Mike Williams wird von Kugeln acht Kugeln getroffen - und überlebt. Jetzt kämpft der frühere NBA-Spieler um ein normales Leben

München - Mike Williams hat seinen mächtigen Körper auf Gehhilfen gestützt, sein Gesicht ist schmerzverzerrt, jede Bewegung fällt ihm schwer.

Tag für Tag muss der 47-Jährige in der zermürbenden Reha aufs Neue um kleine Erfolgserlebnisse kämpfen - nachdem er es früher mit den Besten der Besten aufgenommen hatte. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Williams spielte in der NBA gegen Stars wie Michael Jordan, Larry Bird oder Dominique Wilkins, heute ist er stolz auf 30 Schritte.

(Auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

"Ich begann zu beten"

Es war der 29. November 2009, als das Leben des ehemaligen Profis mit einem Schlag aus den Angeln gehoben wurde.

Williams arbeitete als Sicherheitsmann in einem Nachtklub, plötzlich fielen Schüsse.

"Bevor ich überhaupt wusste, was los war, wurde ich getroffen und fiel zu Boden. Mir war plötzlich kalt und ich begann zu beten", erinnert sich Williams an den folgenschweren Abend in Atlanta.

Von Kugeln durchsiebt

Acht Kugeln erwischten Williams damals, vier im Rücken und vier in der Schulter.

Für den ehemaligen Profi der Golden State Warriors, Sacramento Kings und Atlanta Hawks begann eine Leidenszeit, deren Ende noch längst nicht absehbar ist.

"Big Mike" wurde mehrfach operiert, mit täglicher stundenlanger Physiotherapie wird er auf sein neues Leben vorbereitet.

"Es grenzt an ein Wunder"

Immer an seiner Seite ist dabei Dan Ivankovich, ein orthopädischer Chirurg, mit dem Williams einst in der Highschool Basketball spielte.

Williams sah im Fernsehen einen Bericht über "Doctor D", der sich um Opfer des Erdbebens in Haiti kümmerte, und nahm Kontakt zu seinem alten Freund auf.

"Es grenzt an ein Wunder, dass er überhaupt schon diese Fortschritte gemacht hat", sagt der Arzt aus Kroatien über seinen Patienten.

Er weiß, dass Williams auch elf Jahre nach dem Ende der NBA-Karriere von seinem sportlichen Ehrgeiz profitiert: "Ohne seine Entschlossenheit, sein Durchhaltevermögen und sein Feuer wäre das alles unmöglich."

"Doctor D" hat große Pläne

Ivankovich, ein extrovertierter Zwei-Meter-Hüne, der während der Arbeit gerne mal einen Cowboyhut trägt und unter dem Namen "The Right Reverend, Doctor D" als Blues-Gitarrist auftritt, hat mit Williams noch viel vor.

Der Mann, in dessen Wirbelsäule nach wie vor Reste der Geschosse stecken, soll ein sogenanntes Exoskelett erhalten.

Dabei handelt es sich um eine Stützstruktur, deren Gelenke mit Motoren bewegt werden und dafür sorgen sollen, dass Williams wieder freihändig gehen kann.

Williams will alte größe erreichen

Williams ist von der Idee begeistert und kämpft trotz aller Schmerzen verbissen um ein einigermaßen normales Leben.

"Die ersten Schritte waren unglaublich. Es war toll, wieder zu stehen", sagt Williams.

Doch das reicht ihm noch nicht: "Ich war eigentlich 2,06 Meter groß. Ich hoffe, dass ich es bald wieder auf 2,06 schaffe."

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