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Posieren vor dem Wahrzeichen Londons: Die Toronto Raptors vor der Tower Bridge © getty

Englands Hauptstadt bereitet sich auf das Spektakel vor. Doch abseits der Spielstätte wird das große Spiel kaum wahrgenommen.

Aus London berichtet Rainer Nachtwey

London - New Jerseys neue Attraktion Deron Williams posiert mit dem Trikot der Nets, das die Rückennummer 11 und den Namen London trägt.

Der komplette Kader des NBA-Klubs inklusive Trainer Avery Johnson lacht vor der Tower Bridge in die Kamera.

Die Homepage der NBA verspricht ein großes Spektakel in der Hauptstadt Englands, wenn sich die Nets am Freitagabend (ab 21 Uhr LIVESCORES) mit den Toronto Raptors im ersten Regular-Season-Spiel der NBA-Geschichte auf europäischem Boden messen.

(Auch um 12 und 13 Uhr im TV die SPORT1 News)

London schreibt NBA-Geschichte

Doch einen Tag vor dem Basketball-Highlight weist die Themse-Metropole noch wenige Anzeichen auf, dass hier NBA-Geschichte geschrieben wird.

Soweit sich Fans, Einwohner und auch die Journalisten in London umsehen, kaum etwas erinnert hier an NBA-Basketball.

Kein großer Deal

Werbung am London City Airport? Fehlanzeige.

Immerhin verrät einem die freundliche Bahnangestellte am Ticketschalter, dass die Londoner den Event wahrgenommen haben, auch wenn es "not that big deal" ist.

Auch an den U-Bahn-Wänden lässt sich kein Plakat entdecken, dass auf das Spiel hinweist. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

An der Haltestation Canning Town, von der aus man die Spielhalle "The O2" sieht, müssen Besucher des Spektakels die U-Bahn wechseln, von der DLR-Linie in die Jubilee.

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Chicharito und Ellen, the Baby statt D-Will

Ein Fahrgast mit Baseball-Cap der New York Yankees unterhält sich mit seinem Begleiter über Fußball, über Chicharito, das Spiel Manchester Uniteds beim FC Chelsea, aber kein Basketball.

Die Zeitung, die sein Nebenmann liest, weist auf "Ellen, the Baby, frozen to save her life" hin. Ein Wort über die Nets oder die Raptors? Nichts.

NBA zwischen Romeo und Julia

Erst an der Haltestelle North Greenwich, bei der der Fahrer extra darauf hinweist, wer zu "The O2" will, solle hier aussteigen, lassen sich erste Zeichen erkennen.

Ein einzelnes DIN-A3-Plakat versteckt zwischen Romeo Juliet-Aufführung, zwischen Rafael Nadal, Roger Federer und Andy Murray, die bereits für das ATP-Finale im November werben.

Barbosa begrüßt die Besucher

Kaum hat man jedoch das Ende der Rolltreppe erreicht, springt einem ein überlebensgroßes Plakat von Leandro Barbosa ins Auge, gefolgt von Kris Humphries, Jose Calderon und Brook Lopez.

Und je näher der Besucher der Arena kommt, desto größer werden die Plakate.

Ein Sportartikel-Hersteller wirbt an der Fassade mit je einem Spieler eines NBA-Teams, mit Kuriositäten, wie der Körpergröße von Riese Robin Lopez und Zwerg Earl Boykins, der Armspanne von Nene, und, und, und.

Trainieren mit den Stars

Im Inneren erwacht die NBA dann vollends. Kinder im Alter von 7 bis 12 Jahren verfolgen begeistert das Training der Nets von der Tribüne, genauso wie die Journalisten vom Seitenrand.

Denn zwischen den Übungseinheiten schlägt ihre Stunde. Beim NBA Care Event stehen sie im Mittelpunkt. Dribbeln mit Deron Williams, Würfe mit Andrea Bargnani, Passen mit Amir Johnson.

Lobende Worte der Akteure

Spieler und Trainer sind begeistert. "Diese Events sind klasse für die Kids. Dabei wird NBA gelebt", lobt Torontos Julian Wright bei SPORT1 die Charity Auktion. Er freut sich richtig auf London.

"Der Flug und die Zeitumstellung ist schon ein großes Problem. Aber ich bin sehr glücklich, hier spielen zu dürfen und mit unserem Team die NBA zu vertreten."

Und New Jerseys Coach Johnson pflichtet seinem Gegner von Freitag und Samstag bei: "Das ist unglaublich. Diese Spiele gewinnen an zusätzlichem Reiz. Das ist mit Playoffspielen vergleichbar."

Nur eine amerikanische Cafe-Kette

Aber eben nur in der Arena.

Denn kaum entfernt man sich eine U-Bahn-Station weiter zur Mall zwischen Canary Wharf und Heron Quay, ist das einzig Amerikanische eine Filiale einer großen Cafe-Kette.

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