce (r.) wurde 2008 zum MVP der NBA-Finals gewählt © getty

Der Guard führt das umgekrempelte Boston zum Erfolg bei den Clippers. Chris Kaman überzeugt. Detroits Meuterer zeigen Charakter.

Von Eric Böhm

München - Die generalüberholten Boston Celtics haben an der Westküste einen Auswärtssieg gefeiert. Bei den Los Angeles Clippers triumphierte der Rekordmeister mit 99:92 (40:47).

Im ersten Spiel mit den beiden Neuzugängen Nenad Krstic und Jeff Green benötigte der amtierende Meister der Eastern Conference allerdings eine starke zweite Hälfte, um die Clippers zu bezwingen.

Paul Pierce erzielte 16 seiner 24 Punkte nach der Pause. Krstic (neun Zähler) brachte sein neues Team Mitte des dritten Viertels mit 52:51 in Front. Danach wechselte die Führung nicht mehr.

"Wir hatten noch nicht viel Zeit uns einzuspielen, trotzdem war es kein schlechter Start", sagte "The Truth". (Auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Green begeistert

Der zweite Neue, Jeff Green kam mit nur sieben Punkten noch nicht so gut zurecht. Aber Kevin Garnett gelang mit 16 Punkten und elf Rebounds ein Double-Double.

"Wenn du selbst in Los Angeles lauter angefeuert wirst als die Gastgeber, weißt du, dass du Teil eines besonderen Teams bist", meinte Green. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Boston behauptet mit dem Erfolg hauchdünn vor den Miami Heat die Spitze in der Eastern Conference .

Kaman überzeugt

Die Clippers leisteten sich insgesamt 21 Ballverluste und verloren bereits zum vierten Mal hintereinander. Chris Kaman ist nach seiner Knöchelverletzung noch nicht hundertprozentig fit und soll deshalb vorläufig maximal 25 Minuten pro Partie zum Einsatz kommen.

Die kürzere Einsatzzeit reichte dem deutschen Nationalspieler dennoch für 16 Zähler und neun Rebounds.

Auch Blake Griffin überzeugte mit 21 Punkten und elf Rebounds.

"Boston ist ein hartes Team. Ich glaube dennoch, dass wir viele gute Spieler haben. Wir müssen sie nur alle auf das Parkett bringen", bezog sich Griffin auf das große Verletzungspech. Immerhin könnte Guard Eric Gordon in der nächsten Woche zurückkehren.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Detroit Pistons - Utah Jazz 120:116

Die Detroit Pistons gewannen gegen die Utah Jazz vor heimischer Kulisse mit 120:116 (58:53).

Einen Tag nach der vermeintlichen Meuterei im Vorfeld der Pleite in Philadelphia zeigte das Team eine starke Reaktion.

Einige Spieler hatten den sogenannten "Shootaround" verpasst, daraufhin war über einen eventuellen Boykott spekuliert worden. Später stellte sich aber heraus, dass lediglich der unzufriedene Richard Hamilton unentschuldigt fehlte.

Die Spieler wurden mit Geldstrafen belegt und gegen die 76ers nicht eingesetzt.

Rodney Stuckey, der schlicht und einfach den Teambus verpasst hatte, rehabilitierte sich gegen Utah mit 28 Punkten und wurde kurz vor Schluss mit einem Steal sogar zum Matchwinner.

Hamilton im Abseits

Tayshaun Prince sowie Tracy McGrady waren beide angeschlagen und fehlten auch gegen die Jazz. Ben Wallace weilte aufgrund des Todes seines Bruders bei der Familie.

Hamilton, der zuletzt einen Trade abgelehnt hatte, dürfte sich dagegen endgültig ins Abseits befördert haben.

Bereits im Januar war der Guard mit Coach John Kuester aneinandergeraten und spielte seit dem nur noch sporadisch.

"Die Jungs, die heute auf dem Parkett standen, haben großartig gespielt. Respekt verdient man sich jeden Tag neu. Auf alten Meriten kannst du dich nicht ausruhen", konnte sich Kuester einen Seitenhieb auf Hamilton nicht verkneifen.

Utah im freien Fall

Stuckey, Austin Daye (18 Zähler) und Chris Wilcox kehrten dagegen in die Startformation zurück.

"Ich habe keine Probleme mit dem Coach. Ich war zu spät und musste ein Spiel aussetzen. Das geht absolut in Ordnung", meinte Daye.

Detroit steht im Osten auf Rang elf und hat kaum noch Chancen auf die Playoffs.

Für Utah, das nun sechs der letzten sieben Partien verloren hat, gelangen Paul Millsap 23 Zähler und elf Rebounds. Die Jazz sind in der Western Conference nur noch Neunter.

Milwaukee Bucks - Chicago Bulls 75:89

Die Chicago Bulls gewannen bei den Milwaukee Bucks 83:75 (39:39) und bleiben im Osten auf Rang drei.

Ein 19:5-Lauf brachte Chicago im dritten Viertel einen deutlichen Vorsprung, den die Truppe von Coach Tom Thibodeau nicht mehr hergab.

"Wir spielen sehr konstant. In jedem Spiel übernehmen verscheidene Spieler das Kommando", lobte Thibodeau seine Schützlinge.

Flügelspieler Luol Deng ragte mit 19 Zählern heraus. Joakim Noah schnappte sich 17 Rebounds.

Skiles schwärmt von Noah

Divisionsrivale Milwaukee (22-36) kassierte dagegen die zweite Niederlage in Serie und liegt als Zehnter bereits deutlich hinter dem letzten Playoff-Platz, den Indiana (26-31) besetzt.

"Ich habe so etwas noch nie gesehen. Ich habe nicht mit Wilt Chamberlain zusammengespielt", schwärmte Bucks-Trainer Scott Skiles von Noahs neun Offensiv-Rebounds in der ersten Hälfte.

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