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Erik Spoelstra arbeitet bereits seit 1995 für die Miami Heat © getty

Pleitenserie, ein meckernder Bosh, Häme über Tränen in der Kabine: In Miami liegen vor dem Lakers-Duell die Nerven blank.

München/Miami - Von den Medien verspottet, dazu sportlich von der Rolle: Die Miami Heat kämpfen derzeit zumeist erfolglos an allen Fronten.

Beim 96:105 gegen die Portland Trail Blazers kassierte das Starensemble bereits die fünfte Niederlage in Serie. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Während Miami verzweifelt nach seiner Form sucht, kommt mit den Los Angeles Lakers das formstärkste Team der Liga zu direkten Duell (Fr., ab 1 Uhr LIVESCORES) nach Florida.

Als wäre die sportliche Situation nicht besorgniserregend genug, sehen sich LeBron James und Co. seit Tagen dem Hohn der Presse ausgesetzt. (Auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News im TV)

Spoelstra tritt "Crygate" los

Heat-Coach Erik Spoelstra hatte die mittlerweile als "Crygate" bezeichnete Affäre am Sonntagnachmittag mit einer unbedachten Aussage losgetreten.

In der Pressekonferenz nach dem 86:87 gegen die Chicago Bulls sagte der Coach, einige seiner Spieler hätten in der Kabine geweint, entsprechend fiel das Medienecho aus.

"Heat-Profis weinen wie die Babys" oder "Bulls bringen Heat zum Weinen" war anschließend landesweit zu lesen.

Spoelstra relativierte später seine Aussage und sprach nur noch von "feuchten Augen", konnte damit aber nichts mehr retten.

Jackson spottet

Lakers-Trainer Phil Jackson goss nun noch einmal neues Öl ins Feuer.

"Die NBA ist kein Platz für Heulsusen. Große Jungs weinen nicht. Aber wenn man es doch tut, sollte es auf der Toilette geschehen, wo es keiner sehen kann", spottete der "Zen-Meister".

Jackson und sein Team können den strauchelnden Heat in ihrem Kampf um eine gute Ausgangsposition für die Playoffs den nächsten Schlag versetzen.

Der Titelverteidiger ist schließlich das einzige Team der Liga mit einer weißen Weste nach dem All-Star-Break.

Vor allem die Verteidigung der Lakers hat sich stark verbessert. In den acht Spielen seit der Pause gelingen den Kontrahenten im Schnitt lediglich 87 Punkte. Mit ihren starken "Big Men" sind die Kalifornier nicht nur für Miami ein echter Matchup-Albtraum.

Bosh beschwert sich

Spoelstra forderte sein Team auf, sich jetzt nicht hängen zu lassen: "Wir können nur eins tun: Uns weiter aufreiben und nicht aufgeben."

Der im bisherigen Saisonverlauf meist enttäuschende Chris Bosh geht jedoch einen anderen Weg.

Der Power Forward, der im Sommer mit James nach Miami gewechselt war und das Team gemeinsam mit Dwyane Wade zum zweiten Titelgewinn nach 2006 führen sollte, beschwerte sich über seine Rolle.

"Ich fühle mich nicht wohl. Ein geschlossener Mund wird nicht gefüttert. Ich brauche mehr Anspiele in der Zone. Dort bin ich effektiv", sagte Bosh, der gegen Portland magere sieben Punkte machte.

Wade fordert Bosh

Trainer-Lehrling Spoelstra möchte den letzten Rest von Teamgeist nicht zerstören und versuchte die Äußerungen herunterzuspielen.

"Wir waren nach der Niederlage alle ziemlich geschockt. Heute sieht es schon wieder anders aus", sagte der 39-Jährige.

Der ehemalige Toronto Raptor erzielt in der Tat weniger Punkte und bekommt weniger Möglichkeiten unter dem Korb. Die Teamkollegen sehen das Problem aber eher bei Bosh selbst.

"Lebron und ich sind sehr aggressiv. Chris muss das erst noch lernen. Er stand zu diesem Zeitpunkt eines Jahres selten in wichtigen Spielen. Wir müssen ihm helfen produktiver zu sein", äußerte Dwyane Wade bereits erste Kritik an der Passivität seines Mitspielers.

Reaktion ist vonnöten

Gegen die Lakers muss die zusammengewürfelte Truppe jetzt eine Reaktion zeigen.

Das Hinspiel konnten die Heat am ersten Weihnachtstag mit 96:80 klar für sich entscheiden. Eine Wiederholung würde dringend benötigten Schwung verleihen.

Miami ist derzeit mit einer Bilanz von 43 Siegen und 21 Niederlagen nur noch Dritter der Eastern Conference, liegt nach der letzten Pleitenserie aber nicht mehr weit vor den Orlando Magic (40:24).

Mit einem weiteren Abrutschen könnte es in Miami noch deutlich ungemütlicher werden. Und die Heat-Akteure offenbaren schon jetzt ein sehr dünnes Nervenkostüm.

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