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Dwyane Wade (r.) stand in den letzten beiden Jahren im NBA-First-Team © getty

Auch gegen Portland gelingt kein Befreiungsschlag. D-Wade und LeBron überbieten sich gegenseitig, doch der Rest schaut nur zu.

Von Eric Böhm

München/Miami - Die handfeste Krise der Miami Heat setzt sich fort.

Das Starensemble verlor mit 96:105 (51:57) auch gegen die Portland Trail Blazers und kassierte bereits die fünfte Pleite in Serie.

Von den acht Spielen seit dem All-Star-Break konnten gar nur zwei siegreich bestritten werden.

"Wie können wir diese Situation erklären? Überhaupt nicht. Ich glaube, wir sind noch nicht am Tiefpunkt angekommen", sagte ein zerknirschter LeBron James im Anschluss und verkennt damit die ernste Lage.

Denn speziell der spielerisch äußerst dürftige Heimauftritt ist durchaus ein Tiefpunkt für das Projekt "Miami Thrice". (Auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News im TV)

Bosh gibt Rätsel auf

Einmal mehr bestand die Heat-Offensive ausschließlich aus Dwyane Wade (38 Punkte) und James, der 31 Zähler, elf Rebounds und acht Assists lieferte.

Der Rest des Teams steuerte gerade einmal 27 Pünktchen bei. Chris Bosh gab mit seiner Vorstellung (nur drei Treffer bei elf Versuchen aus dem Feld) zum wiederholten Mal Rätsel auf.

"D-Wade und ich sind die Anführer dieses Teams. Wir haben weiterhin Selbstvertrauen", meinte James.

Wie es mit der Stimmung bei den "Fußsoldaten" der Heat bestellt ist, darüber schwieg der "King".

Lektion von den Blazers

Offenbar ist dem Superstar immer noch nicht klar, dass auch Miami auf Dauer nur als Einheit erfolgreich sein kann.

Diesbezüglich erteilten die Trail Blazers den Gastgebern eine eindrucksvolle Lektion. Denn gleich sechs Spieler punkteten zweistellig.

Auf jeden Zwischenspurt Miamis hatten sie eine Antwort und feierten ihren siebten Auswärtserfolg am Stück. Wesley Matthews sorgte mit seinem Dreier 1:34 Minuten vor Schluss für die Entscheidung.

"Wir brauchten diesen Sieg unbedingt. Es war ein enges Spiel, aber in den entscheidenden Situationen hatten wir die Nase vorn", zeigte sich Point Guard Andre Miller zufrieden.

Aldridge Topscorer

LaMarcus Aldridge war mit 26 Punkten Portlands Topscorer. Neuzugang Gerald Wallace steuerte von der Bank 22 Zähler bei.

Auch Brandon Roy (14 Punkte) kommt nach seiner langen Verletzungspause immer besser in Schwung und traf seine drei Würfe jenseits der Dreierlinie.

"Es war für uns eine Herausforderung. Miami ist ein gutes Team. Wenn wir zu den Besten gehören wollen, müssen wir die Besten schlagen", meinte Blazers-Coach Nate McMillan, der vor der Partie seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert hatte.

Spoelstra ohne Antworten

Allein die Bank der Gäste behielt gegen die Heat-Reservisten mit 41:8 die Oberhand.

Dennoch verteidigte Dwyane Wade seine unauffälligen Teamkollegen: "Wir haben Leute auf der Bank, die uns weiter helfen können."

Allerdings müssen sie auch in das Spiel einbezogen werden. Denn die fehlende Homogenität bleibt das größte Manko der zusammengewürfelten Truppe.

"Um ehrlich zu sein, haben wir nicht viele Antworten auf Lager. Das sind extrem bittere Niederlagen. Unsere Jungs geben vollen Einsatz", sagte der ratlose Heat-Trainer Erik Spoelstra.

Jetzt gegen die Lakers

Miami bleibt im Osten zwar Dritter, verliert aber allmählich den Anschluss. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Und leichter wird es für die krisengeschüttelte Startruppe nicht. Schließlich kommt nun mit den Los Angeles Lakers der amtierende Meister nach Südflorida (Fr., ab 1 Uhr LIVESCORES).

Kobe Bryant wird die Heat dennoch nicht unterschätzen: "Es ist eine große Möglichkeit für sie. Nach fünf Niederlagen wäre ein Sieg gegen uns ein richtiger Umschwung."

Portland verteidigt dagegen in der Western Conference Rang sechs und bleibt klar auf Playoff-Kurs.

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