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Dirk Nowitzki wurde 2002 zum MVP der Weltmeisterschaft gewählt © getty

Der Superstar bringt Dallas auf die Siegerstraße und beweist Humor. Ein Kniff vom Coach bringt gegen Golden State den Umschwung.

Von Eric Böhm

München/Oakland - Die Dallas Mavericks haben einen echten Shootout für sich entschieden.

Bei den Golden State Warriors kam das Team um Dirk Nowitzki zu einem schwer erkämpften 112:106 (53:59)-Auswärtserfolg.

Dirkules gelang mit 34 Punkten sowie 13 Rebounds sein drittes Double-Double in Folge.

Außerdem erzielte er innerhalb der letzten vier Minuten sechs Zähler am Stück und vollendete damit den entscheidenden 15:0-Lauf der Mavs. Aus einem 89:96-Rückstand wurde so in etwas mehr als drei Minuten ein 104:96-Vorsprung.

Nowitzki beweist Humor

Selbst die schmerzhafte Schulterverletzung aus dem Portland-Spiel nahm der Würzburger mit Humor.

"Ich habe es genauso gemacht wie Mel Gibson in 'Lethal Weapon'. Das hat gut funktioniert", sagte Nowitzki, auch wenn er seine lädierte Schulter nicht wirklich gegen einen Aktenschrank gedonnert hat.

Mindestens genauso schmerzhaft war allerdings das erste Viertel der Mavericks in Oakland. Denn nach einer offensiv wie defensiv miserablen Anfangsphase lagen sie bereits mit 18 Punkten im Hintertreffen.

"Wir sind nicht in Panik geraten, aber richtig glücklich waren wir auch nicht. Nach so einem Rückstand musst du motiviert bleiben. Das ist uns gelungen", lobte Trainer Rick Carlisle die Coolness seiner Schützlinge.

Spieß umgedreht

In den letzten Wochen hatte Dallas wiederholt hohe Führungen durch die Finger gleiten lassen. Diesmal drehten sie den Spieß um und holten selbst immer wieder große Rückstände auf.

"Es sah am Anfang wirklich nicht gut aus. Wir waren wohl noch im Bus", sagte Jason Kidd den "Dallas Morning News".

Eine leicht verbesserte Verteidigung, die ausgezeichnete Freiwurfquote (24 von 27) und eine taktische Veränderung von Carlisle brachte die Mavericks ins Spiel. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Umstellung hat Erfolg

Er stellte in der zweiten Hälfte auf eine Formation mit drei Guards um. Dadurch verloren die Warriors ihren Rhythmus.

Neben dem überragenden Nowitzki übernahmen nun speziell Rodrigues Beaubois (18 Zähler, vier Assists, vier Steals) und Jason Terry (19 Punkte, sechs Rebounds, sechs Assists) Verantwortung.

Kidd (vier Zähler) verwandelte zwar lediglich einen seiner sechs Würfe aus dem Feld. Mit diesem Treffer leitete er jedoch die Schlussoffensive seines Teams ein. Der Point Guard lieferte außerdem elf Vorlagen.

"Ich glaube, wir werden in den Playoffs nicht viel davon sehen. Teams wie Portland oder Memphis sind physisch einfach zu stark. Trotzdem ist es natürlich immer eine Option", bezweifelte Nowitzki jedoch den dauerhaften Erfolg dieser Variante.

Ellis selbstkritisch

Bei den Gastgebern überzeugte Monta Ellis mit 26 Punkte und elf Assists. Gegen die kleine Aufstellung der Gäste sammelte er im letzten Abschnitt aber nur noch drei Zähler.

"Wir hätten dieses Spiel gewinnen müssen. Ich nehme das auf meine Kappe. Mir sind einige kostspielige Fehler unterlaufen", gab sich Golden States Topscorer selbstkritisch.

Die Warriors (30:38) haben als Zwölfter der Western Conference praktisch keine Chance mehr auf die Playoffs.

Spitzenduell steht an

Die Mavs (48:20) vermieden die dritte Schlappe hintereinander und stehen gleichauf mit den Los Angeles Lakers auf Rang zwei.

Da fiel die Abwesenheit der angeschlagenen Peja Stojakovic (Nackenprobleme) und Brendan Haywood (Rücken) kaum ins Gewicht.

Der serbische Scharfschütze wird auch im Spitzenspiel gegen die San Antonio Spurs in der Nacht zum Samstag (ab 1.30 Uhr LIVESCORES) nicht zur Verfügung stehen.

"Es ist kein Spiel wie jedes andere. Seit der Pause haben wir uns gegen Spitzenteams etwas schwer getan. Es ist für uns ein Härtetest", blickte Terry bereits voraus.

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