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Serge Ibaka wurde 2008 als erster Kongolese überhaupt im NBA-Draft ausgewählt © getty

Oklahoma Citys Serge Ibaka beeindruckt mit seiner spektakulären Spielweise und ist ein Kandidat für den "Most Improved Player".

Von Eric Böhm

München - Die reguläre Saison der NBA neigt sich allmählich dem Ende zu. Damit beginnt auch traditionell die Saison der Auszeichnungen.

Während das Rennen um den MVP zwischen den Topkandidaten Derrick Rose, Kevin Durant, LeBron James oder auch Dirk Nowitzki ständig im Fokus ist, steht der Titel für den meistverbesserten Spieler häufig im Schatten.

Das gilt auch für die Gewinner dieser Auszeichnung. In dieser Saison könnte sich dies allerdings ändern.

Denn der heiße Kandidat Serge Ibaka von den Oklahoma City Thunder ist kein Profi wie jeder andere. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Atheltik ist seine große Stärke

Den Power Forward der Oklahoma City Thunder zeichnete bereits während seiner Zeit in Spanien (2007-2009) seine ungeheuere Athletik aus.

In dieser Saison zeigt "Air Kongo" aber auch größere Spielintelligenz und avancierte auch in der Offensive zu einem Faktor.

Er markiert im Schnitt 9,3 Punkte pro Partie (drei mehr als 2009/2010) und steigerte seine Freiwurfquote auf ordentliche 73 Prozent.

Dennoch bleibt die Verteidigung seine Spezialität. Er greift sich fast 7,5 Rebounds pro Partie und steht mit 2,3 Blocks unter den Top fünf der NBA.

"Er ist einzigartig"

Mit seinen starken Leistungen hat sich der Kongolese immer mehr Spielzeit verdient und absolvierte sogar fast die Hälfte aller Spiele in der ersten Fünf.

Mit dem Abgang von Jeff Green nach Boston werden jetzt noch einige Starts dazu kommen.

Gegen die Washington Wizards gelangen ihm jüngst gleich acht Blocks in einer Partie. Sein athletisches Potenzial zeigt er auch immer wieder mit spektakulären Dunkings.

Beim All-Star Game nahm er gar am Slam-Dunk-Wettbewerb teil. Unter anderem schnappte er sich ein auf dem Ring platziertes Stofftier mit dem Mund und stopfte gleichzeitig den Ball.

"Ich wusste sofort, er hat das Potenzial für die NBA hat. Seine Schnelligkeit, Athletik und Sprungkraft sind einzigartig", sagte Thunder-Coach Scott Brooks über seinen Schützling.

Harte Kindheit

Dass es der 21-Jährige überhaupt in die NBA geschafft hat, ist ein mittleres Wunder.

Als er neun Jahre neun alt war, brach im Kongo Krieg aus und sein Vater wurde verhaftet. Ein Jahr zuvor war seine Mutter, ihres Zeichens Basketball-Nationalspielerin, verstorben.

Deshalb wuchs er bei seiner Großmutter ohne fließendes Wasser oder Strom auf. In seinem ersten Verein "Avenir du Rail" begann der rasante Aufstieg.

2006 wurde er zum MVP der U18-Afrikameisterschaft gewählt und landete ein Jahr später in Spanien. 2008 drafteten ihn die Thunder in der ersten Runde mit dem 24. Pick, bleibt aber noch ein Jahr in Europa.

Durant schwärmt

Oklahoma Citys Star Kevin Durant erkannte sofort das herausragende Talent Ibakas.

"Es war klar, dass er ein besonderer Spieler sein würde. Er steckt nie auf und ist selbstbewusst. Seine Offensivqualitäten werden oft unterschätzt", gerät der NBA-Topscorer förmlich ins Schwärmen.

In der Tat hat er mittlerweile einen ausgesprochen guten Wurf aus der Mitteldistanz. Mit einer Trefferquote von 54,3 Prozent aus dem Feld steht er ebenfalls unter den besten Fünf der Liga.

"Je mehr er spielt, desto besser wird er werden. Sein Potenzial ist noch lange nicht ausgereizt", lobt ihn auch Teamkollege Thabo Sefolosha.

Ibaka ist ein ganz wichtiger Baustein für den Höhenflug der Thunder, die bereits in diesem Jahr ein ernsthafter Anwärter auf den NBA-Titel sind.

Konkurrenz ist groß

Um die Auszeichnung des "Most Improved Player" zu gewinnen und damit Nachfolger von Aaron Brooks zu werden, muss er sich aber gegen einige aussichtsreiche Kandidaten behaupten.

Topfavorit ist sicherlich Kevin Love.

Der Power Forward der Minesota Timberwolves steigerte sich in dieser Spielzeit auf über 20 Punkte und 15 Rebounds. Außerdem wurde er ins All-Star Game berufen und stellte mit 53 Double-Doubles einen neuen Rekord auf.

Ex-Maverick ein Kandidat

Ein anderer ehemaliger UCLA-Spieler kommt ebenfalls in Betracht. Jrue Holiday (Philadelphia 76ers) hat sich in dieser Saison zum festen Spielmacher der Sixers gemausert und erzielt im Schnitt fast 14 Zähler und mehr als sechs Assists.

Auch der ehemalige Maverick Kris Humphries ist ein würdiger Kandidat. Der Power Forward der New Jersey Nets steht mit durchschnittlich zehn Rebounds unter den Top Ten und verbucht zusätzlich zehn Punkte pro Partie.

Die Konkurrenz für "Iblocka" ist also groß, doch der 2,08-Mann hat sich noch nie von Unwägbarkeiten stoppen lassen.

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