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Mark Cuban kaufte die Mavericks im Jahr 2000 für 258 Millionen Dollar © getty

Mark Cuban wünscht sich für die Zeit nach "Dirkules" Pleiten in möglichst großer Zahl - wegen der Verrücktheit des NBA-Systems.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Mark Cuban ist für seine markigen Statements weit über die NBA hinaus bekannt. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Leise Töne, nichtssagendes Business-Sprech, wohlabgewägte Worte zwischen Einerseits und Andererseits: Das ist nichts für den Besitzer der Dallas Mavericks - und das stellte er nun erneut unter Beweis.

Diesmal geht es um den Spielplan seines Teams - und um die langfristige Perpektive, für die Cuban einen schräg anmutenden Wunsch hat.

Aktuell ist es das harte Programm mit gleich vier Partien in fünf Tagen, das Cubans Gemüt erhitzt: "Vier Spiele an fünf Abenden und danach gegen die Lakers? Das ist doch Wahnsinn", wetterte Cuban. (Auch um 12 und 13 Uhr im TV die SPORT1 News)

Chandler fehlt weiter

Das verlorene Spiel gegen die Memphis Grizzlies war der Beginn der knüppelharten Woche, die Dallas wohl ohne den am Knöchel verletzten Center Tyson Chandler bestreiten muss. In New Orleans (Do., ab 2 Uhr LIVESCORES) wird er wohl mindestens noch pausieren müssen.

"Immerhin werden wir sehen, aus welchem Holz das Team geschnitzt ist. Wir müssen auf jeden Fall besser auftreten als heute", meint Cuban nun in den "Dallas Morning News".

Sein momentanes Team scheint dennoch auf einem guten Weg in Richtung Playoffs zu sein.

"Hoffe wir verlieren"

Cuban denkt aber schon deutlich weiter in die Zukunft - an die Zeit nach Nowitzki.

"Wenn Dirk irgendwann zurücktritt, werden wir kein Spitzenteam mehr sein. Ich hoffe sogar, dass wir richtig heftig verlieren und durchgereicht werden", sagte Cuban. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Grund für diesen Wunsch ist die ganz normale Verrücktheit des NBA-Systems: Cubans Meinung nach, haben Teams, die sich jahrelang im Mittelmaß aufhalten, selbst auf lange Sicht keine Chance eine Meistermannschaft zu formen.

"Ich möchte auf keinen Fall, dass wir in die Mittelmäßigkeit abdriften und nur um die Ränge sechs bis zehn spielen", meinte der Self-Made-Milliardär.

Jordan stimmt zu

Wenn ein Team erstmal in dieser Zone festhängt, gibt es einfach keine Zeit, einen echten Neuaufbau zu starten oder genug Geld einzusparen, um richtige Superstars zu verpflichten.

Außerdem hat ein mittelmäßiger Klub kaum eine Chance, im Draft ein Supertalent a la Derrick Rose oder John Wall zu bekommen.

Bobcats-Besitzer Michael Jordan begründete mit dieser These zuletzt den Trade seines Topspielers Gerald Wallace nach Portland: "Wir wollen nicht die Nummer sieben oder acht der Conference werden."

Knicks-Strategie

Auch die New York Knicks sind in diesem Zusammenhang ein gutes Beispiel. Nach den, auch ohne Titel, erfolgreichen Jahren mit Patrick Ewing versank das Team im Mittelmaß.

Es gab hier und da einen Playoff-Auftritt, aber das Basketball-Interesse im Big Apple ließ immer mehr nach.

Dann entschieden sich die Verantwortlichen für einen radikalen Schnitt. Damit sollte genug finanzieller Spielraum erwirtschaftet werden, um LeBron James zu verpflichten.

Die letzten beiden grauenvollen Jahre wurden billigend in Kauf genommen. LeBron ging zwar nach Miami, aber mit Amare Stoudemire und jetzt Carmelo Anthony ist eine Aufbruchstimmung rund um die Knicks zu spüren.

Thunder als Beispiel

Auch der Weg der Oklahoma City Thunder scheint die These zu untermauern. Manager Sam Presti hat dort fast ausschließlich mit Draft-Picks ein hochtalentiertes Team geformt.

Andere Teams und Besitzer können sich eine solche Strategie schlicht und einfach nicht leisten, denn sie sind auf Fernsehgelder und Playoff-Prämien angewiesen. Dafür zahlen sie den Preis der langfristigen Mittelmäßigkeit.

Was nichts für Mark Cuban ist.

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