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Dirk Nowitzki ist seit 1998 bei den Dallas Mavericks unter Vertrag © getty

15 Spiele stehen noch auf dem Programm der Dallas Mavericks - dann ist Playoff-Zeit. SPORT1 blickt auf mögliche Erstrunden-Gegner.

Von Rainer Nachtwey

München/Portland - Dirk Nowitzki scheint Angst und Bange zu sein, Angst und Bange vor den Portland Trail Blazers.

"Wer auch immer auf sie in den Playoffs trifft, sie werden schwer zu schlagen sein", schwant dem Würzburger in Diensten der Dallas Mavericks.

Besonders unangenehm für Nowitzki und seine Mavericks, dass sie nach der Niederlage in Portland auf den dritten Platz der Western Conference abrutschten und nach jetzigem Stand auf die "Pfadfinder" treffen würden.

Vier Teams qualifiziert

Sicher ist bisher noch nichts, nicht einmal, dass die Mavericks überhaupt in die Playoffs kommen. Das haben bisher erst die San Antonio Spurs, die Chicago Bulls, Boston Celtics und Miami Heat geschafft.

Dennoch ist bei derzeitiger Form und Verfassung von einem Platz unter den ersten Vier auszugehen.

Aber auch dann lässt sich ein Gegner schwer zuordnen, denn in der Western Conference herrscht im Gegensatz zum letzten Jahr ein enges Duell um den letzten Playoffplatz. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Duo kämpft um Rang vier

Portland als Sechster hat gerade einmal vier Siege Vorsprung auf Houston, das derzeit den zehnten Platz einnimmt.

Und auch Oklahoma City oder Denver könnte der Widersacher in der ersten Playoffrunde der Mavericks heißen. Beide Teams liefern sich hinter Dallas einen Kampf um die Northwest-Krone und damit um Rang vier.

SPORT1 nimmt die möglichen Erstrunden-Gegner unter die Lupe

Oklahoma City Thunder (43-23): Drei Spiele, zwei Siege: Die Bilanz gegen die Mannschaft um die beiden Weltmeister Kevin Durant und Russell Westbrook ist positiv aus Sicht der Mavericks.

Nach zwei Erfolgen setzte es zuletzt aber eine Niederlage. Allerdings mussten die Mavericks beim 95:99 ohne Dirk Nowitzki auskommen.

Beim 103:93 nur elf Tage zuvor hatte sich Nowitzki am Knie verletzt, weswegen er neun Spiele aussetzen musste.

Die Thunder von damals sind mit den heutigen jedoch nicht mehr zu vergleichen. Mit den Trades für Kendrick Perkins und Nazr Mohammed hat OKC seine Schwachstelle Center merklich aufgebessert.

Zwar verlor der derzeitige Erste der Northwest Division mit Jeff Green seinen drittbesten Scorer (15,2 Punkte), mit Perkins gewannen die Thunder den gewünscht defensiv starken Innenspieler.

Denver Nuggets (40-27): Drei Spiele, ein Sieg - die Nuggets sind alles andere als Dallas' Wunschgegner. Bereits 2009 scheiterten sie in den Playoffs an der Mannschaft aus der Mile High City.

Jedoch haben sich die "Goldstücke" aufgrund des Carmelo-Anthony-Trades einem extremen Facelifting unterzogen.

Geschadet hat es den Nuggets sicherlich nicht. Seit der Trading Deadline weisen sie eine Bilanz von sieben Siegen bei nur zwei Niederlagen auf. Nur die Los Angeles Lakers und Chicago Bulls haben in dieser Zeit mehr Erfolge eingefahren.

Ty Lawson blüht nach dem Weggang seines Mentors Chauncey Billups als Playmaker auf, und die Neuzugänge Raymond Felton und Wilson Chandler finden sich im System von Coach George Karl immer besser zurecht.

Portland Trail Blazers (38-29): Zwei Siege, eine Niederlage - Nowitzki hat großen Respekt vor den "Pfadfindern". Vor allem der nach einer Verletzung zurückgekehrte Brandon Roy und LaMarcus Aldridge bereiten den Mavericks Kopfzerbrechen.

"Mit Roy und Aldridge haben sie zwei echte Go-to-Guys", sagt Nowitzki. Abzuwarten bleibt sicherlich, wie lange Roy aufgrund seiner Kniebeschwerden eingesetzt werden kann.

Mit Gerald Wallace, der nach seiner Eingewöhnungsphase erst richtig einschlagen dürfte, hat sich Portland zur Trading-Deadline noch einmal enorm verstärkt.

Nowitzkis Sorge - "wer auch immer auf sie in den Playoffs trifft, der wird es schwer haben" - ist begründet.

New Orleans Hornets (39-30): Drei Spiele, ein Sieg - Mit New Orleans haben die Mavericks noch eine Rechnung offen. 2008 schickte die Mannschaft aus dem "Big Easy" Nowitzki und Co. bereits in der ersten Runde in den Urlaub.

Die Hornets profitieren im Rennen um die Playoffs von zwei überragenden Serien, als sie zum Saisonstart und im Januar acht bzw. neun Siege in Serie einfuhren.

In den folgenden 20 Spielen gewannen sie nur acht, darunter allerdings eines gegen die Mavs.

Starspieler Chris Paul hat seine Gehirnerschütterung auskuriert, die ihn vom letzten Vergleich, den die Hornets gewannen, abhielt.

Zwar lotsten die Hornets mit Trevor Ariza und Carl Landry zwei Leistungsträger in den "Big Easy", dem Kader fehlt es jedoch weiter an Tiefe, wie Paul bemängelte.

Memphis Grizzlies (37-31): Vier Spiele, drei Niederlagen, davon zwei zu Hause - gegen kein anderes West-Team haben die Mavericks eine schlechtere Bilanz. Und bei zwei der drei Pleiten hatte der Grund einen Namen: Zach Randolph.

Den Power Forward bekamen die Texaner einfach nicht in den Griff. 73 Punkte und 38 Rebounds erzielte Randolph in drei Spielen.

Coach Rick Carlisle muss sich gegen 29-Jährigen ein Rezept zurechtlegen, sollten die Mavs nach den restlichen 15 Saisonspielen auf die Mannschaft aus Tennessee treffen.

Zur Trading Deadline fügten die Grizzlies noch mit Shane Battier einen Playoff-erfahrenen, defensivstarken Flügelspieler hinzu, der die junge Truppe vor allem in engen Spielen führen kann und soll.

Ein weiterer positiver Aspekt: Topscorer Rudy Gay hat seine Schulterverletzung rechtzeitig zum Saisonendspurt auskuriert.

Utah Jazz (35-33): Drei Spiele, drei Siege - Der Jazz hat in Dallas ausgespielt.

Gegen die neuformierte Mannschaft aus Salt Lake City mit dem neuen Coach Tyrone Corbin zeigten die Mavericks beim deutlichen 118:99, dass ihre Dominanz 2010/11 über Utah nicht nur von kurzer Dauer war.

Dennoch warnt Nowitzki vor den Jazz. "Das ist auch ohne Deron Williams ein sehr gutes Team", sagt der Würzburger. Und Utahs neuen Point Guard kennt er bestens. Mit Devin Harris erreichte er 2006 die NBA-Finals.

Phoenix Suns (33-32): Zwei Spiele, zwei Siege - Gegen die Suns um Nowitzkis Freund Steve Nash sahen die Texaner in den letzten Jahren immer gut aus. Auch diese Saison.

Nach Amare Stoudemires Abgang nach New York ist das Spiel am Korb nicht mehr so präsent bei der Mannschaft aus Arizona. Mit der Verpflichtung von Marcin Gortat versuchten die Suns diesen Fehler auszubügeln.

Die Verpflichtung von Aaron Brooks als Backup von Nash hat sich bisher noch nicht ausgezahlt. Es bleibt abzuwarten, ob der Neuankömmling aus Houston sich die Spielsysteme rechtzeitig einprägt.

Houston Rockets (34-34): Drei Spiele, drei Siege - Die Rockets sind für die Mavericks diese Saison Kanonenfutter. Zwar waren es zumeist enge Duelle (10, 5 und 4 Punkte), dennoch scheint der texanische Rivale Dallas zu liegen.

In jeder Partie war ein anderer Maverick Topscorer, und gegen kein Team hatten die Mavericks öfter Spieler im zweistelligen Punktebereich wie gegen Houston.

Allerdings muss Dallas gegen die Rockets aufpassen. In zwei von drei Aufeinandertreffen verspielte die Carlisle-Truppe einen deutlichen Vorsprung und siegte am Ende gerade noch so.

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