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Dwyane Wade war 2006 wertvollster Spieler der NBA-Finals © getty

Miami zeigt gegen die Lakers eine Reaktion. Bosh lässt Taten folgen, James und D-Wade machen den Sack zu. Kobe beschwert sich.

Von Eric Böhm

München/Miami - Die Miami Heat haben ihre Pleitenserie gestoppt.

Im Kracher gegen Titelverteidiger Los Angeles Lakers gelang ein 94:88 (55:53)-Heimerfolg. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Nach zuletzt fünf Niederlagen, diversen unterirdischen Auftritten und der "Crygate"-Affäre behielt das Starensemble im letzten Viertel die Nerven.

"Es war klar, dass dieses Spiel bis zum Ende offen sein würde. Wir mussten einen Weg finden, um zu siegen. Das haben wir geschafft", sagte Dwyane Wade. (Auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News im TV)

Wade überall zu finden

Der Guard war für Miami in der Crunch-Time des phasenweise hochklassigen Spiels der entscheidende Mann.

Er erzielte acht seiner 20 Punkte im Schlussabschnitt und war überall auf dem Court zu finden.

Sein Steal gegen Kobe Bryant ermöglichte etwa anderthalb Minuten vor dem Ende die Führung durch LeBron James. Außerdem blockte Wade unter den Jubelstürmen der Fans "The Black Mamba" bei einem Dreierversuch.

"Es war ein klares Foul", beschwerte sich Bryant (24 Zähler) nach der Partie. "Flash" sah das naturgemäß anders: "Ich habe ihn nicht berührt."

"Phil ist Phil"

Wenig später sorgte er mit einem artistischen Korbleger auch noch für die Entscheidung.

"D-Wade hat die Herausforderung angenommen und sie gemeistert", zollte ihm Kollege LeBron James Respekt.

Die verbalen Spitzen von Lakers-Coach Phil Jackson im Vorfeld kommentierte er dagegen nur am Rande.

"Phil ist eben Phil. Ich nehme seine Kommentare nicht sonderlich ernst", verzichtete LeBron auf einen Konter.

James als Ballverteiler

"King" James selbst schrammte mit 19 Punkte, acht Rebounds und neun Assists knapp an einem Triple-Double vorbei.

Der Superstar war gegen die Lakers deutlich bemüht, seine Mitspieler mehr in das Spiel einzubinden.

Mit Scharschütze Mike Miller (zwölf Zähler, sieben Rebounds) und Mario Chalmers (neun Punkte, fünf Rebounds) lieferten prompt zwei Nebendarsteller gute Leistungen ab.

"Wir wollten nicht davonlaufen oder uns verstecken. Unser Ziel ist es, als Team besser zu werden", sagte Heat-Trainer Erik Spoelstra.

Bosh überzeugt

Nach öffentlicher Kritik am Spielsystem und seiner Rolle stand vor allem Chris Bosh unter besonderer Beobachtung.

Der Power Forward ging in der Zone energisch wie selten zu Werke. Mit 24 Zählern war er am Ende sogar Miamis Topscorer.

"Um ehrlich zu sein, haben wir alle unseren Hoffnungen in dieses Spiel gesetzt. Es war extrem wichtig", meinte Bosh.

Nach dem zweiten Saisonsieg gegen L.A. bleiben die Heat im Osten zwar Dritter, haben sich aber früh wie nie für die Playoffs qualifiziert.

Lakers-Serie vorbei

Die Gäste aus Kalifornien verloren erstmals nach acht Siegen am Stück. Dennoch nehmen sie weiter Rang drei in der Western Conference ein.

Bryant war zwar bester Scorer der Lakers, verfehlte jedoch 13 seiner 21 Versuche aus dem Feld und leistete sich die beiden folgenschweren Fehler gegen Wade.

Pau Gasol steuerte 20 Punkte bei. Center Andrew Bynum (13 Zähler, zwölf Rebounds) verbuchte ein Double-Double.

"Es war ein gutes Spiel. Sie haben besser gespielt. Wir werden uns sicher irgendwann wiedertreffen", sagte Coach Jackson.

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