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Jose Calderon spielt seit 2005 in der NBA für die Toronto Raptors © getty

Die NBA-Verantwortlichen bestätigen ihr Interesse an einem europäischen Team. Torontos DeRozan ist gegenüber SPORT1 skeptisch.

Aus London berichtet Rainer Nachtwey

London - Ein europäisches NBA-Team soll kommen. Das auf jeden Fall. Wie lange es noch dauert, ließ Deputy Commissioner Adam Silver offen.

"Zehn Jahre wird es mindestens noch dauern, bevor wir das in die Tat umsetzen können", sagte der Vertreter von Liga-Boss David Stern am Rande des ersten regulären Saisonspiels auf europäischem Boden auf einer Pressekonferenz in London.

Allerdings stellte der Vize-Chef klar, dass es einen europäischen NBA-Klub nur im Zusammenhang mit einer Europa Division geben wird (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

"Die beiden Spiele zwischen den New Jersey Nets und den Toronto Raptors sowie die Olympischen Spiele 2012 in London sollen uns Aufschluss über das Interesse an der Liga geben", meinte Silver.

"Die Leute sind heiß auf NBA"

Silver vertrat Commissioner David Stern, "der sehr gerne in London gewesen wäre", aber aufgrund von Verhandlungen seinen Vertreter in Englands Hauptstadt schickte.

(Auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Dass die Nachfrage nach NBA-Basketball in London und Europa im Allgemeinen vorhanden ist, bestätigte Tim Leiweke, Präsident der Anschutz Entertainment Group (AEG).

"Wir haben in unseren Hallen in London und Berlin Vorbereitungsspiele der NBA abgehalten. Die Hallen waren immer ausverkauft. Die Leute sind also heiß auf NBA", sagte Leiweke.

Voraussetzungen sind gegeben

Nun gehe es darum, Probleme zu analysieren und aus dem Weg zu räumen. "Mit den Arenen in London, Berlin, Hamburg und Stockholm haben wir bereits die Voraussetzungen geschaffen, ein Spiel auszutragen", meinte Leiweke.

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Zudem plant die AEG mit Frankreich als weiterem Standort. Sie ist an einer Übernahme und Renovierung der Halle in Paris-Bercy interessiert.

"Nächstes Jahr sollen es 17 sein"

Bis es zu einer europäischen Division komme, sollen weiterhin reguläre Saisonspiele auf der anderen Seite des Teiches, wie Silver es ausdrückte, ausgetragen werden.

"Unser Bestreben ist es, Europa in unsere jährlichen Planungen einzubinden", meinte Silver.

Leiweke antwortete scherzhaft darauf: "Nächstes Jahr sollen es 17 sein."

Zeitumstellung problematisch

Die Spieler stehen dem Vorhaben gespalten gegenüber. Der Begeisterung zum Trotz meint DeMar DeRozan von den Toronto Raptors gegenüber SPORT1: "Für uns Spieler ist es ein großer Unterschied zu den Reisen an die Westküste."

Vor allem die Zeitumstellung bereitet den Akteuren Probleme.

"Von Los Angeles zum Beispiel sind es nur drei Stunden, hier sind es fünf. Jede Stunde mehr tut weh."

Calderon sieht keine Probleme

Für seinen spanischen Teamkollege Jose Calderon hingegen zieht dieses Argument nicht.

"Wenn man rechtzeitig anreist, geht es recht schnell. Außerdem wenn der Ball erst in der Luft ist, vergisst man eh alle Widrigkeiten wie Jetlag", sagt der Aufbauspieler der Kanadier zu SPORT1.

Allerdings räumt der Spanier ein: "Vielleicht fällt es aber auch mir nur leichter, weil ich es gewöhnt bin."

"Halle besitzt definitiv NBA-Standard"

Die Spieler bestätigten immerhin Vize-Boss Silver, dass die Voraussetzungen für eine NBA-Franchise in London auf jeden Fall gegeben sind.

"Hier zu spielen ist großartig. Die Halle besitzt definitiv NBA-Standard", meint selbst der kritische DeRozan.

Ob Torontos Shooting Guard selbst noch auflaufen wird, wenn das erste NBA-Spiel zwischen einem nordamerikanischen und einem europäischen Team ausgetragen wird, bleibt abzuwarten.

Denn bereits im Oktober 2008 beim Vorbereitungsspiel zwischen den New Orleans Hornets und Washington Wizards in Berlin hatte Stern vollmündig verkündet, dass es in zehn Jahren soweit sei.

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