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Zach Randolph (m.) wurde 2004 zum Most Improved Player der NBA gewählt © getty

Dallas schenkt erneut eine komfortable Führung her. Nowitzki wird nur fast zum Matchwinner. Die Grizzlies feiern ihren "Big Man".

Von Eric Böhm

München/Dallas - Die Erfolgsserie der Dallas Mavericks ist gerissen.

Gegen die Memphis Grizzlies verlor die Truppe um Dirk Nowitzki nach einer dramatischen Schlussphase noch mit 103:104 (55:38). (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Der Würzburger wäre drei Sekunden vor dem Ende mit einem verwandelten Sprungwurf von der Freiwurflinie fast zum Matchwinner geworden.

Aber Grizzlies-Forward Zach Randolph (27 Zähler) konterte mit einem Treffer in hohem Bogen über Brendan Haywood und fügte Dallas nach acht Siegen am Stück wieder eine Niederlage zu. (Auch um 12 und 13 Uhr im TV die SPORT1 News)

41 Punkte im dritten Viertel

Dass es überhaupt so eng wurde, hatten sich die Mavericks mal wieder selbst zuzuschreiben.

Denn die Texaner führten zur Pause schon mit 17 Punkten, ehe sie im dritten Viertel ihre Disziplin in der Abwehr verloren und Memphis gleich 41 Zähler gestatteten.

Bereits in den letzten Partien hatte Dallas große Führungen noch verspielt, um am Ende doch knapp die Oberhand zu behalten.

"Das passiert einfach, wenn du immer wieder einen Vorsprung herschenkst. Irgendwann rächt es sich. Heute haben wir die Quittung bekommen", sagte Nowitzki, der insgesamt 23 Punkte markierte. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Jason Terry war mit 26 Zählern einmal mehr Topscorer des Teams. Shawn Marion (zehn Punkte, zwölf Rebounds) steuerte ein Double-Double bei.

"Randolph hat uns in den Hintern getreten"

Entsprechend sauer war Trainer Rick Carlisle über die leichtfertigen Fehler nach der Pause.

"Das Spiel wurde im dritten Viertel entschieden. Wir leisten uns sechs Ballverluste. Sie holen 41 Punkte. Du bekommst, was du verdienst", sagte der 52-Jährige gegenüber den "Dallas Morning News".

Nach der Spurs-Niederlage gegen die Lakers wollten sie eigentlich weiter Boden auf den Spitzenreiter gut machen.

"Randolph hat uns in den Hintern getreten. Wir haben die Herausforderung nicht angenommen. Das ist das einzig Entscheidende", meinte Carlisle weiter.

Gleiches Muster

Von den vergangen 20 Spielen verloren die Mavericks nur zwei Spiele. Die Pleite in Denver wies das gleiche Strickmuster auf.

Beide Male verpasste es Dallas vorzeitig den Deckel drauf zu machen und verlor in letzter Sekunde.

"Das Spiel hätte so oder so ausgehen können. Sie haben eine gute Aktion gesetzt. Es hätte aber gar nicht so weit kommen dürfen", meinte "Dirkules" angefressen.

Dreier-Serie geht weiter

Immerhin versenkte Dallas auch im 1000. Spiel in Folge einen Dreier und baute damit seinen NBA-Rekord weiter aus. Zumindest diese Serie geht also weiter.

Der ansonsten schwache Jason Kidd (vier Pünktchen) überholte Sonics-Legende Gary Payton und sicherte sich mit Steal Nummer 2.447 den alleinigen dritten Rang in der ewigen NBA-Rangliste.

Nur John Stockton und Michael Jordan liegen noch vor dem Aufbauspieler.

Chandler fehlt

Trotz der zumindest defensiv ansprechenden Leistung von Haywood (acht Rebounds, sechs Blocks) wurde Tyson Chandler speziell in der entscheidenden Phase schmerzlich vermisst.

Der Center hatte sich gegen Philadelphia eine Knöchelverletzung zugezogen und verpasste bereits die Partie gegen Indiana.

"Er fühlt sich gut und macht Fortschritte. Es steht noch nicht fest, wann er zurückkommen kann", meinte Carlisle.

Gegen Minnesota (ab 2 Uhr LIVESCORES) wird der 28-jährige "Big Man" wohl nicht zum Einsatz kommen.

Grizzlies bleiben Achter

Die Grizzlies gewannen zum ersten Mal überhaupt den Saisonvergleich gegen die Mavericks und verteidigten als Achter den letzten Playoff-Platz.

"Wir sind aggressiver zur Sache gegangen und haben uns in Abwehr und Angriff cleverer verhalten", erklärte Grizzlies-Flügelspieler Shane Battier den Umschwung.

Neben "Zebo" Randolph überzeugten auch Mike Conley (17 Zähler, zehn Assists) und Marc Gasol (16 Punkte, zehn Rebounds).

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