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LeBron James (r.) ist mittlerweile siebenmaliger All-Star © getty

Topfavorit Miami kann gegen die Topteams nicht gewinnen. Die Knicks decken die Schwächen gnadenlos auf und wecken Hoffnungen.

Von Eric Böhm

München/Miami - Beim Blick auf die Playoffs muss den Miami Heat Angst und Bange werden.

Von zwölf Spielen gegen die besten vier Teams beider Conferences konnten "Miami Thrice" und Co. lediglich vier gewinnen, darunter zweimal gegen Orlando. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Selbst die völlig neu zusammengestellten New York Knicks deckten beim 91:86 gnadenlos die Schwächen der Startruppe auf.

Mehr noch, die Knicks scheinen für die Playoffs sogar wesentlich besser aufgestellt zu sein als das Starensemble aus Südflorida. (Auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Unerklärliche Aussetzer

Denn den Miami Heat scheint in den entscheidenden Situationen der Killerinstinkt zu fehlen. Das Spiel gegen New York stand dafür exemplarisch.

Die Gastgeber erspielten sich aufgrund ihrer immensen individuellen Klasse in der ersten Hälfte einen klaren Vorsprung, ließen sich aber zu leicht aus dem Rhythmus bringen.

So gab es im zweiten Viertel eine Spanne von vier Minuten, in der die Heat nicht einen einzigen Wurf ansetzten und New York einen 16:0-Lauf ermöglichten.

"Wir hatten das Spiel unter Kontrolle, haben aber unseren Gameplan später nicht mehr umgesetzt", meinte Chris Bosh, ohne eine Erklärung für die unerklärlichen Ausssetzer zu liefern.

Spoelstra wirkt ratlos

Dieses Strickmuster kehrt speziell gegen homogene und physisch starke Teams immer wieder.

Es ist schließlich kein Zufall, dass es gegen Chicago, Boston und Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks in fünf Partien bisher ausnahmslos Niederlagen setzte.

"Wir werden den Durchbruch schaffen. Ich kann nur hoffen, dass eine so schmerzhafte Niederlage das Team noch hungriger auf einen Sieg in einem Topspiel macht", wirkt Heat-Coach Erik Spoelstra zunehmend ratlos.

Starker Point Guard fehlt

James, Wade und Bosh spielen zu häufig eins gegen eins, ohne den Ball entsprechend laufen zu lassen.

Wenn an einer der "Big Three" einen schwachen Tag erwischt, wie D-Wade gegen New York, fällt das zerbrechliche Gebilde mit schöner Regelmäßigkeit in sich zusammen.

Außerdem wird in engen Spielen das Fehlen eines Point Guards von Format immer deutlicher.

Billups als Beispiel

Diesbezüglich lieferte Knicks-Neuzugang Chauncey Billups Miamis Verantwortlichen im direkten Duell eindrucksvollen Anschauungsunterricht.

Billups ist ein erfahrener Anführer, der speziell in der Crunch-Time zu ganz großer Form aufläuft.

"Mr. Big Shot" schweißte sein Team in der Schlussphase zusammen und setzte auch noch den Dreier zur Führung.

"Die Leute scheinen Chauncey zu vergessen. Point Guard ist die wichtigste Position im Basketball und er ist einer der Großen", adelte Bosh den Mann, der nur als Dreingabe im Anthony-Deal den Weg in den Big Apple fand.

Knicks besser aufgestellt

Die New Yorker können einem eventuellen Playoff-Rematch also relativ gelassen entgegensehen. Gerade die Abwehrstärke der neuen Knicks beeindruckte, kamen die Heat doch in der zweiten Hälfte auf lediglich 35 Punkte.

"Unsere Defensive war großartig. Wenn wir unsere Ziele erreichen wollen, müssen wir so immer auftreten", sagte Coach Mike D'Antoni.

Außerdem ist der Kader sehr ausgewogen zusammengestellt. Neben Billups und Anthony gibt es mit Amare Stoudemire einen herausragenden "Big Man", der im Gegensatz zu Bosh auch dominant auftritt.

"Es war ein ganz wichtiges Spiel für uns. Es herrschte Playoff-Atmosphäre", sagte Stoudemire.

In der Postseason wird miit den "New-Look-Knicks" zu rechnen sein. Topfavorit Miami wird sich hingegen gewaltig steigern müssen, um die eigenen Titelambitionen in die Tat umzusetzen.

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