vergrößernverkleinern
LeBron James war 2008 Scoring Champion der NBA © getty

Miamis Glitzerteam verspielt gegen die Magic einen riesigen Vorsprung. Die "Two-Man-Show" genügt nicht. Ein Neuer geht mit unter.

Von Eric Böhm

München/Miami - Die Miami Heat haben erneut leichtfertig eine große Führung verspielt - und damit die Chance, nach Siegen zum Ost-Spitzenreiter Boston Celtics aufzuschließen..

Gegen die Orlando Magic kassierten LeBron James und Co. eine 96:99 (63:45)-Heimpleite, obwohl sie im dritten Viertel bereits mit 24 Punkten in Front lagen. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Mit einem 40:9-Spurt machten die Gäste aus dem 49:73 ein 89:82 und brachten den Heat die zweite Heimniederlage in Folge bei.

"Wir erspielen uns immer wieder große Führungen und brechen dann ein. Ich weiß nicht, woran es liegt. Hoffentlich können wir das bald abstellen", zeigte sich James ratlos. (Auch um 12 und 13 Uhr im TV: die SPORT1 News)

Erneut Führung verspielt

Zum wiederholten Mal ging den Heat in der entscheidenden Phase einer Partie die Puste aus.

Gegen die Knicks reichte zuletzt ein 15-Punkte-Vorsprung nicht, in Chicago führte das Starensemble noch vier Minuten vor Schluss.

Vor einem Monat hätten die Magic vor eigenem Publikum um ein Haar einen Rückstand von 23 Zählern noch wettgemacht, und im November kollabierte Miami nach einer 51:29-Führung gegen Utah.

"Das ist irre. Wir müssen lernen den Sack zuzumachen. Solche Niederlagen nerven, aber wir arbeiten hart. Du hoffst auf das Licht am Ende des Tunnels", sagte Dwyane Wade.

James verpasst Ausgleich

Wade (28 Punkte) und LeBron (29 Zähler) zeigten in der ersten Hälfte ansprechende Leistungen, doch nach der Pause trafen sie zusammen nur drei ihrer 13 Wurfversuche.

Im Schlussviertel blieben sie sogar ohne Treffer, und die Magic profitierten von der gewohnt unterirdischen Leistung der Heat-Rollenspieler.

Dennoch hatten Chris Bosh (13 Punkte, nur fünf von 15 aus dem Feld) und James Sekunden vor der Schlusssirene mit Versuchen von jenseits der Dreierlinie noch die Chance zum Ausgleich, trafen aber beide nur den Ring.

"Ich hatte eine relativ gute Chance, aber der Ball ging nicht rein", meinte der "King".

Bibby unauffällig

Auch Neuzugang Mike Bibby (drei Zähler, ein Assist) konnte "Miami Thrice" bei seinem Debüt noch nicht unterstützen.

"Es ist frustrierend. Das Wichtigste ist jetzt, dass wir weiterarbeiten und nach vorn schauen", flüchtete sich Miamis Coach Erik Spoelstra wieder einmal in inhaltlose Phrasen.

Kein Zusammenspiel

Speziell im letzten Viertel war von Zusammenspiel und der richtigen Einstellung nichts zu sehen. Allein Magic-Center Dwight Howard gelang mit zehn ein Rebound mehr als dem kompletten Team der Heat.

Wenn die großen Drei eine Schwächephase durchlaufen, fällt das Gebilde regelmäßig in sich zusammen.

In dieser Form wird Miami (43-18) seinen hauchdünnen Vorsprung auf die drittplatzierten Chicago Bulls (41-18) bald aufgebraucht haben.

Van Gundy als Astrologe

Die Gäste stehen derweil nach dem vierten Sieg hintereinander im Osten weiterhin auf Rang vier und konnten ihr Glück kaum fassen.

"Heute standen die Sterne günstig. Das kannst du nicht erklären. Auswärts ein solches Spiel noch zu drehen ist unglaublich", meinte Magic-Trainer Stan Van Gundy.

Jason Richardson startete mit elf seiner insgesamt 24 Punkte Orlandos riesigen Lauf. Howard lieferte mit 14 Punkten, 18 Rebounds und fünf Blocks eine gewohnt gute Leistung ab.

Verteidigung der Schlüssel

Die starke Verteidigung gestattete den Heat in der zweiten Hälfte lediglich 33 Zähler.

"Um ehrlich zu sein, wusste ich gar nicht, dass wir so weit zurücklagen. Ich habe einfach gespielt und mir über den Spielstand keine Gedanken gemacht", sagte Point Guard Jameer Nelson.

Ein solches Comeback gelang den Magic zuletzt vor 22 Jahren, als gegen die Cleveland Cavaliers ein Rückstand von 25 Punkten wettgemacht wurde.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel