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Tony Parker wurde 2007 zum MVP der NBA-Finalserie gewählt © getty

Dallas zeigt Moral, steht im Texas-Duell aber wieder mit leeren Händen da. Nowitzki übezeugt und ist sauer. Ein Backup fällt aus.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Die Dallas Mavericks haben erneut den Sieg gegen ein Spitzenteam verpasst.

Im Texas-Gipfel setzte es für Dirk Nowitzkis Team beim 91:97 (45:50) gegen die San Antonio Spurs die fünfte Schlappe aus den vergangenen acht Spielen, allesamt gegen potenzielle Playoff-Kontrahenten.

Der Würzburger zeigte mit 23 Punkten und neun Rebounds zwar eine gewohnt gute Leistung, bekam aber kaum Unterstützung.

"Wir waren ständig einen Schritt zu langsam. Sie hatten die derbe Schlappe gegen Miami im Kopf und legten richtig los. Wir waren nicht bereit dafür", analysierte Nowitzki die schwache Anfangsphase.

Nowitzki übt Kritik

Denn das beste Team der NBA überrollte die Mavericks förmlich und führte im zweiten Viertel bereits 40:22. San Antonios "Big Three" machten den Hausherren riesige Probleme und verzeichneten gemeinsam 80 Zähler.

"Sobald uns ein Gegner unter Druck setzt, werfen wir den Ball unkontrolliert durch die ganze Halle", kritisierte Nowitzki die insgesamt 19 Ballverluste seines Teams.

Vor allem die anderen Mavs-Starter kamen mit den Spurs überhaupt nicht zurecht und trafen zusammen lediglich neun von 23 Würfen. Keiner von ihnen punktete zweistellig. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

"Am Anfang war es verdammt hart. Sie kamen immer wieder ungehindert zum Korb und waren das ganze Spiel hindurch in unserer Zone zu Hause", sagte ein enttäuschter Nowitzki den "Dallas Morning News".

Marion fällt aus

Neben "Big D" hielt in der ersten Hälfte einzig Shawn Marion dagegen.

"The Matrix" erzielte von der Bank kommend in der ersten Hälfte 13 Zähler, konnte aber nach der Pause wegen einer Verletzung am rechten Handgelenk nicht mehr eingesetzt werden.

Die Röntgenaufnahmen nach der Partie zeigten glücklicherweise keine Brüche, doch sein Ausfall tat Dallas gegen die physisch starken Gäste richtig weh.

"Es war ein sehr bitterer Ausfall. Schließlich ist Shawn unser bester Verteidiger", erklärte Jason Terry.

Der punktbeste sechste Mann der Liga kam zwar auf 19 Zähler, verfehlte jedoch neun seiner 14 Versuche aus dem Feld.

Mavs mit Moral

Dennoch zeigten die Mavs ihr großes Kämpferherz, und Nowitzki glich das Spiel Mitte des dritten Viertels mit einem Sprungwurf zum 60:60 aus.

Die eiskalten Spurs antworteten aber prompt mit einem 9:0-Zwischenspurt. In dieser Phase zeigte Tim Duncan seine alte Klasse und markierte insgesamt 22 Punkte.

Der routinierte Center profitierte allerdings von den Foulproblemen Tyson Chandlers.

Der "Big Man" der Gastgeber (drei Pünktchen) stand nur 22 Minuten auf dem Parkett. Knapp vier Minuten vor Schluss musste er mit seinem sechsten Foul das Feld verlassen.

Parker-Dreier entscheidet

Im Schlussabschnitt kam Dallas ein weiteres Mal in Schlagdistanz, aber das ständige Hinterherlaufen und die knochenharte Abwehrarbeit der Truppe von Gregg Popovich zermürbte Dallas in der Schlussphase.

Tony Parkers Dreier mit Brett brachte den Spurs knapp fünf Minuten vor Schluss die vorentscheidende 84:77-Führung.

Der Aufbauspieler war mit 33 Punkten San Antonios Topscorer. Manu Ginobili steuerte 25 Punkte bei.

"Tony, Tim und ich hatten ein gutes Spiel. Wir mussten voran gehen. Die Abwehr war aber der Schlüssel zum Erfolg", meinte der zufriedene Ginobili.

Spitzenplatz ist abgehakt

Nach der dritten Pleite gegen die Spurs (55:13) in Folge dürfte der Kampf um den Spitzenplatz im Westen für die Mavs (48:21) endgültig verloren sein.

Mavericks-Trainer Rick Carlisle musste die Überlegenheit San Antonios anerkennen: "Meine Spieler haben in der zweiten Halbzeit gekämpft wie verrückt. Aber es hat einfach nicht gereicht. Wir haben noch viel Arbeit vor uns."

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