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Deron Williams erzielte in seinem fünften Spiel für die Nets sein fünftes Double-Double © getty

Mit einem Triple-Overtime-Krimi verabschieden sich die New Jersey und Toronto aus London. Aber es gibt auch Skeptiker.

Aus London berichtet Rainer Nachtwey

London - Das Publikum buht. So laut es geht.

Travis Outlaw steht an der Freiwurflinie, wirft.

Ein riesiger Jubelsturm entbrennt.

Er hat getroffen.

Ein kurioses Bild, das es in NBA-Hallen sicherlich nicht zu erleben gibt.

Gleiches Szenario beim zweiten Freiwurf. Erst die Buhrufe, der Treffer, der Jubel.

Es sind die entscheidenden Punkte in der dritten Verlängerung, der den New Jersey Nets mit 137:136 den zweiten Sieg in London über die Toronto Raptors beschert (VIDEO: Die Zusammenfassung des Spiels).

"Ich habe es noch nie erlebt, dass die Buhrufe vor dem Freiwurf und der Jubel nach dem getroffenen gleich groß waren", sagt Outlaw zu SPORT1.

Fabregas drückt Calderon die Daumen

Drei Overtimes, schier unglaubliche Comebacks, spektakuläre Würfe und Slamdunks - das Londoner Publikum um die versammelte Londoner Fußball-Prominenz Petr Cech, Cesc Fabregas, Gael Clichy, Samri Nasri, Marouane Chamakh, Bacary Sagna und Didier Drogba (358744Die Bilder vom Spiel) kommt spätestens beim zweiten Spiel auf europäischem Boden auf seine Kosten.

"Das war ein Spiel mit unglaublicher Intensität und verrückten Wendungen. Beide Mannschaften haben nie aufgegeben. Das kam schon fast an ein Playoff-Spiel heran", meint Kris Humphries bei SPORT1.

Einem Playoff-Spiel sehr nahe

Auch der K.o.-Runden-erprobte Jordan Farmar, mit den Los Angeles Lakers Meister der letzten beiden Spielzeiten, sagt zu SPORT1: "Es war eine große Willensleistung. Und mit den Back-to-Back-Spielen kam es den Playoffs recht nah."

Und Farmar findet in der London-Reise und insbesondere im zweiten Spiel Trost. "Die Playoffs sind für uns in weiter Ferne, aber das war ein bisschen Ersatz, sollten wir scheitern." (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Triano empfiehlt London-Trip

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Der Ausflug auf den alten Kontinent kann Commissioner David Stern daher durchaus als Erfolg verbuchen. Und darum ging es dem Ligachef nur: Großen Anklang bei Spielern und Zuschauern, damit sein Traum von einer globalen NBA irgendwann Wirklichkeit wird.

Zustimmung erhielt Stern auch von den Trainern.

So meint Torontos Jay Triano bei SPORT1: "Es passte einfach alles, wir können uns in keinem Fall über irgendetwas beklagen, außer dass wir beide Spiele verloren haben."

Für weitere Events über dem großen Teich spricht sich der Coach aus. "Ich würde jedem Trainerkollegen empfehlen, die Erfahrung hier in London mitzumachen."

Zwei Heimspiele in der Ferne

Gegner New Jersey nimmt neben den grandiosen Erfahrungen noch die zwei Siege und großes Selbstvertrauen mit in die kommenden Partien zurück im heimischen Prudential Center.

"Für uns war London auch zwei Heimspiele. Daher waren die Siege enorm wichtig", sagt Matchwinner Outlaw. "Außerdem wird das Zusammenspiel mit Deron von Spiel zu Spiel besser." (Auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Lopez und Williams harmonieren

Mit Deron ist Trade-Deadline-Neuzugang Deron Williams gemeint. Der All-Star-Aufbauspieler, der 348796im Tausch für Devin Harris, Derrick Favors und zwei Erstrunden-Draftrechts nach New Jersey wechselte, kam auf 21 Punkte und 17 Assists und damit sein fünftes Double-Double im fünften Spiel für die Nets.

Gemeinsam mit Center Brook Lopez soll D-Will das neue Traumduo bilden.

"Von seinen Zuspielen profitiert jeder von uns. Außerdem ist er sehr variabel im Angriff. Er kann aufposten, aus der Entfernung werfen. Er macht uns um so viel besser", schwärmt Lopez bei SPORT1, der vor seinem sechsten Foul in der ersten Verlängerung 34 Punkte, 14 Rebounds und 8 Blocks erzielt hatte.

Planungen für nächste Saison

Dass die Playoffs in der laufenden Saison ohne sie stattfinden werden, damit haben sich beiden Mannschaften abgefunden.

"Wir feilen an unserer Abstimmung für die kommende Saison. Es ist natürlich schade, dass Deron erst so spät zu uns gestoßen ist. Mit ihm wäre sicherlich mehr drin gewesen", meint New Jerseys Coach Avery Johnson. Und auch für seinen Kollegen zählt bereits die Saison 2011/12.

"Für uns geht es jetzt darum, den jungen Leuten Spielzeit zugeben, aber gleichzeitig uns für die kommende Saison mit unserem Stamm einzuspielen. Das ist eine schwieriger Grat", meint Triano.

DeRozan bleibt Skeptiker

Würden die Trainer auch in der kommenden Saison die anstrengende Reise auf sich nehmen?

"Gerne wieder", meint Johnson und Triano: "Es gibt nur Positives darüber zu sagen. Wir sind hier sehr gut aufgenommen worden."

Allerdings gab es auch einen Skeptiker der England-Reise. "Es war schon sehr aufregend, und um unseren Klub noch bekannter zu machen, war das eine gute Sache", sagt DeMar DeRozan bei SPORT1. "aber an uns Spielern zehrt es schon sehr."

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