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Tyson Chandler (l.) spielte von 2006 bis 2009 für New Orleans © getty

Dallas macht den Sack nicht zu und lädt die Hornets zum Comeback ein. Nowitzki verpasst den Siegtreffer. Der Coach ist sauer.

Von Eric Böhm

München/New Orleans - Die Dallas Mavericks haben bei ihrem Angstgegner erneut eine bittere Niederlage erlitten.

Das 92:93 (46:43) bei den New Orleans Hornets war bereits die achte Pleite hintereinander in Louisiana. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Im November hatten die Mavericks an gleicher Stelle eine Partie nach ganz ähnlichem Strickmuster verspielt.

Damals wie heute hatte der stark aufspielende Dirk Nowitzki (26 Punkte) die Chance zum Sieg, doch sein Sprungwurf im Rückwärtsfallen prallte vom Ring ab. (Auch um 12 und 13 Uhr im TV die SPORT1 News)

Killerinstinkt fehlt

"Wir haben hier schon einige harte Niederlagen einstecken müssen, aber heute hätte es gar nicht auf den letzten Wurf ankommen dürfen", meinte der Würzburger.

Beim 97:99 vor vier Monaten verlor Nowitzki den Ball in den Schlusssekunden an David West.

Diesmal machte dem Mavs erneut ihr fehlender Killerinstinkt einen Strich durch die Rechnung. Denn in den letzen 73 Sekunden verschenkten sie eine vermeintlich sichere 92:85-Führung.

"Wir hatten das Spiel schon gewonnen, aber am Ende haben wir praktisch alles falsch gemacht", war Nowitzki sichtlich enttäuscht.

Chandler mit Licht und Schatten

Der Deutsche traf insgesamt zehn seiner 18 Würfe, begünstigte aber mit einem Ballverlust das Comeback der Hornets. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Tyson Chandler, der bei seiner Rückkehr mit 16 Zählern und 13 Rebounds überzeugte, verfehlte kurz darauf gegen sein ehemaliges Team zwei Freiwürfe und die Gastgeber hatten beim Stand von 90:92 eine letzte Chance.

"Ich habe mich gut gefühlt. Die beiden Freiwürfe hätten das Spiel entschieden. Das nächste Mal mache ich es besser", sagte der Center.

"Müssen härter werden"

Den 8:0-Endspurt der Gastgeber vollendete Jarrett Jack mit drei Freiwürfen, nachdem ihn der völlig indisponierte Jason Kidd (drei Punkte, null von sieben aus dem Feld) bei einem Dreier gefoult hatte.

"Jack hat das Clever gemacht. Wir haben alles getan, um die Partie noch zu verlieren", versuchte der Point Guard gar nicht erst seinen Lapsus zu erklären.

Sein Coach hatte für den kollektiven Einbruch dagegen eine Begründung auf Lager.

"Wir müssen härter werden. In der Schlussphase hat das Team zu soft agiert. Das müssen wir unbedingt abstellen", forderte Rick Carlisle seine Truppe in den "Dallas Morning News" heraus.

Die eklatante Unterlegenheit an den Brettern (31:44) untermauert seine Analyse.

Marion angeschlagen

Zu allem Überfluss zog sich auch noch Shawn Marion eine Rippenverletzung zu, als er von Marco Belinelli in einen Kameramann am Spielfeldrand geschubst wurde.

Der Forward war für den seinerseits angeschlagenen Peja Stojakovic kurzfristig in die erste Fünf gerückt. Denn der Serbe musste mit Rückenproblemen passen.

"Ich hatte an dieser Stelle schon vorher ein paar Schmerzen, deshalb konnte ich nicht weiterspielen. Aber auf den Röntgenaufnahmen ist nichts zu sehen. Es ist alles in Ordnung", gab Marion im Anschluss Entwarnung.

Dallas (46:18) bleibt in der Western Conference nur noch hauchdünn vor den Los Angeles Lakers (46:19) auf Rang zwei. New Orleans (38:29) ist Siebter.

Paul nicht vermisst

Die Gastgeber konnten auch ohne "Mavs-Killer" Chris Paul einen wichtigen Sieg bejubeln.

Der Aufbauspieler spielt gegen die Texaner traditionell auf einem guten Level, verpasste jedoch aufgrund von starken Kopfschmerzen nach einer Kollision mit Clevelands Ramon Sessions schon sein zweites Spiel.

Daher schwang sich Ersatzmann Jack zum Matchwinner auf. Der Neuzugang aus Toronto und Reservist Belinelli ragten mit 21 Zählern heraus.

"Ich glaube, uns hat keiner diesen Sieg zugetraut. Die Jungs haben daran geglaubt. Sie ließen sich nicht abschütteln und nutzten am Ende ihre Chancen", lobte Trainer Monty Williams seine "Hornissen".

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