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Finger weg: Heat-All-Star Dwyane Wade ist zu heiß für San Antonios Manu Ginobili © getty

"Miami Thrice" sind "auf Attacke gepolt" und zahlen ihre Rekordschlappe mit gleicher Münze heim. Topscorer Bosh spürt Genugtuung.

Von Michael Spandern

München - Rache ist süß. Besonders, wenn der schwer Geschlagene mit gleicher Münze heimzahlt.

Vor zehn Tagen fingen sich die Miami Heat beim 92:125 in San Antonio ihre höchste Saisonniederlage ein. Zu Hause nun zerlegte die Glitzertruppe aus Florida die Spurs mit ebenfalls 30 Punkten Unterschied - 110:80 (49:39). Für den NBA-Spitzenreiter war es die höchste Schlappe in einem Saisonspiel seit dem 7. April 2005. (Auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News im TV)

Fünf Niederlagen in Folge und "Crygate" sind vergessen, Genugtuung regiert bei "Miami Thrice": "An diesem Team Rache zu nehmen, hat für uns eine gewaltige Bedeutung", betonte Chris Bosh.

"Auf Attacke gepolt"

Bosh, dessen Leistungen zuletzt eher selten eines All-Stars würdig waren, lieferte mit 30 Punkten seine zweithöchste Ausbeute in dieser Saison ab und holte zudem zwölf Rebounds. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Auch Dwyane Wade (29 Zähler, 9 Rebounds) und LeBron James (21 Punkte, 8 Assists, 6 Rebounds) kannten keine Gnade mit den Spurs. "Wir waren auf Attacke gepolt", meinte James. "Und das den ganzen Abend."

Aber auch die Defensive kam nicht zu kurz: Während die Heat 54 Prozent ihrer Würfe trafen, ließen sie nur eine Spurs-Quote von 38 Prozent zu, auch bei den Rebounds (47:33) hatte Miami klar die Oberhand.

"Getöse kann uns nichts anhaben"

Die Höchststrafe erhielt Tim Duncan, mit 14 Punkten noch zweitbester Gäste-Werfer hinter Spielmacher Tony Parker (18 Zähler): Im dritten Viertel räumt der 18 Zentimeter kleinere Wade den Center über Ringniveau ab.

"Sie brauchten diesen Sieg mehr als wir", befand Manu Ginobili. "Sie waren heißer, und sie sind ein großartiges Team. Wir reden ja nicht von einem Zweitliga-Team aus Asien."

Auf etwa dieses Niveau fühlten die Heat sich allerdings heruntergeputzt, nachdem sie in der vorigen Woche ihre fünfte Schlappe nacheinander kassiert hatten.

"Wenn es von außen so ein Getöse gibt, ist das nur dann eine Ablenkung, wenn man es zulässt", dozierte Erik Spoelstra nun. "Aber dem Selbstvertrauen unserer Jungs konnte das nicht anhaben."

Wade von einer Last befreit

Es lief ja auch von Beginn an alles für sein Team: Hatten die Spurs vor zehn Tagen noch einen 36:12-Blitzstart hingelegt und mit 17 Dreiern einen Klubrekord aufgestellt, verwarfen sie diesmal 16 ihrer 22 Versuche aus der Distanz. Und gerieten im zweiten Viertel mit 27:40 vorentscheidend in Rückstand.

Nach der Halbzeit fing sich San Antonio ein wenig, doch eineinhalb Minuten vor dem Ende des dritten Abschnitts setzte Wade noch ein Ausrufezeichen, als er dem Ex-Maverick Steve Novak den Ball klaute, vorne per Dunking zum 87:67 abschloss und seine Emotionen herausschrie.

"Eine Menge guter Dinge passieren", bemerkte Wade, der am Freitag vor Gericht den zähen Sorgerechtsstreit um seine beiden Söhne gewonnen hatte.

Konktakt zu den Ost-Mächten

Miami ist nun bis auf einen Sieg an die im Osten führenden Boston Celtics und Chicago Bulls herangerückt. Boston und Chicago haben allerdings jeweils zwei Spiele weniger absolviert.

Doch zumindest gegen die Celtics haben die Heat im April noch die Gelegenheit, süße Rache für die bisherigen drei Niederlagen zu nehmen.

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